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Kurz gesagt: #Islam und #Aufklärung

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der große deutsche Geschichtsphilosoph und Kulturhistoriker Oswald Spengler (gest. 1936) in seinem opus magnum „Der Untergang des Abendlandes – Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte“ (1918) die Sendung des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – („622“ n. chr. Zeitr.) in den geistesgeschichtlichen „Sommer“ der „arabischen Kultur seit Chr.“ einordnete.

Die darauf folgende geistesgeschichtliche Epoche des „Herbstes“ beginnt mit der Aufklärung. Hier verortet Spengler die arabisch-muslimische Kultur bereits etwa 200 Jahre später, und zwar parallel mit dem Auftreten der „Mutazilisten“ und des „Sufismus“, sowie der Gelehrten an-Nazzâm und Alkindi.

Die abendländische Aufklärung hingegen findet laut Spengler erst mit dem Auftreten von Locke (gest. 1704), Voltaire (gest. 1778) und Rousseau (gest. 1778) statt.

Letztendlich bedeutet dies, dass die muslimische Aufklärung bereits 200 Jahre nach der Sendung des „Religionsstifters“ ihren Beginn nahm, während die christlich-abendländische Aufklärung nach der Sendung ihres „Religionsstifters“ über 1700 Jahre dafür brauchte.

Oswald Spenglers Darlegung der verschiedenen kulturellen Geistesepochen

Oswald Spengler unterteilt in seinem monumentalen kulturphilosophischen Geschichtswerk „Der Untergang des Abendlandes“ (1922) die Entwicklungsstadien der allgemeinen Geistesgeschichte in 4 Epochen, die er nach den Jahreszeiten benennt und innerhalb dieser Jahreszeiten in verschiedene Phasen einteilt.

FRÜHLING: Landschaftlich-intuitiv. Mächtige Schöpfungen einer erwachenden traumschweren Seele. Überpersönliche Einheit und Fülle.

  1. Geburt eines Mythus großen Stils als Ausdruck eines neuen Gottgefühls. Weltangst und Weltsehnsucht.
  2. Früheste mystisch-metaphysische Gestaltung des neuen Weltblickes.

SOMMER: Reifende Bewusstheit. Früheste städtisch-bürgerliche und kritische Regungen.

  1. „Reformation“: Innerhalb der Religion volksmäßige Auflehnung gegen die großen Formen der Frühzeit.
  2. Beginn einer rein philosophischen Fassung des Weltgefühls. Gegensatz idealistischer und realistischer Systeme.
  3. Bildung einer neuen Mathematik. Konzeption der Zahl als Abbild und Inbegriff der Weltform.
  4. „Puritanismus“: Rationalistisch-mystische Verarmung des Religiösen. Intellektueller Fanatismus.

HERBST: Großstädtische Intelligenz. Höhepunkt strenggeistiger Gestaltungskraft.

  1. „Aufklärung“: Glaube an die Allmacht des Verstandes. Kultus der „Natur“. „Vernünftige Religion“.
  2. Höhepunkt des mathematischen Denkens. Abklärung der Formenwelt der Zahlen.
  3. Die großen abschließenden Systeme.

WINTER: Anbruch der weltstädtischen Zivilisation. Erlöschen der seelischen Gestaltungskraft. Das Leben selbst wird problematisch. Ethisch-praktische Tendenzen eines irreligiösen und unmetaphysischen Weltstädtertums.

  1. Materialistische Weltanschauung: Kultus der praktischen Erfahrung des Nutzens, des Glückes.
  2. Ethisch-gesellschaftliche Lebensideale: Epoche der „Philosophie ohne Mathematik“.
  3. Innere Vollendung der mathematischen Formenwelt. Die abschließenden Gedanken.
  4. Sinken des abstrakten Denkertums zu einer fachwissenschaftlichen Kathederphilosophie. Kompendienliteratur.
  5. Das Ende: Ausbreitung einer letzten Weltstimmung.

In einer Schautafel vergleicht Spengler anhand dieser Unterteilung die Geistesgeschichten der indischen, der antiken (griechischen), der arabischen und der abendländischen Kultur.

Was meint ihr, an welcher Stelle er kurz und bündig „Mohammed, 620“ eingetragen hat?

