Archiv für den Monat: Januar 2018

Der Meinungswandel des Prof. Dr. de Laveleye (gest. 1892) über den Islam und die Muslime

Ich lese derzeit das 2-bändige Reisetagebuch „Die Balkanländer“ (1886) von Prof. Dr. Émile Louis Victor de Laveleye (gest. 1892 n. Chr.), einem äußerst renommierten belgischen Nationalökonomen und Universalgelehrten seiner Zeit.

Einer der Gründe, weshalb ich diese Lektüre auf mich nehme, ist mein erster Eindruck dieser Persönlichkeit, den ich in der Bandreihe (1903) des deutsch-französischen Islamkonvertiten Muhammad Adil Schmitz du Moulin gewinnen konnte.

Prof. Dr. de Laveleye begab sich auf seiner Balkanreise erstmals persönlich in Gefilde, in denen Muslime heimisch waren. Man merkt anfänglich, dass der Professor mit reichlich Vorurteilen im Gepäck sich auf diese Reise begab, Vorurteile, die sich aus zahlreichen abendländischen Pamphleten nährten, die (ähnlich wie heute) die Schuld am damals schon beginnenden Niedergang der muslimischen Zivilisation (Kranker Mann am Bosporus) eindeutig dem Islam (als Religion und Ordnungsprinzip) andichteten.

So schreibt de Laveleye, als er sich allmählich den bosnisch-muslimischen Siedlungsgebieten näherte:

Sind das vielleicht schon die Vorläufer der einstigen türkischen Provinzen, also der Barbarei, während doch der Weg nach Pest und Wien, das heißt nach der Zivilisation hin, in entgegengesetzter Richtung läuft?

Man wird im Verlaufe der weiteren Lektüre jedoch immer deutlicher der Tatsache gewahr, dass de Laveleye anscheinend mit absolut falschen Erwartungen in diese „muslimische Barbarei“ der ehemaligen türkischen Provinzen des Balkans zog. Sehr schnell, nämlich bereits bei Ankunft in der (zwischen Christen und Muslimen durch den Fluss Save) geteilten Grenzstadt Brod, sieht er sich gemüßigt, als bekennender Christ folgendes über den muslimischen Muezzinruf zu Papier zu bringen:

Das bosnische Brod besteht aus einer einzigen großen Straße, deren Häuser zum Schutze gegen die Überschwemmungen der Save auf Pfählen oder Dämmen ruhen.

Die ganz aus Holz erbaute Moschee wird von einigen Pappeln umgeben, und zu dem in roten, gelben und grünen Farbentönen schimmernden Minarett steigt eben der Muezzin oder Ausrufer hinauf, um aufzufordern zum Gebete des »Aksham« oder der Abenddämmerung, dem letzten des Tages.

Der Metallklang seiner Stimme dringt bis in die umliegenden Fluren, und es sind schöne Worte, die man da vernimmt; selbst bei dem Gedanken an Schillers »Glocke« ziehe ich diese Art der Verkündigung dem gleichförmigen Geläute der Glocken vor.

»Gott ist erhaben und allmächtig«, ruft der Muezzin. »Es gibt keinen anderen Gott als ihn und keinen anderen Propheten als Mohammed. Versammelt Euch im Reiche Gottes, an dem Orte der Gerechtigkeit. Kommt in die Wohnung der Glückseligkeit«.

Dies sollte nicht der erste positive Eindruck gewesen sein, den de Laveleye im weiteren Verlauf seines Reisetagebuches über den Islam und die Muslime auf dem Balkan zu Papier brachte.

In schaa Allah werde ich einen umfangreichen Beitrag verfassen, der all diese Äußerungen des Professors in Auszügen zur Verfügung stellt.

Ich freue mich schon.

Ibn Khaldun geht hart mit seinen Volksgenossen, den Arabern, ins Gericht

Der Universalgelehrte  Ibn Khaldūn (gest. 808 n.H.) geht in der legendären Muqaddimah zu seinem Geschichtswerk sehr hart mit seinen Volksgenossen, den Arabern, ins Gericht.

