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Buchbesprechung: «Lust & Gunst – Sex und Erotik bei den muslimischen Gelehrten» von Ali Ghandour

Dieser Beitrag erschien zuerst auf ahlu-sunnah.com.

von Yahya ibn Rainer

Titel: Lust & Gunst / Band 1
Subtitel: Sex und Erotik bei den muslimischen Gelehrten
Autor: Ali Ghandour
Verlag:
Editio Gryphus, Hamburg © 2015
Umfang:
Taschenuch, 103 Seiten

Es gab zwei hauptsächliche Gründe, mir dieses Buch anzuschaffen. Der erste Grund war natürlich das Thema, welches m. E. sehr wichtig ist und leider (häufig aus falscher Scham und Prüderie) viel zu selten aufgegriffen wird. Der zweite Grund jedoch war der Autor.

Der gebürtige Marokkaner Ali Ghandour ist einigen Muslimen in Deutschland sicherlich ein Begriff, vor allem unter seiner Kunya Abu Bilal al-Maliki. Schon seit einigen Jahren macht er sich einen Ruf als Kämpfer gegen muslimische Strömungen, die hierzulande unter den Namen „Wahhabismus“ und „Salafismus“ bekannt sind. Er selbst folgt nach eigenen Aussagen der malikitischen Rechtsschule, ist Anhänger der ascharitischen Glaubenlehre und ein glühender Verteidiger des Tasawwuf (Sufismus) und seiner teils speziellen Konzepte.

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Buch: „Die Amerikanische Revolution, ein Fanal der Freiheit“ von Rose Wilder Lane & Jean Pierre Hamilius

11060093_816561378437331_6367694980419282180_nAm 1. Mai habe ich auf diesem Blog das Buch „The Discovery Of Freedom“ von Rose Wilder Lane angepriesen und Dank dem Mises Institute in Auburn/Alabama konnte ich auch das Werke als PDF ausfindig machen und auf meinen Blog hochladen. [Siehe hier >> http://www.al-adala.de/Neu/?p=1717]

Am 09. Mai konnte ich dann die deutschsprachige Übersetzung des Buches von der Post abholen. Es war recht schwer ein Exemplar dieser Übersetzung zu finden und zu erwerben. Anscheinend gab es nur eine einzige und relativ kleine Auflage im Jahre 1984.

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PDF: Rose Wilder Lane – The Discovery of Freedom

Rose Wilder Lane zählt – neben Ayn Rand and Isabel Paterson – zu den Gründungsmüttern der us-amerikanischen Libertären-Bewegung. In ihrem Buch The Discovery of Freedom (1943) befasst sie sich gewissermaßen mit der „Entdeckung der Freiheit“ im historischen Kontext.

Während sie im ersten Teil des Buches autoritäre, gelenkte und tyrannische Systeme darlegt, nutzt sie den zweites Teil des Buches, um die historischen Versuche freiheitlicher Revolutionen zu umschreiben. Interessant sind hier besonders die Kapitel „The First Attempt“ (ab Seite 73) und „The Second Attempt“ (ab Seite 82).

Mehr möchte ich eigentlich nicht dazu schreiben … außer, dass die Lektüre nicht nur Libertären, sondern gewiss auch einigen Muslimen gefallen könnte.

>> PDF: The Discovery of Freedom <<

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Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – So dass jeder Leser auch weiß, was er denken soll

Der Autor Markus v. Hänsel-Hohenhausen zitiert in seinem Buch „Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches“ auch Passagen aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. In der ersten Fußnote zur Quelle schreibt er folgendes:

„Hitler, Mein Kampf, S. 80 (Raubdruck), ich habe verschiedene Ausgaben des Buches benutzt, vor allem einen amerikanischen Raubdruck, der über das Internet bestellt werden kann. Die kommentierte Ausgabe von Christian Zentner war weniger ergiebig (München 2004, 17. Aufl.). Sie mutet dem Benutzer nur kleine Häppchen des in Deutschland verbotenen Buchs zu, stets eingebettet in Erläuterungen, so dass jeder Leser auch genau weiß, was er denken soll. Das Vertrauen in die Aufklärung, die das Subjekt als von Natur aus zum Selbstdenken befähigt festgestellt hat, auf dass es seine Unmündigkeit überwinde, ist offensichtlich nach 230 Jahren Aufklärung in Deutschland nicht allzu groß.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 17, Fußnote)

In Großbitannien, den USA und sogar in Israel ist der Druck und Verkauf des Buches übrigens vollkommen legal, so wie in vielen anderen Ländern dieser Welt.