Hier eine Neueditierung der Spenglerschen Schautafel auf http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-untergang-des-abendlandes-erster-band-5332/20

Kurz gesagt: Reine emotionale Masturbation / #Karlow #Breitscheidplatz usw

von Yahya ibn Rainer

Kopfloses und gegenwartsorientiertes Handeln. Reine emotionale Masturbation.

Was wir derzeit weltweit im aktionistischen Handeln vieler Muslime sehen, ist ein Resultat der Aufklärung. Die Pyramide der Hierarchie steht auf dem Kopf. Das gesellschaftlich vereinsamte und staatlich verwaltete Individuum handelt antiautoritär und selbstbestimmt, allein getrieben vom emotional getrübten Verstand, vollkommen auf die Befriedigung der eigenen emotionalen Verfasstheit fokussiert. Und die Politik (als auch die Köpfe des neuen Terrors) bedienen sich ungeniert am Buffet der bereiteten Schadtaten.

Ich kann nicht anders, als auch dieses Mal mit fester Überzeugung zu sagen: Ja, die Ummah hat ihren Zustand verdient!

Wa Allahu 3alem.

Was dieser dumme Terrorismus wirklich anrichtet

Buchauszug: Murad Wilfried Hofmann – Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung

«Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung war mitnichten die Verwirklichung der Vernunft, sondern eine Serie von Unmenschlichkeiten allergrößten Ausmaßes:

Verproletatisierung ganzer Landstriche und Kinderarbeit; Sklavenhaltung und Apartheid; zwei mörderische Weltkriege; Einsatz chemischer und nuklearer Waffen; systematische, ja im Falle von Nazi-Deutschland industrielle Vernichtung von Kulaken, Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und Geistesschwachen; bolschewistischer Staatsterror; faschistischer Chauvinismus; »ethnische Säuberungen« in Mitteleuropa, Kroatien, Bosnien und Serbien.

Für dieses singuläre Scheitern einer großen Idee, der Herrschaft der Vernunft über autonome Individuen, waren die Väter der Aufklärung nicht unmittelbar verantwortlich, etwa David Hume (1711-1776), Immanuel Kant (1727-1804), Frangois Marie Voltaire (1694-1778), Friedrich der Große (1712-1786), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) oder Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Erst recht ist den Hauptanregern der Aufklärung dieser Vorwurf zu ersparen, einem Michel Montaigne (1533-1592), René Descartes (1596-1650), John Locke (1632-1704) oder Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), denn sie alle waren keine die Existenz einer Gottheit leugnenden Atheisten, sondern Deisten, die an einen einzigen, weit abwesenden Gott (deus absconditus) glaubten, wenngleich nicht an das kirchlich vermittelte Christentum und sein trinitäres Gottesbild.

Ihre eigene Gottesvorstellung beruhte nicht auf Offenbarung, sondern Naturbeobachtung und Nachdenken. Sie wollten nicht Religion als solche abschaffen, wohl aber den erstickenden Dogmatismus der Kirchen und den Obskurantismus des (aus ihrer Sicht) ungebildeten, unduldsamen, herrschsüchtigen und schmarotzenden Klerus.

In der Tat benutzten einzelne Aufklärer den Islam, um auf diesem Umweg die Befreiung von dem als unerträglich empfundenen kirchlichen Joch zu beflügeln.

Lessing tat dies 1779 auf anständige (und daher für ihn riskante) Weise mit Hilfe der Vorbildlichkeit der Muslime in seinem Theaterstück »Nathan der Weise«.2 Voltaire hingegen, dafür von Friedrich dem Großen durch die Blume gerügt, hatte dies zuvor mit seinem Drama von »Mahomet« (1742), dem »Lügenpropheten«, auf weniger anständige (und weniger riskante) Weise getan, wider besseres Wissen und zu Lasten des Islam. Er schlug den Sack (Islam) und meinte den Esel (die römische Kirche).

Schließlich hatten sich auch Kants Kritiken zunächst nicht anti-religiös, sondern nur anti-kirchlich ausgewirkt.