Hier nur einige wenige Auszüge, beginnend mit dem 25. Abschnitt des 2. Kapitels:

«Die Araber vermögen nur über flaches Land Obmacht zu erlangen. Das ist deshalb so, weil die Araber aufgrund ihrer wilden und ungebundenen Natur ein Menschenschlag von Räubern und Zerstörern sind, die alles plündern, was sie ohne Kampf und ohne sich einer Gefahr auszusetzen, bekommen können, […]

Länder, die von Arabern erobert wurden, ereilt alsbald der Ruin. Die Ursache hierfür ist darin zu suchen, dass die Araber ein wild und ungebunden lebendes Volk sind, bei dem die Gewohnheiten und Gebräuche dieser Lebensform fest verwurzelt sind. Sie ist für die Araber zur Wesensart und zweiten Natur geworden. Sie empfinden dies als sehr angenehm, da sie auf diese Weise dem Joch der Herrschaft entgehen und sich nicht politischer Autorität unterzuordnen brauchen. Eine solche Veranlagung ist das Gegenteil des zivilisierten Lebens und mit diesem unverträglich. […]

Ebenso liegt es in der Natur der Araber, andere ihres Besitzes zu berauben. Ihren Lebensunterhalt erwerben sie mit Hilfe ihrer Lanzen. Wenn es darum geht, Menschen ihr Eigentum fortzunehmen, gibt es für sie keine Schranke, vor der sie halt machen würden. Vielmehr rauben sie alles, was ihr Blick an Geld, Gütern und Geräten erspäht. […]

Des weiteren beauftragen sie die Handwerker und Gewerbetreibenden mit Arbeiten, für die diese keinen Gegenwert und weder Lohn noch Preis sehen. Die Arbeit aber ist, wie wir später ausführen werden, die Quelle und das eigentliche Wesen des Gewinns. Wenn nun die Arbeit entwertet wird und unentgeltlich erfolgt, schwinden die Hoffnungen auf Gewinn und ziehen sich die Hände von der Arbeit zurück. Die Bevölkerung flieht (aus der Stadt), und die Zivilisation geht schließlich zugrunde.

Auch kümmern sich die Araber nicht um gesetzliche Vorschriften oder fühlen sich veranlasst, die Menschen von Untaten abzuhalten und die einen vor den anderen zu schützen. Sie begehren lediglich das Eigentum der Menschen, das sie durch Raub und Schutzgeld an sich bringen. […]

Des weiteren rivalisieren die Araber untereinander um die Führerschaft. Kaum jemand wird die Macht einem anderen überlassen, es sei selbst der Vater, der Bruder oder ein bedeutender Mann der eigenen Sippe, und wenn, dann nur selten und widerwillig. Emire und (andere) Befehlshaber gibt es viele bei den Arabern. Für die Untertanen wechseln (nur) die Hände, die die Steuern einnehmen und die Gesetze schreiben. Die Zivilisation aber verfällt und geht zugrunde. […].»

Das ist längst nicht alles. Ibn Khaldun lässt beinah kein gutes Haar an seinen Volksgenossen. Doch es ist nicht aller Tage Abend, denn Ibn Khaldun schreibt bereits im 27. Abschnitt folgendes:

«[…] die Araber [sind] aufgrund ihres wilden und ungestümen Naturells unter allen Völkern am wenigsten bereit […], sich einander unterzuordnen, da sie roh, stolz und ehrgeizig sind und um die Führerschaft wetteifern. Nur selten kommen sie in ihren Wünschen überein. Doch wenn sie die Religion durch einen Propheten oder Heiligen erfahren, wirkt der Einfluß, der sie zu zügeln vermag, in ihnen selbst. Hochmut und Rivalität fallen dann von ihnen ab, und es wird für sie leicht, sich unterzuordnen und zueinander zu finden. Dies rührt von der sie umfangenden Religion her, die Grobheit und Stolz bei ihnen schwinden läßt und ihre Mißgunst und Rivalität in Schranken zwingt. […]»

Gewiss reichen hierzu nicht allein das Bekenntnis zum Islam, die äußerlichen Merkmale und die Verrichtungen der rituellen Pflichthandlungen. Der Islam muss allumfänglich verinnerlicht werden und sich durchweg im Handeln des Muslims zeigen, besonders im Umgang mit anderen Menschen.

