Von Kopfschüttlern, Augenrollern, Gaffern und Tuschlern

von Yahya ibn Rainer

Es gab sie schon immer und es war eine Minderheit unter den Einheimischen. Wenn sie etwas sehen was ihnen nicht gefällt, dann schütteln sie offen sichtbar mit verzogener Miene den Kopf oder rollen demonstrativ mit den Augen. Im Vorbeigehen hört man dann noch wie sie irgendetwas tuscheln. In den 60er und 70er Jahren regten sie sich über den Minirock, lange Haare und Rockmusik auf. Später, in den 80er Jahren, sah man sie aufgeregt kopfschütteln und augenrollen beim Anblick von Punkern, Drag-Queens und ähnlichen europäischen subkulturellen Erscheinungsformen.

Heute sind diese Anblicke mehr als Normalität geworden. Junge Mädchen laufen rum als würden sie anschaffen gehen, Männer verkleiden sich als Frauen, Frauen verkleiden sich als Männer, Jugendliche und Erwachsene besaufen sich öffentlich, pinkeln offen an jeder Ecke und kotzen S- und U-Bahnsteige voll. Fußballfanatiker randalieren, brüllen und schreien herum … die Großstadt ist ein Moloch und eine Ausgeburt an Mangel von Ethik und Moral.

In diesem Milieu wächst die Anzahl der Kopfschüttler, Augenroller, Gaffer und Tuschler. Aber Ziel ihres Unbehagens ist nicht etwa die Schwulenparade mit halbnackten Männern, die den homosexuellen Geschlechtsakt feiern, oder die Loveparade, wo vollkommen zugedröhnte Jugendliche zu monothonen Bässen die Freizügigkeit der Konsumgesellschaft zelebrieren, oder die total besoffenen Fußballhooligans, die jede Woche Hundertschaften der Polizei mobilisieren, weil sie ihren angestauten Alltagsstress an unschuldigen Beteiligten auslassen müssen, oder immer jünger werdende Kinder, die Wochenende für Wochende sich dem Rausch hingeben…

NEIN, das ist alles Normalität geworden, Teil der christlich-abendländischen Leitkultur. Kein Widerstand regt sich dagegen. Die Kopfschüttler, Augenroller, Gaffer und Tuschler haben die Muslime im Visier. Die muslimische Familie, ruhig und gesittet, ohne Alkohol, Drogen oder ähnliches. Bei ihrem Anblick kommen die Emotionen hoch. „Was wollen die denn hier?“, „Die sollen sich doch anpassen!“, „Unerhört sowas!“, „Da muß mal wieder einer kommen und für Ordnung sorgen!“ … und das sind noch die harmloseren Tuscheleien die man so mitbekommt.

Man fragt sich wirklich wo das noch hinführen soll. Deutschland schafft sich ab….

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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