Mit seiner »Kritik der reinen Vernunft« (1781) hatte er nicht etwa die Nichtexistenz Gottes bewiesen (noch beweisen wollen), sondern nur die Unzuverlässigkeit jeder Metaphysik, die über Erkenntniskritik hinausgeht und damit notwendigerweise spekulativ oder – wie Ludwig Wittgenstein gesagt hätte – zum Sprachspiel wird. Ganz im Gegenteil: In seiner folgenden »Kritik der praktischen Vernunft« (1788) arbeitete Kant mit dem (für das Funktionieren der Gesellschaft notwendigen) Postulat Gottes, d.h. mit Gott als nützlicher Arbeitshypothese.

Dennoch führte die von der Aufklärung bewirkte Befreiung des Menschen von kirchlicher Bevormundung zur Marginalisierung der Religion. Das anstelle Gottes zum Maßstab aller Dinge aufsteigende und während der Französischen Revolution inthronisierte »autonome« (!) Individuum wurde in grandioser Selbstüberschätzung zum neuen Idol, da die Autonomie des Menschen als prinzipiell universell und grenzenlos gedacht war.»

(Murad Wilfried Hofmann. Der Islam im 3. Jahrtausend  Eine Religion im Aufbruch, Seite 20-21 )

Fanboys: Die religiöse Willkür im dualen System

von Yahya ibn Rainer

Die Selbstermächtigung des Individuums durch Wissen hat seine Grenze, nämlich genau dort, wo die Fähigkeit des jeweiligen Individuums endet, sich bestimmtes Wissen anzueignen. Die komplette Selbstermächtigung erfordert jedoch nicht nur eine ganze Bandbreite an Wissensfeldern, sondern auch auf jedem einzelnen Gebiet dieser Bandbreite ein lückenloses Verständnis.

Was mir bei Jungsalafisten (besonders der Gattung IS-Fanboy) aufgefallen ist, bestätigt nicht nur meinen Zweifel daran, dass eine komplette Selbstermächtigung überhaupt möglich ist, sondern zeigt auch auf, dass die Ideologie dieser Heißsporne vor allem auf der demokratischen Auffassung basiert, dass Wissen und Nichtwissen politisch gleichberechtigt sind.

Der Fiqh scheint leicht, wenn er den Einfältigen in kleinen und vorgefertigten Häppchen kredenzt wird. Jedoch weiß man in den Kreisen der Rattenfänger um die niedere Auffassungsgabe ihrer Klientel. Also selektiert man ihnen Meinungen vor, die 1. in die eigene Ideologie passen und 2. über das duale System von halal und haram nicht hinausgehen. Hierbei pflegen die Einfältigen ausschließlich nach dem Dalil zu fragen, wenn ihnen nicht gefällt was sie lesen. Was ihnen wiederum vorzüglich in den fanatischen Kram passt, winken sie problemlos auch ohne Beweise durch.

Der Versuch, einem solchen einfältig-aufgeklärten und stallgemästeten IS-Demokraten die Matrizen rechtschaffender Taten zu erklären – wie z.B. den Ethos oder die Weisheit -, entlockt ihm bestenfalls die Mimik eines sabbernden Patrick Star oder im schlimmsten Fall die reflexartige Bid’ah-, Kuffr- oder Shirk-Rhetorik.

Die duale Welt von halal und haram ist ihnen genug an Wissen, oder besser ausgedrückt: Hiermit ist die Grenze der Auffassungsgabe erreicht. Ihre Handlungen erfahren keinen sittlichen Rahmen, und auch die Abwägung der eigenen Taten, geprägt von Weisheit und Empathie, überfordert zumeist ihren begrenzten Verstand.

Dabei lässt sich die Einfältigkeit dieses dualen Islamverständnisses recht leicht darstellen.
Wie rechtfertigt ein IS-Fanboy für gewöhnlich die Handlungsweisen seiner Idole? Wie reagiert er auf die Frage: Wieso haben sie das getan?

Er sagt: Es ist erlaubt!

Hierzu zeigt er vielleicht einen Gelehrtenspruch auf (oder eine ganze Palette davon) und im besten Fall einige Ahadith und Ayat. Damit ist für ihn die Sache gebongt.

Es ist erlaubt, also mache ich es. Dies ist das einfache und (auf ihrem Niveau) schlüssigste Argument.