Kurz gesagt: Keine oder zu wenige Muslime auf Friedens- und Anti-Terror-Demonstrationen

Es gibt hierzulande den weit verbreiteten Vorwurf gegen uns Muslime, dass wir uns nie oder nur selten (und dann mit geringer Beteiligung) an hiesigen Friedens- und Anti-Terror-Demonstrationen beteiligen würden.

Nun ja, bei mir ist es so: Bevor ich zum Islam konvertierte, war ich Mitglied in der DKP und nahm treu ergeben alljährlich am 1-Mai-Demontrationszug teil, für den Kommunismus.

Gott sei Dank, muss ich heute sagen, hat meine Teilnahme an diesen Demonstrationen der Sache keinerlei Erfolg beschert.

Das ist nun auch der Grund, warum ich nicht mehr an Demonstrationen teilnehme.

Weder bringen sie Frieden, noch besiegen sie den Terrorismus.

Zitat: Ali Pasha Mubarak über den Trickle-Down-Effekt

«Denn so wie die Reichen sich sehr anstrengen um viel Gewinn zu erzielen, so haben auch die Armen ihre Manieren ihr Brot zu verdienen und ihren Vergnügungen nachzugehen, je nach ihrer Situation.

Die Armen entsprechen in jeder Stadt ja immer den Reichen. Je größer die Stadt wird und je reicher die Reichen, nehmen auch die Existenzmöglichkeiten der Armen zu, denn indem sie überall Stellen haben und Dienste leisten, können sie mehrere Sachen zu gleicher Zeit verfolgen, was man nur sieht wenn man gut darauf acht gibt.»

– Ali Pasha Mubarak (gest. 1310 n.H.),
in seinem Buch ‚Alam ad-Dīn

Quelle: https://lesewerkarabisch.wordpress.com/2017/12/14/ali-mubarak-und-das-trickle-down-effekt

Zitat: Prof. Dr. Gustav Kafka über die negative Auswirkung einer finanziellen Arbeitslosenunterstützung (1949)

„Es ist hier natürlich nicht der Ort, konkrete Vorschläge zur Arbeitsbeschaffung zu machen; nur darauf muß hingewiesen werden, daß Arbeitslosenunterstützung ein sehr mangelhafter Ersatz für Arbeitsbeschaffung ist, weil sie in dem Unterstützungsempfänger eine geistige Einstellung erzeugt, die sich zum Bezug von Geld oder Gütern ohne eigene Gegenleistung für berechtigt hält.

Mit bedenklichen Folgen dieser Einstellung auf die Arbeitsmoral sind durch die Erfahrungen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zur Genüge bestätigt worden.“

(Gustav Kafka, Freiheit und Anarchie, ©1949, Seite 35)

Zitat: Murad Wilfried Hofmann – Islamische Emanzipation der Frau

«Es trifft zu, daß islamische Kleidung ihren Trägerinnen eine Würde verleihen kann, wie man sie im Westen mit langem Abendkleid verbindet. Dies – und die starke Position der Muslima in der Familie – bedeutet jedoch noch nicht, daß die Frau in muslimischen Ländern die Rolle einnimmt, die Koran und Sunna für sie vorgesehen haben. Man müßte blind sein zu übersehen, daß viele Frauen in der muslimischen Welt ihre islamische Emanzipation noch vor sich haben. Diese Welt ist mehr als ihr guttut Männerwelt geblieben.»

– Murad Wilfried Hofmann (geb. 1931),
ehemaliger Informationsdirektor der NATO und ehemaliger Deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, Muslim seit 1980