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Auszug: Ewa Zajaczkowska – Wo waren denn die deutschen Männer?

Man kann zu dieser Aussage von Frau Zajaczkowska inhaltlich stehen wie man will. Vor allem die plakative Verallgemeinerung „von den Muslimen“ ist sicherlich unreflektiert – wir reden bei den Horden von Auto- & Altmetalldieben aus Polen ja auch nicht von den Katholiken, aber der letzte Satz regt auf jeden Fall zum Grübeln an.

«[Es] scheint mir, dass sich die Deutschen im Zuge der allgegenwärtigen Propaganda einer Gehirnwäsche unterzogen und von ihren traditionellen, konservativen Werten verabschiedet haben, sodass ein neuer Typus des modernen Deutschen entstanden ist, der für alles Toleranz aufbringt und die Multikulti-Politik unterstützt.

Sinnbildlich hierfür sind die Frauen, die am Kölner Hauptbahnhof belästigt und vergewaltigt worden sind, aber schon wenige Tage später mit Blumen in den Händen weitere Flüchtlinge begrüßten. Das zeigt doch nur, wie grotesk und dumm eine Politik der für alle offenen Grenzen ist. Außerdem frage ich mich: Wo waren denn die deutschen Männer, als ihre Frauen von den Muslimen beraubt und vergewaltigt worden sind?»

[Ewa Zajaczkowska, studierte Lehrerin für Geschichte und Sozialkunde sowie führendes Mitglied der polnischen KORWiN-Partei (Koalition der Erneuerung der Republik Freiheit und Hoffnung) in einem Interview mit dem Magazin eigentümlich frei, Nr. 160, Seite 37]

Kurz gesagt: Es gibt zwei Arten von Predigern, die die Meinungsvielfalt des Fiqh darlegen

von Yahya ibn Rainer

Es gibt m.E. zwei Arten von Predigern, die ihren Zuhörern die Meinungsverschiedenheiten in den Angelegenheiten des Fiqh darlegen.

1. Diejenigen, die gefestigt sind und ihrem Standpunkt treu bleiben, jedoch um die gewaltige Meinungsvielfalt im Islam wissen und dieses Wissen vermitteln wollen, um den Extremismus in dieser Sache unter den eigenen Zuhörern zu bekämpfen.

2. Die Wankelmütigen, die im Nachlassen begriffen sind und sich auf diese Weise für ihren Wandel rechtfertigen (wollen), indem sie speziell in solchen Angelegenheiten die Meinungsverschiedenheiten thematisieren, die an ihrem Wandel neuerdings zu erkennen sind.

Einmal abgesehen vom Grad der Aufrichtigkeit, der diesen beiden Predigertypen innewohnt, ist auch die Wirkung zu beachten, die durch das persönliche Vorbild zustande kommt. Der Erstere gibt ein Beispiel für Standhaftigkeit und Toleranz, der Zweite liefert lediglich Rechtfertigungen für (s)ein Nachlassen und fördert die Inkonsequenz.

Und dann gibt es natürlich noch diejenigen Prediger, die gefestigt sind und ihrem Standpunkt treu bleiben, aber dabei die Meinungsvielfalt vollkommen außer Acht lassen. Durch ihre Engstirnigkeit im Umgang mit anderen Meinungen, befeuern sie (wenn auch ungewollt) den Extremismus ihrer Zuhörer, der im Resultat einen noch größeren Schaden in sich bergen kann, als das gerechtfertigte Nachlassen der Inkonsequenten

Und Allah weiß es am besten …

Auszüge aus „Türke, wehre dich !“ von Dr. Hans Barth (1898)

„Gibt es irgend in der Welt, nicht bloss im Orient, ein Volk von Gentlemen, so ist dies das türkische. Jeder Kenner dieser braven, liebenswürdigen, grundehrlichen und dafür von aller Welt verlästerten und verleumdeten Nation, wird dies unterschreiben, auch wenn der Chorus der internationalen Langohren sein angelerntes Anathema schreit. Tatsächlich gibt es kaum eine Staats- und gesellschafterhaltende Tugend, die dem Türken — insbesondere dem anatolischen — nicht eigen wäre: Herzensgüte und Ehrlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe, demokratischer Gleichheitssinn und unbedingte Loyalität gegen die Regierung, so drückend die staatliche Notwendigkeit auch auf ihm lasten möge, endlich natürlicher Anstand und Mässigkeit und eine von der Religiosität nicht in Banden gehaltenen Intelligenz. Welch hohe Lebensweisheit, welch sittlicher Ernst, welches Gemüt spricht nicht schon aus den teilweise sogar aus vorislamscher Zeit stammenden türkischen Sprüchwörtern: „Wer von der Lüge sich entfernt, der nähert sich Gott.“ — „Mann ist, wer sein Wort hält.“ — »Tue das Gute, und wirf es ins Meer; sieht es der Fisch nicht, so sieht es der Herr.“ — „Tue Gutes denen, die dir Böses antun, so wirst du bei Gott Gnaden finden“ u. s. w, Maximen, denen der gute Moslim in seinem Wandel weit eifriger nachzuleben pflegt, als der Christ den ähnlich lautenden Befehlen Jesu. […]

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Buchauszug: Hermann Graf Keyserling – Überlegene Toleranz (1919)

„Die Unvornehmheit des typischen buchstabengläubigen Christen beruht auf seiner plebejischen Bangigkeit. Die Gegenprobe anzustellen fällt nicht schwer: die ursprünglichen Calvinisten haben sich im selben Sinn für auserwählt gehalten, wie die Muslime, und unter ihnen sind zweifelsohne die überlegensten Typen zu finden, welche die Christenheit hervorgebracht hat. Zwar waren sie nie so vornehm, wie die Muslime; sie waren eben deshalb auch intolerant.

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Buchauszug: Erik von Kühnelt-Leddihn – Der Reichscharakter des Osmanischen Reiches

„All dies deutet aber darauf hin, daß Demokratie und Nationalismus nicht sakralen Charakter haben, sondern rein humane, horizontal ausgerichtete ‚geozentrische‘ Populismen sind. Ein Reich hat zwar eine geographische Ausdehnung, einen Bereich, aber es ist trotzdem vertikal, also letztendig religiös ausgerichtet und hat durch das übersinnliche Element eine universale Aufgabe. Das zeigt sich selbst im außerchristlichen Raum, so z. B. im ottomanischen Kaiserreich, dessen Sultan der Nachfahre der byzantinischen (‚oströmischen‘) Kaiser war und zudem cäsaropapistisch das Amt des Kalifen innehatte. Die alte Türkei war ein echter Vielvölkerstaat, liberal und tolerant in so mancher Hinsicht.

Doch mit der jungtürkischen Bewegung kamen die ersten nationaldemokratischen Einflüsse und damit auch unter ihrem schönen Motto ‚Einheit und Fortschritt‘ (Ittihat ve Terakki) das größte aller Armeniermassaker. Als meine Großeltern geboren wurden, gehörten zur Türkei zumindestens theoretisch Länder wie Tunis, Libyen, Ägypten, der Sudan, der Yemen, der Irak, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Nordgriechenland und Kreta. Heute ist die Türkei eine typische Nationaldemokratie (mit militäischen Zwischenspielen), laizistisch, aber aus nationalen Gründen ohne Platz für den Nichtmoslem. Konstantinopel war eine kosmopolitische Weltstadt, Kapitale eines Reiches, heute aber ist Istanbul eine große türkische Provinzstadt am Rande einer Republik.“

(Erik von Kühnelt-Leddihn, Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees, Seite 248-249)