Kurz gesagt: Die Egozentrik der religiösen Strenge

Wisst ihr was ich schade finde?

In meinen jetzt fast 10 Jahren als Muslim habe ich zahlreiche muslimisch-religiöse Werdegänge mitverfolgen können. Besonders bei Konvertiten und Revertiten fällt mir auf, dass sie sich nach einiger Zeit gewissermaßen religiös einpendeln bzw. mit dem Diesseits wieder erden.

Viele lassen in diesem Zusammenhang in ihrer Strenge und Kompromisslosigkeit nach. Dies ist in vielerlei Hinsicht natürlich zu befürworten, allerdings beginnen die meisten damit anscheinend erst, wenn sie für sich selbst das Bedürfnis danach verspüren. Ihre Strenge anderen gegenüber bleibt also genau so lange erhalten, bis sie selbst ihrer eigenen Strenge nicht mehr gerecht werden können.

Dies finde ich schade und ehrlich gesagt auch ungerecht. Es gibt leider nur wenige Muslime, die diesen Wandel in der religiösen Strenge nur anderen gegenüber vollziehen, während sie sich selbst gegenüber streng bleiben können.

So siehst du also nur wenige Muslime, die anderen das Kürzen des Bartes gestatten, ohne es bei sich selbst zu tun, oder die es anderen gestatten Musik zu konsumieren, ohne selbst damit anfangen zu müssen.

Dieser Egozentrismus ist meines Erachtens eines der großen Probleme der Ummah heutzutage.

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Ein Gedanke zu „Kurz gesagt: Die Egozentrik der religiösen Strenge

  1. Stimmt. Aber das liegt daranwagst man vor 10 Jahren solche solche Prediger hatte die so gepredigt haben. Jetzt merkt man das diese selbst sich ändern oder auch nicht. Da heißt wir hatte nur Nachahmer und keine selbstdenker. Irgendwann habe ich selber angefangen zu denken dann Kamm Abdul adhim und durch ihn habe ich gesehen wieviel Sunna Muslime haben. Er wurde mit soviele Namen belegt obwohl er Beweise und Gelehrte genannt hat.

    Wir sollte Geduld haben und es werden neue Teenager kommen die Verständnis haben.

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