Ludwig Ferdinand Clauss – Das großartige Gleichnis auf Tadmur (Palmyra)

von Yahya ibn Rainer

Es gibt Bücher, die hat man einmal gelesen und man weiß was drinsteht. Und dann gibt es Bücher, die liest man einmal und kann sie trotzdem wieder und wieder lesen und entdeckt jedes Mal eine neue Inspiration. Einige dieser Bücher sind bekannt, ja geradezu berühmt, und erfreuen sich einer großen Fangemeinde, andere wiederum – und das ist von meiner Warte aus besonders reizvoll – sind vollkommen unbekannt und verstauben in den Antiquariaten.

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Türken in Berlin 1871-1945

Türken in Berlin 1871-1945 – Eine Metropole in den Erinnerungen osmanischer und türkischer Zeitzeugen
von Ingeborg Böer, Ruth Haerkötter und Petra Kappert
©2002 by Walter de Gruyter GmbH & Co. KG Berlin, 374 Seiten
ISBN 3-11-017465-0

von Yahya ibn Rainer

Lesen? Das machte mir schon in der Grundschule keinen Spaß. Kaum hatte ich gelernt wie es geht, da fand ich es auch schon blöd und langweilig. Das zog sich so durch meine komplette Jugendzeit. Nichts ödete mich mehr an, als ruhig irgendwo zu sitzen und auf ein Blatt Papier zu starren. Lesen war für mich eine suspekte Handlung. Alle guten Bücher wurden sowieso irgendwann verfilmt, und einen Film anzuschauen war einfach gemütlicher.

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3 mal Nicolás Gómez Dávila (XVIII)

„Der geistige Aufstieg besteht nicht darin, allmählich von der Lektüre mittelmäßiger Bücher zur Lektüre hervorragender Bücher überzugehen, sondern plötzlich unfähig zu sein, mittelmäßige zu lesen.“

„Journalismus bedeutet, ausschließlich für die anderen zu schreiben.“

„Unsere Meinung über ein großes Buch ist ein Urteil, mit dem das Buch uns richtet.“

 

Buch: ‚Economic Concepts of Ibn Taimiyah‘ von Prof. Dr. Abdul Azim Islahi

Ich habe ja bereits einige Publikationen von Prof. Dr. Islahi auf diesem Blog bereit gestellt und es werden in schaa Allah noch einige folgen, jedoch eines seiner Werke ist nicht frei als PDF erhältlich. Es handelt sich hierbei um eine revidierte Fassung seiner Dissertationsarbeit von 1980, die er an der Aligarh Muslim Universität in Indien begann und unter Prof. Dr. Muhammad Nejatullah Siddiqi – damals Professor für Ökonomie – an der King Abdulaziz Universität in Jeddah / Saudi Arabien beendete.

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Materialien zur Geschichte der Wahaby – Inhaltsverzeichnis

buchtitelwahaby

Bemerkungen über die Beduinen und Wahaby,
gesammelt während seinen Reisen im Morgenlande
von dem verstorbenen Johann Ludwig Burckhardt
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Herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Entdeckung
des innern Africa.
Aus dem Englischen
Mit einer Karte
Weimar,
im Verlage des Großh. S. pr. Landes-Industrie-Comptoires.
1831.
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Hier übertragen ins digitale Format aus dem altdeutschen Original
im September / 2012
von Al-Adala.de
(ohne das Kapitel „Schilderung der Beduinenstämme“)
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Inhaltsverzeichnis:
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01. Kapitel – Einleitung (1/4) (2/4) (3/4) (4/4)

02. Kapitel – Von Saud’s Person und Familie (1/2) (2/2)

03. Kapitel – Regierung der Wahaby (1/1)

04. Kapitel – Verwaltung und Rechtspflege (1/3) (2/3) (3/3)

05. Kapitel – Staatseinkommen (1/2) (2/2)

06. Kapitel – Militärangelegenheiten der Wahaby (1/3) (2/3) (3/3)

07. Kapitel – Kriegsberichterstattung

07.1 Ghaleb, Scherif von Mekka, und der Türkische Pascha von Baghdad im Kriege mit den Wahaby. – Die heiligen Städte Mekka und Medinah werden von den Wahaby genommen.

