Kurz gesagt: Ein Akt von tückischer Selbstgefälligkeit

von Yahya ibn Rainer

Es ist ein Akt von tückischer Selbstgefälligkeit, wenn man auf andere Muslime herabschaut, nur weil sie der einen oder anderen Sünde verfallen sind.

Diese Hybris geht bei einigen sogar so weit, dass sie dazu neigen diesen Sündern den wahren Glauben abzusprechen. Aus dieser kranken Sichtweise resultieren dann auch solch tödliche Angriffe auf Discotheken, Konzerte, Weihnachtsmärkte und andere öffentliche Festivitäten oder Plätze, weil man denkt, dass man damit „nur“ Ungläubige und Sünder zu Tode bringt.

Letzten Endes jedoch ist die eigene Fähigkeit, sich bestimmter Sünden zu enthalten, kein Garant für einen wahren, vollständigen und aufrichtigen Iman, denn einen enthaltsamen Lebensstil können auch Mönche, Sadhus und Asketen aus allen möglichen Religionen pflegen, ja sogar Atheisten sind im hohen Maße dazu befähigt.

Und so schrieb auch Imam ibn Tamiyyah – Allah sei ihm gnädig – folgendes über die Sünder:

«Es könnte sein, dass eine Person, die die Liebe [gegenüber Allah und Seinem Gesandten] inne hat, zu falschen Gelüsten hinsichtlich seines Bauches und Geschlechtsteiles und dem Ausgeben von Besitz dafür neigt. Aufgrund dessen, was er an Liebe und Religiosität inne hat, liebt er die Wahrheit und deren Leute und respektiert sie. So siehst du viele von denen, die ihren Gelüsten folgen, dass in ihnen das an Liebe zu Allah und Seinem Gesandten ﷺ vorhanden ist, was bei vielen enthaltsamen Dienern nicht vorhanden ist, so wie der Prophet ﷺ hinsichtlich der Person, die viel Alkohol trank, sagte: „Verflucht ihn nicht! Denn er liebt Allah und Seinen Gesandten.“»

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.
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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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