Nun denn, Allah hat uns Männern in Seinem Buche auch erlaubt unsere Frauen zu schlagen. Wir kennen alle diese Ayah, die uns von Islamkritikern immer wieder um die Ohren gehauen wird. Wir dürfen unsere Frauen schlagen, es ist halal. Und? Ist es deshalb eine gute Tat? Wenn jetzt ein Muslim mit einer gewissen Gewaltaffinität jede ihm nur mögliche Gelegenheit nutzt, um seine Ehefrau mit Schlägen zu drangsalieren, nur weil es ihm erlaubt ist, ist das gut?

Nein, natürlich ist das nicht gut. Weder lehrt uns das unsere religiöse Ethik/Sitte, noch ist es mit der Weisheit und Empathie eines gesunden Verstandes vereinbar.

Und wer ist hier unser bestes Beispiel? Der Gesandte Allahs natürlich, Allah segne ihn und schenke ihm Heil; von dem uns überliefert wird, dass er nie auch nur eine einzige seiner Frauen geschlagen oder hart angegangen hat, obwohl er der Empfänger der Worte Allahs war und am besten wusste, dass es ihm erlaubt ist.

Zudem ist ebenfalls von ihm überliefert, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, dass er Frauen davon abriet, Männer zu ehelichen, die dafür bekannt waren ihre Frauen zu schlagen, obwohl Allah es diesen Männern im Quran erlaubte.

Was lernen wir daraus?

Es gibt mehr als nur halal und haram. Unsere Taten erfordern Instanzen die darüber hinausgehen. Hier kommt der Charakter ins Spiel, das gute Verhalten. Das schwerste Gewicht, das am Tage des Gerichts in die Waage des Gläubigen gelegt wird, wird das gute Verhalten sein. Allah weiß, weshalb du ein bestimmtes islamisches Urteil bevorzugt hast, Er weiß, ob du dir diese Sondermeinung nur zur Rechtfertigung deiner Gelüste zu Eigen gemacht hast, weil sie so gut zur Ideologie deiner Sekte passt oder weil du einfach zu stolz warst, das mehrheitlich vorherrschende Urteil zu akzeptieren, das von Gelehrten stammt, die auch Einblick haben in die Umstände zu dieser Zeit und an diesem Ort.

Allah aufrichtig zu fürchten, bedeutet auch, die eigenen Taten regelmäßig zu hinterfragen und zu prüfen. Besonders wenn es um solche elementaren Dinge wie Leben und Tod geht. Und der Gottesehrfurcht ist es in aller Regel näher, in all seinen Taten auf Nummer sicher zu gehen.

Wa Allahu 3alem.

#Erdogan #Todesstrafe #Aufklärung #Abendland

von Yahya ibn Rainer

Da sich momentan viele aufgeklärte Europäer (und mit der Aufklärung infizierte Orientale) über die Ankündigung Erdogans erregen, er wolle ggf. die Todesstrafe wieder einführen, möchte ich zum Thema gern einmal einen Vordenker der abendländischen Aufklärung zu Wort kommen lassen:

locke

*John Locke war ein einflussreicher englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung. Locke gilt allgemein als Vater des Liberalismus und als einer der bedeutendsten Vertragstheoretiker im frühen Zeitalter der Aufklärung.

«Unter politischer Gewalt also verstehe ich ein Recht, Gesetze zu geben mit Todesstrafe und folglich allen geringeren Strafen, zur Regelung und Erhaltung des Eigentums, und die Macht der Gemeinschaft zu gebrauchen, um diese Gesetze zu vollziehen und das Gemeinwesen gegen Schädigung von außen zu schützen, und alles dies allein für das öffentliche Wohl.»

(*John Locke, Zweite Abhandlung über die Regierung, 1. Kapitel, Punkt 3)

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«Der Mensch wird, wie nachgewiesen worden ist, mit einem Rechtsanspruch auf vollkommene Freiheit und unbeschränkten Genuß aller Rechte und Privilegien des Naturrechts, in gleichem Verhältnis wie jeder andere Mensch oder eine Menge von Menschen geboren.

Dadurch hat er von Natur eine Gewalt, nicht allein sein Eigentum, d. h. Leben, Freiheit und Besitz gegen die Schädigungen und Angriffe anderer zu schützen, sondern auch über jede Verletzung dieses Rechtes durch andere zu richten und sie so zu bestrafen, wie es nach seiner Überzeugung das Vergehen verdient, sogar mit dem Tod, wenn es sich um Verbrechen handelt, deren Abscheulichkeit nach seiner Meinung die Todesstrafe erfordert.»