07.2 Mohammed Aly, Pascha von Cairo, sendet seinen Sohn, Tusun Pascha, mit einer Türkischen Armee nach Arabien. – Thomas Keith, ein Schotte (er führte den Namen Ibrahim Aga), befehligt Tusun’s Mammelucken. – Unerschrockenheit dieses Anführers. – Ahmed Aga, mit dem Beinamen Bonaparte. – Die Türken nehmen Medinah und auch Mekka muß sich ergeben.

07.3 Mohammed Aly Pascha kommt aus Aegypten mit einer Türkischen Armee. – Er langt in Dschidda und Mekka an. – Er nimmt den Scherif Ghaleb gefangen und sendet ihn nach Cairo. – Ghaleb’s Truppen versammeln sich zu Taraba.

07.4 Die Begum-Araber werden von einem Weibe angeführt, welche die Türken für eine Zauberin halten; letztere werden bei Tarada geschlagen. – Mohammed Aly nimmt Gonfode. – Unzufriedenheit der Türkischen Truppen. – Saud’s Tod. – Sein Sohn Abdallah wird Oberhaupt der Wahaby.

07.5 Vertheilung der Türkischen Macht in Hebschaz. – Metzelei zu Bahra. – Mohammed Aly sendet seinen Sohn, Tusun Pascha, nach Medinah. – Die Türken werden von den Wahaby in Zohrán geschlagen. – Mohammed Aly marschirt von Mekka nach Byssel. – Die Wahaby werden daselbst geschlagen.

07.6 Der Sieg macht die Türken übermüthig. – Grausamkeit derselben. – Ihre Noth, auf dem Marsche von Beische. – Mohammed Aly kehrt nach Mekka zurück. – Er macht dem Abdallah Ibn Saud Friedensvorschläge.

07.7 Abdallah Ibn Saud rückt mit einer Armee nach Kasym. — Unterhandlungen zwischen ihm und Tusun Pascha. — Sie schließen Frieden. — Mohammed Aly kehrt nach Aegypten zurlück. — Er sendet seinen Sohn Ibrahim Pascha mit einer Armee, um den Krieg in Hedschaz zu erneuern.

Johann Ludwig Burckhardt alias Sheikh Ibrahim über die Wahaby

von Yahya ibn Rainer

buchtitelwahabyIch habe da ein wirklich wunderbares Fundstück aufgetan. Ein älteres Schriftwerk, übertragen aus der englischen Sprache, herausgegeben im Jahre 1831 zu Weimar. Der Buchtitel lautet „Bemerkungen über die Beduinen und Wahaby, gesammelt während seinen Reisen im Morgenland von dem verstorbenen Johann Ludwig Burckhardt“.

Zugegeben, der Buchtitel hat es in sich, von der Länge her, aber insbesondere auch vom Inhalt. Speziell für uns konvertierte Muslime ist die doch recht enorme Divergenz der historischen Schilderungen bezüglich dem Imam Ibn ‚Abd al-Wahhab sehr verwirrend. Anhänger und Feinde seiner Wirkungsgeschichte liefern sich schlimme Wortgefechte und man bekommt das Gefühl, dass nicht immer die Wahrheit mit im Spiel ist. Dass man mit diesem Werk eine Abhandlung in Händen hält, die vom Verfasser nur knapp 22 Jahre nach dem Ableben dieses islamischen Führers niedergeschrieben wurde, macht sie praktisch zu einen Zeitzeugnis dieser bewegten Epoche des Orients.

