Video: Pierre Vogel – Wie müssen Moscheen mit dem Verfassungsschutz und Co. umgehen?

Nach langer Zeit teile ich mal wieder ein Video von Pierre Vogel, da er hier auf etwas wirklich wichtiges Bezug nimmt, nämlich die Taktik des staatlichen Repressionsapparates gegen Prediger und Moscheevereine.

https://www.youtube.com/watch?v=uio2_hwAyUM

Ab Minute 0:52 geht er auch auf den Hamburger Islamlehrer und Prediger Abu Abdullah ein, der seit einigen Jahren hier in Hamburg in deutscher Sprache kostenlose Unterrichte für Muslime anbietet.

Angefangen hat er im Pausenraum einer Kfz-Werkstatt, jedoch musste er diese Unterrichte beenden, da die Werkstatt und sein Inhaber Probleme mit allen möglichen Behörden bekamen, bis hin zu lancierten Medienberichten über angebliche Verbindungen zu verbotenen Gruppierungen.

Dann bot ihm ein pakistanisch-indonesischer Moscheeverein Raum für seine Unterrichte. Dieser wurde auf Bemühungen der Behörden hin vom staatshörigen Moscheeverband SCHURA Hamburg ebenfalls massiv Druck gesetzt und musste letztendlich die Unterrichte unterbinden.

Dann bekam Abu Abdullah in der neuen Moschee seiner ägyptischen Volksgenossen einen Posten und durfte dann dort seine Unterrichte fortführen. Aber auch hier wurden SCHURA Hamburg und Behörden tätig, und als das nicht die gewünschte Wirkung hatte, wurden wieder Medienberichte lanciert. Diesmal wurde berichtet, dass 7 seiner ehemaligen Schüler angeblich nach Syrien und Irak ausgewandert seien.

Auch die ägyptische Moschee konnte dem Druck nicht standhalten und beendete die Unterrichte von Abu Abdullah.

Ich persönlich war schon häufiger bei seinen Unterrichten anwesend und kenne und schätze ihn persönlich sehr. Er hat an der Al-Azhar-Universität in Kairo einen Abschluss gemacht, eine Universität, die eigentlich nicht im Rufe steht gefährliche Prediger oder militante Extremisten zu produzieren.

Seine Unterrichte waren stets fundiert und frei von emotionalen Färbungen. Er war sachlich und versuchte stets, seine jungen und älteren Schüler von jeglichem Extremismus zu befreien.

Dass 7 seiner ehemaligen Schüler (von insgesamt bestimmt über 100) in den Irak oder nach Syrien ausgewandert sein sollen, ist kein Beweis dafür, dass er ausschlaggebend war für diese Entscheidung.

Ich erinnere gern daran, dass sogar die hierzulande gefeierte Vorsitzende des „Liberal-Islamischen Bundes“, Lamya Kaddor, die in ihren „liberalen“ Islam-Unterrichten fundamentalen Wahrheiten der Religion widerspricht, im Jahre 2013 zugeben musste, dass auch 5 ihrer Schüler nach Syrien in den Jihad ausgewandert seien:

„Ab dem Schuljahr 2003/2004 unterrichtete sie an einer Grundschule und an der inzwischen geschlossenen Glückauf-Hauptschule in Dinslaken-Lohberg. Fünf Schüler des Projekts „Islamkunde in deutscher Sprache“ zogen als Freiwillige für den Dschihad nach Syrien, was Lamya Kaddor bedingt als persönliche Niederlage empfand.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Lamya_Kaddor)

Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen.

Mit dieser Taktik schafft der staatliche Repressionsapparat neue Militanz, anstatt sie zu verhindern, und die unreflektierte Weiterführung dieser tragischen Vorgehensweise nährt in mir den Verdacht, dass der seit Ronald Schill so aufgeblasene Sicherheitsapparat der Hansestadt Hamburg hier absichtlich ein Milieu hegt, dass seine Weiterexistenz in dieser Form rechtfertigt und begründen lässt.

Hier noch ein Beitrag von meinem Blog zum Thema:
http://www.al-adala.de/Neu/?p=145

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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