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Buchauszug: Al-Turtushi -Besserer militärischer Schutz ohne staatlichen Sold

«Ich hörte einige andalusische Shuyukh, die teils aus der Armee [arab.: jund] stammten, teils nicht, sagen: Die Muslime blieben ihren Feinden überlegen und die Stellung ihrer Feinde war schwach und miserabel, solange man das Land den Soldaten als Iqṭāʿ [deutsch: Lehnsgut] überließ. Diese zogen Nutzen daraus und behandelten die Bauern rücksichtsvoll, wie ein Kaufmann seine Ware.

So gedieh das Land, die Einkünfte flossen reichlich, es gab einen Überfluss an Soldaten, und an Verpflegung und Waffen war mehr als nötig vorhanden. Das ging so, bis Ibn Abi ‘Amir in seinen letzten Tagen den monatlichen Heeressold wieder einführte, das Geld mit Gewalt einzog und Steuerbeamte auf das Land schickte, um die Steuern einzutreiben.

Doch diese (Steuerbeamten) fraßen die Untertanen auf, unterschlugen ihr Geld und führten sich anmaßend gegen sie auf. Da flohen die Untertanen und konnten das Land nicht länger bebauen, worauf die Steuern, die der Sultan erhielt, sich verminderten, das Heer schwach wurde und der Druck der Feinde gegen das Land der Muslime sich verstärkte; schließlich eroberten die Feinde sogar einen Großteil des Landes.

So blieben die Muslime schwach und ihre Feinde überlegen, bis die „Verschleierten“ [Almoraviden /al-Murābiṭūn] nach Spanien kamen und das Iqṭāʿ wieder einführten, wie es früher gewesen war.»

(Abu Bakr Muhammad at-Turtushi, gest. 520 n.H., in Siraj al-Muluk fi Suluk al-Muluk / Übersetzung von Bernhard Lewis/Hartmut Fähndrich in Der Islam in Originalzeugnissen – Religion und Gesellschaft, Verlag Edition Erdmann, 2005, Seite 142f / leicht von mir redigiert)

Ibn Hazms Bericht über die Fitna des jungen andalusischen Prinzen

[Erstmals publiziert am 27.12.2013]
von Yahya ibn Rainer

In letzter Zeit häufen sich die Fragen junger Muslime zum Thema Homosexualität und die Liebe zum eigenen Geschlecht. Überall wo ich die Gelegenheit bekomme, versuche ich das Thema ein wenig anders zu beleuchten als es eigentlich üblich ist. Besonders wichtig ist für mich in dieser Hinsicht, junge Muslime mit einer homosexuellen Neigung nicht abzuschrecken, sondern ihnen Mut zu machen.

Eine solche Neigung ist eine Prüfung. Für sündhafte Gedanken und Begierden werden wir nicht bestraft, sondern lediglich für die sündhaften Handlungen, die aus solchen Gedanken und Begierden entstehen können.

Es gibt in einer Schrift des andalusischen Großgelehrten Ibn Hazm einen interessanten Bericht, der ihm von einem Wesir des damaligen Khalifen `Abd ar-Rahman ibn al-Hakam zugetragen wurde. Mit diesem Bericht möchte ich hier gern aufzeigen, dass am Ende nicht die Neigung zählt, sondern die Willensstärke im Gehorsam dem Schöpfer gegenüber.

Hier also der Bericht Ibn Hazms, zu finden in der deutschsprachigen Übersetzung seines Werkes ṭauq al-ḥamāma fī l-ulfa wa-l-ullāf (Das Halsband der Taube) von Max Weisweiler:

Abul `Abbas al-Walid ibn Ghanim erzählt, dass der Kalif `Abd ar-Rahman ibn al-Hakam einmal anlässlich eines seiner Kriegszüge für etliche Monate von dannen zog und seinem Sohne Muhammad, der nach ihm das Kalifat bekleidete, den Zutritt zum Schloss verbot.

Er bestimmte die Dachterrasse als seinen Aufenthaltsort, ließ ihn dort übernachten und auch tagsüber wohnen und erlaubte ihm durchaus nicht, das Dach zu verlassen. Jede Nacht gab er ihm einen Wesir und einen Offizier bei, die mit ihm auf dem Dach übernachten sollten.

Abul `Abbas sagte:

„In dieser Weise verbrachte er geraume Zeit, und er, der schon etwa zwanzig Jahre alt war, hatte seine Angehörigen lange nicht gesehen, bis gleichzeitig, als ich einmal meinen Nachtdienst bei ihm hatte, ein Offizier an der Reihe war, der noch jung war und ein sehr schönes Antlitz hatte.

Ich sprach zu mir: ‚Ich befürchte, dass Muhammad ibn `Abd ar-Rahman heute Nacht dadurch ins Verderben gestürzt wird, dass ihn die Sünde anficht, der Satan ihm seine Trugbilder vorgaukelt und er ihm Folge leistet.‘

Dann nahm ich mein Bett an die äußere Seite des Daches. Muhammads Platz befand sich indessen an der inneren Seite, von der man auf den Harem des Kalifen hinuntersehen konnte, während der des Offiziers am anderen, in der Nähe des Aufgangs befindlichen Ende war.