Jedoch gibt es noch einen weiteren Umstand, der die Schilderungen von Johann Ludwig Burckhardt, zumindest für mich persönlich, als glaubhaft gelten lässt. Denn dieser junge Mann, mit seiner aristokratischen Abstammung, seinem hervorstechendem Intellekt und bewundernswertem Mut, hat in kürzester Zeit nicht nur die arabische Sprache und islamische Religion erlernt, sondern bereiste fast das gesamte Morgenland und machte, für abendländische Verhältnisse, sensationelle Entdeckungen.

Geboren wurde er 1784 in Lausanne, im französischen Teil der Schweiz, von wo er allerdings im zarten Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern vor dem Grande Terreur der Französische Revolution flüchten musste. Exil fand er mit seiner Familie in Deutschland, wo er später auch in Göttingen und Leipzig studierte. Aufgrund seiner aristokratischen Herkunft und seines natürlichen Adels, war an eine berufliche Existenz in der alten Heimat, der französisch revolutionierten Schweiz, nicht zu denken, und so entschied er sich, im Alter von nur 22 Jahren, nach England überzusiedeln.

In London soll Johann Ludwig Burckhardt zwei sehr erfolglose und entbehrungsreiche Jahre verbracht haben, bevor er mit einem neuen Ziel der African Association beitrat. Dort ließ er sich nämlich mit der Aufgabe betrauen, im inneren Afrikas den Fluss Niger zu erforschen. Eine heikle und lebensgefährliche Expedition, die schon einige vor ihm mit dem Tode bezahlen mussten.

Knapp drei Jahre bereitete sich Burckhardt an der Universität zu Cambridge auf seine Abenteuer vor. Er erlernte die arabische Sprache, härtete sich körperlich ab und erlangte Grundwissen in den Bereichen Astronomie, Medizin, Chemie und Mineralogie. 1809 machte er sich dann auf den Weg, als Leiter der Expedition, die er ganz allein verwirklichen wollte. Getarnt als indischer Händler namens Sheikh Ibrahim ibn Abdullah machte er sich von Aleppo aus auf den Weg den Orient und Afrika zu erforschen.

Von diesem Moment an, bis zu seinem Ableben im Oktober 1817, machte Johann Ludwig Burckhardt einen großen Wandel durch. Er verfeinerte seine Arabischkenntnisse und verinnerlichte die islamische Glaubenslehre. Auf seinen Wegen durch den Nahen Osten entdeckte er für das Abendland die antike Felsenstadt Petra wieder (die Araber hatten Wissen von ihr, mieden sie aber wegen dem offensichtlichen Götzenkult der dort allgegenwärtig ist) und im Süden Ägyptens den Tempel von Abu Simbel.

burckhardtIrgendwann, während dieser Reisen, nahm er den Islam an und konnte sogar, drei Jahre vor seinem Tode, 1814 noch die große Pilgerfahrt nach Mekka verrichten. Er verfasste insgesamt 350 Bände mit Informationen und Forschungsergebnissen, die er testamentarisch an die Cambridge Universität vermachte. Ebenfalls verfügte er in seinem Testament, dass er nach islamischem Ritus auf einem muslimischen Friedhof begraben werden möchte. Als er am 15. Oktober 1817 in Kairo an den Folgen einer Ruhrerkrankung starb, wurde er dementsprechend auf einem Kairoer Friedhof islamisch bestattet. Noch heute ist sein Grab erhalten und wird sogar häufig von Muslimen und Nichtmuslimen besucht.

Der Text, den ich aus dem oben genannten Buch extrahiert habe, stammt also nicht nur von einem europäischen Abenteurer, sondern letzten Endes von einem Muslim, der in den letzten 8 Jahren seines Lebens wahrscheinlich mehr vom Orient gesehen hat, als jeder von uns in seinem bisherigen und weiteren Leben. Dieser Bericht Ibrahims, so sein islamischer Name, „über die Wahaby“ wird wohl beiden Parteien nicht uneingeschränkt schmecken, weder den Anhängern, noch den Feinden des Ibn ‚Abd al-Wahhab. Ich erhebe allerdings auch nicht den Anspruch, mit diesem Bericht die letztgültige Wahrheit ans Licht gebracht zu haben, es ist eben nur ein weiterer und ggf. neutralerer Blickwinkel auf die Geschichte.

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