Schlagwort-Archive: Paris

Buchauszug: Oswald Spengler – Die Befreiung des magischen Menschentums durch den Islam

«Dies allein erklärt die ungeheure Vehemenz, mit welcher die durch den Islam auch künstlerisch endlich befreite und entfesselte arabische Kultur sich auf alle Länder warf, die ihr seit Jahrhunderten innerlich zugehörten, das Zeichen einer Seele, die fühlt, daß sie keine Zeit zu verlieren hat, die voller Angst die ersten Spuren des Alters bemerkt, bevor sie eine Jugend hatte.

Diese Befreiung des magischen Menschentums ist ohnegleichen. Syrien wird 634 erobert, man möchte sagen erlöst; Damaskus fällt 635, Ktesiphon 637. 641 wird Ägypten und Indien erreicht, 647 Karthago, 676 Samarkand, 710 Spanien; 732 stehen die Araber vor Paris.

So drängt sich hier in der Hast weniger Jahre die ganze Summe ausgesparter Leidenschaft, verspäteter Schöpfungen, zurückgehaltener Taten zusammen, mit denen andre Kulturen, langsam aufsteigend, die Geschichte von Jahrhunderten füllen konnten.

Die Kreuzfahrer vor Jerusalem, die Hohenstaufen in Sizilien, die Hansa in der Ostsee, die Ordensritter im slawischen Osten, die Spanier in Amerika, die Portugiesen in Ostindien, das Reich Karls V., in dem die Sonne nicht unterging, die Anfänge der englischen Kolonialmacht unter Cromwell – das alles sammelt sich in der einen Entladung, welche die Araber nach Spanien, Frankreich, Indien und Turkestan führte.»

(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Seite 276)

Herr Ranft, was meinen Sie denn zu den Anschlägen in #Paris?

von Yahya ibn Rainer

Ich möchte keinen Roman daraus machen. Ich verabscheue das gesellschaftliche Klima hier in Europa, wenn Vorfälle solcherart – wie nun in Paris – geschehen. Weltweit sterben tagtäglich Menschen durch die Hände anderer Menschen. Buddhisten metzeln in Burma, Christen metzeln Zentralafrika, Uganda, Südsudan usw., Alawiten metzeln in Syrien, Schiiten metzeln im Irak, Kommunisten metzeln in Nordkorea, Kolumbien und in Anatolien usw. usf., aber niemand erwartet von ihnen hierzulande immer und immer wieder eine Distanzierung.

Dass die muslimischen Täter häufig – oder eigentlich fast immer – Resultate der hiesigen Gesellschaft sind, wird ausgeblendet, und auch, dass Tragödien, wie diese in Paris, an anderen Orten dieser Welt fast täglich passieren, nicht selten sogar unter Beteiligung unserer Staaten (Zivile Opfer durch Drohnenkrieg, Luftschläge usw.)

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ISIS vs. Frankreich: Wenn Terror die historische Grundlage eines Staates ist

von Yahya ibn Rainer

Nach den Anschlägen von Paris ist die halbe Welt aus den Fugen geraten. Der IS a.k.a. ISIS a.k.a. Daesh ist in aller Munde und vielerorts streitet man darüber, ob es sich bei diesem Gebilde nun wirklich um einen „Staat“ oder eher um eine „Terrororganisation“ handelt. Dabei muss man sich diese Frage gar nicht erst stellen, denn das eine schließt das andere nicht zwingend aus. Ein guter Beweis dafür ist bemerkenswerterweise Frankreich – das Opfer der kürzlichen Angriffe des IS – und seine republikanische Entstehungsgeschichte.

Wie wir alle wissen, ist die heutige Französische Republik das Resultat der Französischen Revolution, die vor etwa 225 Jahren eingeläutet wurde. Ein Mitinitiator und führender Kopf dieser Revolution war der Franzose Maximilien de Robespierre, den ich einleitend hier gerne zitieren möchte:

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