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Gestern Nacht ist einer meiner engsten, vertrautesten und geliebtesten Brüder verstorben

Gestern Nacht ist einer meiner engsten, vertrautesten und geliebtesten Brüder verstorben.

Inna lillahi wa inna ilaihi raji’un.

Jamal Kannstein war sein Name. Er war ein sehr besonderer Mensch für mich und mein Vater im Geiste. Besonders an unserer Beziehung zueinander war nicht nur eine ähnliche Sichtweise auf die Welt, Politik, Ökonomie und Gesellschaft, sondern auch das Jahr 1975. In diesem Jahr wurde ich geboren und Jamal nahm in diesem Jahr den Islam an, nachdem er in Kenia feierlich in einen Jemenitenstamm aufgenommen wurde.

Er sprach fließend Suaheli und war viel in der Welt herumgekommen. Sein Rat war mir heilig und seine Freundschaft konnte man mit Gold aufwiegen.

Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise der Familie. Mir wurde zugesichert, dass er friedlich einschlief und somit keine großen Schmerzen erleiden musste.

Einer meiner größten Wünsche ist, dass zu seiner Janaza (Mittwoch, den 27.01.2016 um 12:30 Uhr in der Al-Nour-Moschee / Hamburg) viele Muslime erscheinen werden. Er war sehr zurückhaltend und ist (als einer der frühen Muslime in D-Land) nie so bekannt geworden wie andere seiner Riege (wie Bubenheim, Mohamed Siddiq usw), die er aber alle persönlich kannte.

Ich habe ihn leider nie nach seinem Alter gefragt, aber er war über 70 Jahre und somit hatte er ein Alter erreicht, dass für ein Von-uns-scheiden genug diesseitige Erfüllung aufweisen konnte.

Ich persönlich trage den größten Trauer in mir, weil ich in den letzten Monaten (berufs- und familienbedingt) nur so wenig Zeit aufbringen konnte um ihn persönlich zu treffen, obwohl wir beide diese Treffen so sehr genossen haben.

Bitte macht Du’a für ihn, dass Allah gnädig mit ihm sei, ihn vor der Strafe im Grab bewahre und ihm ohne Umwege einen schönen Platz in Jannah al-Firdaws zuteil werden lässt.

Auszug aus Heinrich Heines Testament

„Obschon ich durch den Taufakt der lutherischen Konfession angehöre, wünsche ich nicht, daß die Geistlichkeit dieser Kirche zu meinem Begräbnisse eingeladen werde; ebenso verzichte ich auf die Amtshandlung jeder andern Priesterschaft, um mein Leichenbegängnis zu feiern.

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Auszüge aus „Für die Türkei“ von Prof. Dr. Robert Rieder (1861–1913)

„Die Sauberkeit, die dem Körper des türkischen Kranken in der Regel anhaftet, ist für den Krankenhausarzt eine sehr willkommene Beigabe. Auf Grund meiner Erfahrung sage ich mit Überzeugung, dass der arme Türke im Durchschnitt sauberer ist, denn der Deutsche. Ich kann diese Sauberkeit nicht besser illustrieren — und die Schwestern haben mir die Richtigkeit dieser Beobachtung bestätigt, — als damit, dass viele unserer deutschen Kranken äusserlich ganz sauber und manierlich gekleidet sind, je tiefer man aber an das Entkleiden geht, um so mehr — laxiate ognie speranza.

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3 mal Nicolás Gómez Dávila (VI)

„Die Resultate der modernen ‚Befreiung‘ lassen uns mit Wehmut an die abgeschaffte ‚bürgerliche Heuchelei‘ zurückdenken.“

„Zivilisation ist die Summe der inneren und äußeren Repressionen, die der formlosen Entfaltung eines Individuums oder einer Gesellschaft entgegengesetzt werden.“

 „Indem wir nicht immer vom Tod sprechen können, ist unser ganzes Gerede trivial.“

Buchauszug: Hermann Graf Keyserling – Die herbe Größe des Monotheismus (1919)

„Wenn ich vor den Grabdenkmälern der Kaiser und Heerführer stehe, deren mächtige Kuppeln wieder und wieder über die Trümmer des alten Delhi in den klaren Himmel hinausragen, und derweil des Verhältnisses gedenke, in dem der Muslim zu Tod und Ewigkeit steht, ist mir oft, als tönte aus deren Innern Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ hervor.

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Gedicht: Eduard Schulte – So ehrt der Islam wahren Ruhm

Aus dem Gedicht Bems Tod von Eduard Schulte (1823-1870)

— Als der Verrath das Heldenschwert
Ihm rang aus festgeballten Händen,
Hat er gen Mekka sich gelehrt,
Denn zur Türkei mußt‘ er sich wenden;
Da hat er unter’m Halbmond Schutz,
Beim Sultan Menschlichkeit gefunden,
Da hat er denn im festen Trutz
Den Turban um sein Haupt gewunden! —

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Mit Wilhelm Busch gesagt … Abschied

Die Bäume hören auf zu blühn,
Mein Schatz will in die Fremde ziehn;
Mein Schatz, der sprach ein bittres Wort:
Du bleibst nun hier, aber ich muß fort.

Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu,
Wo du auch bist, wo ich auch sei.
Bei Regen und bei Sonnenschein,
Solang ich lebe, gedenk ich dein.

Solang ich lebe, lieb ich dich,
Und wenn ich sterbe, bet für mich,
Und wenn du kommst zu meinem Grab,
So denk, daß ich dich geliebet hab.

(Wilhelm Busch)

Ein jüdischer Witz …

von Yahya ibn Rainer

Aufgrund meiner Recherche zum politischen Spektrum des Abendlandes, bin ich u.a. auf eine sehr interessante Monatszeitschrift gestoßen, die ich zur Zeit im Probe-Abo beziehe. Es ist ein recht konservativ eingestelltes Magazin, dass klar dem paläolibertären Spektrum zuzuordnen ist. Ich persönlich entwickle seit kurzem einen großen Gefallen daran diverse Publikationen aus diesem politischen Milieu zu lesen, da es in seiner Ablehnung der (vor allem demokratisch legitimierten) staatlichen Legislative, dem Standpunkt des sogenannten „Islamismus“ (den ich lieber als orthodoxen Islam bezeichnet wissen möchte) recht nahe kommt.

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Zitat: Andreas Abu Bakr Rieger – Gott ist tot

„Als ich vor beinahe 20 Jahren als Student europäische Muslime traf und sie mich nach meinen „Glaubensinhalten“ fragten, antwortete ich einigermaßen brüsk, meine Überzeugung sei, dass Friedrich Nietzsche mit seiner Feststellung „Gott ist tot“ recht habe.

Zu meiner Überraschung waren die Muslime aber nicht etwa provoziert, sondern antworteten, dass sei ja immerhin der erste Teil des muslimischen Glaubensbekenntnisses. Ich war natürlich überrascht, …“

(Andreas Abu Bakr Rieger, Weg mit dem Zins – Soziale Wirtschaft im Dialog der Religionen, Seite 34)