Buchauszug: Ibn Khaldun – Über die Salaf

„Sie waren die besten der islamischen Gemeinde, und wenn wir sie zur Zielscheibe von Verleumdung machen würden, wer wäre es dann, der sich durch Rechtschaffenheit auszeichnet? Der Prophet sagte: Die besten Menschen sind die meiner Generation, dann diejenigen, die ihnen folgen. – (Er wiederholte dies) zweimal oder dreimal. – Dann wird sich die Falschheit verbreiten. So stellte er das Gute, welches die Rechtschaffenheit ist, als besondere Eigenschaft der ersten und der ihr folgenden Epoche fest.

Hüte dich davor, deine Seele oder deine Zunge daran zu gewöhnen, sich einem von ihnen entgegenzustellen, und lasse in deinem Herzen keine Zweifel aufkommen an irgendeiner Sache, die sich im Hinblick auf diese Menschen ereignet hat. Suche für sie Wege und die Art und Weise der Wahrheit, soweit du es vermagst, denn sie haben es am meisten verdient. Sie waren nie verschiedener Meinung, es sei denn, auf der Basis von einem Beweis. Sie töteten nicht und wurden nicht getötet, außer in einem Jihad oder um die Wahrheit aufzudecken. Im Zusammenhang damit musst du auch bedenken, dass ihre Meinungsverschiedenheiten eine Wohltat waren für diejenigen von der Glaubensgemeinschaft, die nach ihnen kamen, auf dass jeder dem Beispiel des von Ihm Erwählten folgen und ihn zu seinem Imam, Leiter und Wegführer machen kann.

Wenn du dies verstehst, wird der Plan Gottes in Seiner Schöpfung und in den durch Ihn entstehenden Dingen klar.“

(Ibn Khaldun, Die Muqaddima, neu übersetzt von Alma Giese, Seite 224-225)

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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