Ich beobachtete ihn nun aufmerksam die ganze Zeit, während er glaubte, dass ich bereits eingeschlafen sei, und nicht merkte, dass ich ihm zusah.

Als ein Teil der Nacht verstrichen war, sah ich, dass er sich erhoben hatte und eine kleine Weile aufrecht sitzen blieb. Dann betete er um Schutz vor dem Teufel und legte sich wieder auf sein Lager. Nach einiger Zeit erhob er sich wieder, zog sein Hemd über und setzte sich sprungbereit hin. Dann zog er es wieder aus und legte sich abermals zu Bett, bis er sich zum dritten Mal erhob, sein Hemd anzog, die Füße aus dem Bett heraushängen ließ und eine Zeitlang in dieser Lage verharrte.

Darauf rief er den Offizier beim Namen. Als er ihm antwortete, sagte er ihm: ‚Gehe vom Dach hinunter und bleibe auf der darunter befindlichen Vormauer!‘ Gehorsam seinem Befehl erhob sich der Offizier.

Als er hinuntergegangen war, stand Muhammad auf, schloss die Tür von innen zu und ging wieder ins Bett.

Von jener Zeit an wusste ich, dass Allah es gut mit ihm meinte.“

Der besondere Traum des Mystikers Muhyi d-Din Ibn Arabi

Der folgende Auszug stammt aus dem Werk Die Zahiriten – Ihr Lehrsystem und ihre Geschichte (1884) des Orientalisten Dr. Ignaz Goldziher, der als Mitbegründer der modernen abendländischen Islamwissenschaft gilt.

„Der Codex, den die herzogliche Gothaer Bibliothek von Ibn Hazm’s Abhandlung über die Nichtigkeit des Kijas und des Ra’j etc. besitzt, wird auf die Ueberlieferung Ibn ‘Arabi’s zurückgeführt, dem wir also die Erhaltung dieses zusammenfassenden Grundwerkes über die Principien der Zahirschule verdanken.

In der Einführung dieses Werkchens erzählt er folgenden Traum:

„Ich sah mich im Dorfe Saraf bei Sevilla, dort sah ich eine Fläche, aus welcher eine Anhöhe hervorragte. Auf dieser Anhöhe stand der Prophet, und ihm entgegen kam ein Mann, den ich nicht kannte; die beiden umarmten sich so fest, dass sie in einander aufzugehen und zu einer Person zu werden schienen. Grosser Lichtglanz verbarg sie vor den Augen der Menschen.

„Möchte ich doch wissen“ dachte ich „wer dieser fremde Mann sei?“

Da hörte ich sagen: „Dies ist der Traditionsgelehrte ‘Ali ibn Hazm“.

„So gross ist also – dachte ich, nachdem ich erwacht war – der Werth der Tradition“.

Ich hörte vordem nie den Namen Ibn Hazm’s. Einer meiner Sheykhe den ich darüber befragte, theilte mir mit, dass dieser Mann eine Capacität auf dem Gebiete der Traditionswissenschaft sei.“

Gedicht: Heinrich Beitzke – König Hakeins Traum

Auf dem Dache des Alkazars,
Unter schatt’gen Palmenbäumen,
Pflegte Abends König Hakem
Gern im Ramadan zu säumen.

Hinter der Morena Gipfeln
Gleitet jetzt die Sonne nieder
Und ihr ausgegoß’nes Glutmeer
Strahlt an Iaens Bergen wider.

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Buchauszug: Ibn Hazm – Germanophilie im Omaijadenreich

„Von mir will ich dir erzählen, daß ich mich in meiner Jugend einmal in eine Sklavin von mir mit blondem Haar verliebt habe, und seit jener Zeit habe ich nie mehr an einer Schwarzhaarigen Gefallen gefunden, und wäre sie auch der Sonne gleich oder das Bild der Schönheit selbst gewesen. Seit jener Zeit finde ich diese Vorliebe in meinem tiefsten Wesen verankert, so daß meine Seele sich mit mir in nichts anderem findet und bestimmt nichts anderes gern hat. Ebenso ist es meinem Vater ergangen, und er blieb sich hierhin gleich, bis sein letztes Stündlein schlug.

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Die jüdischen Glaubensgrundsätze (Aqida)

von Yahya ibn Rainer

Wer sich etwas genauer mit den Judentum befasst, der wird früher oder später auf diesen Namen stoßen: Abū ‘Imrān Mūsā ibn ‘Ubaidallāh Maimūn al-Qurtubī auch bekannt unter den Namen Mosche ben Maimon, aber gewiss am bekanntesten unter der latinisierten Form seines Namens Moses Maimonides und unter den Juden bekannt unter dem Kürzel RaMbaM (Rabbi Mosche ben Maimon).

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