Ibn Hazm – Ist Arabisch die beste Sprache?

Ein Auszug aus „Al-Ihkaam fii Usuul al-Ahkaam“ von  Abū Muḥammad Ibn Ḥazm al-Andalusı̄. Aus dem Arabischen von Tariq Ibn Lahsan. Mit seiner freundlichen Genehmigung hier publiziert.

»Einige Leute bilden sich hinsichtlich ihrer Sprache ein, sie sei die beste aller Sprachen, was unsinnig ist, denn die Arten der Vorzüglichkeit sind bekannt. Sie kommt entweder durch Taten oder durch Auszeichnung zustande. Doch weder tut eine Sprache Werke, noch existiert ein Offenbarungstext über die Vorzüglichkeit einer Sprache gegenüber einer anderen.

Der Erhabene sagte:

„Wir entsandten keinen Gesandten außer mit der Sprache seines Volkes, damit er ihnen erklären möge.“ [14:4]

Und der Erhabene sagte:

„Wir haben ihn nur leicht in deiner Sprache gemacht, damit sie bedenken mögen.“ [44:28]

So gab uns der Erhabene Kunde davon, dass er den Qur’an nur deswegen auf Arabisch herabsandte, damit ihn sein Volk – Friede sei auf ihm – versteht und aus keinem anderen Grund. […]

Nun haben Leute gesagt: Arabisch ist die beste Sprache, weil das Wort Allahs des Erhabenen in ihr ist.

Ali [Ibn Hazm] sagte: Das ist unsinnig, da uns Allah der Erhabene unterrichtet hat, dass er keinen Gesandten entsandte, außer mit der Sprache seines Volkes und der Erhabene sagte:

„Und es gab keine Gemeinschaft, in der nicht ein Warner vorausgegangen wäre.“ [35:24]

Und der Erhabene sagte:

„Und er ist wahrlich in den Schriften der Früheren.“ [26:196]

So ist also das Wort Allahs und seine Offenbarung in jeder Sprache herabgesandt worden. Er sandte die Torah, das Evangelium und die Psalmen in hebräischer Sprache herab und sprach in ihr zu Musa – Friede sei auf ihm. Und auf Ibrahim – Friede sei auf ihm – sandte er die Schriften auf assyrisch herab. So sind die Sprachen in dieser Sache alle auf ein und derselben Stufe.«

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Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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