Auszug: Albert Einstein über die Partei Netanyahus

Als Albert Einstein, einer der wohl größten Physiker der Neuzeit, im Dezember 1948 das erste mal die USA bereiste, verfasste er mit anderen jüdischen Intellektuellen (u.a. Hannah Arendt und Sidney Hook) einen Brief, den er von der New York Times publizieren ließ.

Inhalt dieses Briefes war eine Offenlegung der politischen Verhältnisse im neu gegründeten Staat Israel. Insbesondere die politische Geschichte und Richtung der Revisionisten, die damals durch Menachem Begin und seine neu gegründete Herut-Partei vertreten wurde, war Ziel seiner Kritik. Die Herut-Partei wurde 1988 in Likud umbenannt und ist seit 2009, mit Benjamin Netanyahu als Parteichef und Ministerpräsident, als Regierungspartei in Israel an der Macht.

Hier einige Auszüge aus diesem Brief:

„Eines der beunruhigendsten politischen Phänomene unserer Zeit ist die Entstehung der ‚Freiheitspartei‘ (Tnuat HaHERUT) im neu gegründeten Staat Israel, einer politischen Partei, die in ihrer Organisation, ihren Vorgehensweisen, ihrer politischen Philosophie und ihrem sozialen Anspruch den Parteien der Nazis und der Faschisten sehr ähnlich ist. […]

Sie haben eine Mischung aus Ultranationalismus, religiösem Mystizismus und rassischer Vorherrschaft gepredigt, … sie haben Berufsverbände nach dem Vorbild der italienischen Faschisten vorgeschlagen, in denen faktisch die Kapitalisten das Sagen haben. […]

Im Lichte der vorangegangenen Darlegungen ist es unbedingt notwendig, dass die Wahrheit über Mr. Begin und seine Bewegung in diesem Land publik gemacht wird. Es ist umso tragischer, als dass die oberste Führung des amerikanischen Zionismus sich geweigert hat, gegen Begins Unternehmungen vorzugehen“

(New Palestine Party; New York Times, 04. Dezember 1948, Briefe; S.12)

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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