Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – Das Verbrechen aus Prinzip

„Der kategorische Imperativ der Aufklärung kann dem Verbrechen also keinen Einhalt gebieten: Wenn das Verbrechen aus Prinzip geschieht, wird es selbst zum kategorischen Imperativ. Nichts konnte den Menschen und nichts kann ihn bis heute an Handlungen hindern, die er kraft seiner Intelligenz als vernünftig zu begründen weiß.

Ein echtes Ethos bewirkt aber genau dies. Es ist auch bindend, wenn ihm das ideologische, politische, wirtschaftliche oder ein beliebiges anderes Kalkül widerstreitet. Ein Ethos, das das Leben schützt, kann irrational sein, Ethik dagegen rationalisiert die Gesellschaft. […]

In den beiden aufgeklärten Jahrhunderten wurde fast jede nur vorstellbare Gewalttat und Pervertierung sittlicher Vorstellung Wirklichkeit – von Vernunftsgründen gerechtfertigt. Weil das natürliche Empfinden sich auf Greueltaten, trotz angeführter rationaler Gründe, d.h. auf das Fehlen eines Ethos, dennoch nicht einzustellen vermochte, kam die Vorstellung auf von der „Würde des Menschen“.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 28-29)

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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