(*John Locke, Zweite Abhandlung über die Regierung, 7. Kapitel, Punkt 87)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Verbrechen aus Prinzip

„Der kategorische Imperativ der Aufklärung kann dem Verbrechen also keinen Einhalt gebieten: Wenn das Verbrechen aus Prinzip geschieht, wird es selbst zum kategorischen Imperativ. Nichts konnte den Menschen und nichts kann ihn bis heute an Handlungen hindern, die er kraft seiner Intelligenz als vernünftig zu begründen weiß.

Ein echtes Ethos bewirkt aber genau dies. Es ist auch bindend, wenn ihm das ideologische, politische, wirtschaftliche oder ein beliebiges anderes Kalkül widerstreitet. Ein Ethos, das das Leben schützt, kann irrational sein, Ethik dagegen rationalisiert die Gesellschaft. […]

In den beiden aufgeklärten Jahrhunderten wurde fast jede nur vorstellbare Gewalttat und Pervertierung sittlicher Vorstellung Wirklichkeit – von Vernunftsgründen gerechtfertigt. Weil das natürliche Empfinden sich auf Greueltaten, trotz angeführter rationaler Gründe, d.h. auf das Fehlen eines Ethos, dennoch nicht einzustellen vermochte, kam die Vorstellung auf von der „Würde des Menschen“.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 28-29)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Leben ist Materie, rational und deshalb verfügbar geworden

„Das Leben ist Materie, rational und deshalb verfügbar geworden, ohne dass das in industrialisierte Arbeitsprozesse alternativlos eingespannte Individuum damit die verheißene Freiheit erlangen könnte. Der Dauerdiskurs um die Verteilung der Güter, die die moderne, aufgeklärte Auffassung von „Gerechtigkeit“ ist, ist ein Aspekt dieser neuen Unfreiheit. Die Materialisierung des Lebens zeigt das Unentrinnbare, Diktatorische der Aufklärung, wie sie uns durch den Lauf der Geschichte hindurch erreicht hat, ihre Totalität, das Zwanghafte und das Zerstörerische ihrer Rationalisierung.

Seit 200 Jahren hofft der moderne Mensch, durch die Zweckmäßigkeit seines Handelns Herr über die Welt zu werden. Seine Herrschaft über die Materie soll ihn von ihr befreien. Ein banaler Irrtum, denn was er beherrscht, wird er niemals los.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 26)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die Reduzierung der Erfahrung von Welt auf eine Vernunft

„Die Reduzierung der Erfahrung von Welt auf eine Vernunft, die zweckmäßig sein muß, hat in ihren historischen Wirkungen jedoch etwas Gewalttätiges. Tatsächlich beruhen moderne Beziehungen vornehmlich auf Macht, auf einem „Funktionieren“, das ein Sichunterordnen von Personen ist, statt des Sichbeziehens auf Personen.

Diese Mechanisierung der Gesellschaft hat den Verbrechen, die zu allen Zeiten an den Menschen verübt wurden, in den beiden aufgeklärten Jahrhunderten ganz andere Maßstäbe ermöglicht und einer Inhumanität Raum gegeben, die den schönen Glauben an die Verbesserung des Menschengeschlechts aus der Selbstermächtigung des Individuums widerlegt.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 25)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die moderne westliche Gesellschaft

„Zweifellos hat das neue Denken die westliche Gesellschaft auch in einem nie gekannten Maß modernisiert. Das Mythenverbot der Aufklärung ermöglichte eine Rationalisierung, die die Gleichschaltung des Individuums in industrialisierte Arbeitsprozesse, in die technologische Erziehung und in seine Vereinzelung vor den Bildschirmen vorbereitete. Die Leugnung des Mythischen, das der Sinn ist, wie wir ihn in der Familie, in einer Lebensaufgabe und in der Erzählung unserer Biographie erfahren (und der allein uns frei machen kann), ist der Preis für diese Modernisierung.

Wahr („objektiv“) soll jetzt nur sein, was das Subjekt durch sein fehlerhaftes Rechnen und Messen beweisen kann, als sog. Szientismus ein zu hinterfragender Wissensglaube. Alles andere sei „subjektiv“ und könne keinen Anspruch auf Wahrheit erheben, also all das, was wir nicht anfassen (nicht „begreifen“) können, Liebe, Hoffnung und Freude, die Essenz unseres Daseins, ein geistiger Sinn unseres Lebens, der, weil wir ihn nicht beweisen können, aber deshalb kein blinder Glauben ist, weil wir ihn wissen, ein Glaubenswissen ist.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 25)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Dritte Reich, durchaus kein Unfall der Geschichte

„Im Lichte seiner philosophischen Voraussetzungen ist das Dritte Reich durchaus kein Unfall der Geschichte, sondern ein (wenn auch extremes) Kapitel, das sich in die Geschichte des Denkens bzw. in die Geschichte der Aufklärung einordnet.

Der Materialismus, der sich im Gefolge der Aufklärung erstmals aller Fesseln entledigen konnte, hat auch den Menschen zum Ding gemacht, das getötet werden darf. An die Stelle eines Ethos, das unveränderlich über den wechselnden Vernunftgründen steht, ist eine vernunftargumentierende und deshalb wechselnde Ethik getreten, die die Tötung von Menschen sogar als ethisch geboten darzustellen weiß und die im April 1945 mit dem Dritten Reich keineswegs verschwunden ist.

Diese ‚rationale Humanität‘ gehört zu den Grundlagen der entspiritualisierten westlichen Gesellschaften.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 21)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – So dass jeder Leser auch weiß, was er denken soll

Der Autor Markus v. Hänsel-Hohenhausen zitiert in seinem Buch „Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches“ auch Passagen aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. In der ersten Fußnote zur Quelle schreibt er folgendes:

„Hitler, Mein Kampf, S. 80 (Raubdruck), ich habe verschiedene Ausgaben des Buches benutzt, vor allem einen amerikanischen Raubdruck, der über das Internet bestellt werden kann. Die kommentierte Ausgabe von Christian Zentner war weniger ergiebig (München 2004, 17. Aufl.). Sie mutet dem Benutzer nur kleine Häppchen des in Deutschland verbotenen Buchs zu, stets eingebettet in Erläuterungen, so dass jeder Leser auch genau weiß, was er denken soll. Das Vertrauen in die Aufklärung, die das Subjekt als von Natur aus zum Selbstdenken befähigt festgestellt hat, auf dass es seine Unmündigkeit überwinde, ist offensichtlich nach 230 Jahren Aufklärung in Deutschland nicht allzu groß.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 17, Fußnote)

In Großbitannien, den USA und sogar in Israel ist der Druck und Verkauf des Buches übrigens vollkommen legal, so wie in vielen anderen Ländern dieser Welt.

Zitat: Angelika Neuwirth – Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung

„Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung ist auch ein uraltes Klischee. Der Stolz auf die Aufklärung, wenn er sich inzwischen allerdings auch etwas gelegt hat, verleitet immer wieder dazu, der westlichen Kultur gegenüber dem Islam einen erheblichen Vorsprung zuzumessen. In der islamischen Geschichte hat es zwar keine flächendeckende Säkularisierungsbewegung gegeben, dies aber deshalb nicht, weil Sakrales und Säkulares im Islam bereits nebeneinander existierten.

(Prof. Dr. Angelika Neuwirth, Deutsche Geistes- und Kulturwissenschaftlerin)

Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Die moderne westliche Gesellschaft und der Nationalsozialismus

„Die moderne westliche Gesellschaft und der Nationalsozialismus stellen sich demnach nicht als Gegensätze dar, sondern als eine sukzedierende Abfolge von Ausformungen von Säkularismus, Rationalismus und Materialismus. Der philosophische Ort des Nationalsozialismus befindet sich im Strom der Aufklärung. Drittes Reich und Gegenwart haben Grundsätzliches gemein: Sie sind entspiritualisiert, materialistisch, diktatorisch rational, […]

Die Ursprünge des Nationalsozialismus auch im Rationalismus der Aufklärung zu suchen, rührt an ein modernes Denkverbot, da er eigenes szientistisches, säkularisiertes Selbstverständnis und unser selbstgefälliges Gutmenschentum in Frage stellt.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 15)

Demokratie – Die Religion des Terrors?

von Yahya ibn Rainer

Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen.

(Al-Quran al-Karim, Sure al-Baqara, Ayah 191)

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