Der dunkelste Ort in jeder Moschee

von Yahya ibn Rainer

«Allah ist al-Khāliq (der Schöpfer) und Er ist al-Ḥakīm (der Allweise)», dies ist in letzter Zeit des öfteren ein wiederkehrendes Dhikr, welches mir in einigen Moscheen in den Sinn kommt.

„Schön“, mag man denken, „Dhikr ist immer gut und dazu noch in der Moschee, mashaAllah.“ Doch leider ist der Grund für diese gottesdienstliche Handlung keine sonderlich fromme Anwandlung, die mich befällt, sondern sie resultiert aus einer „Erleuchtung“ der eher unangenehmen Art.

Dass Allah allweise ist, das erkennen wir an Seiner Schöpfung. Nichts hat Er ausgelassen, nichts bleibt ohne Nutzen und alles ist am rechten Platz. So verhält es sich natürlich auch mit dem menschlichen Körper.

Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf, lässt sich auch die Weisheit hinter diesem bestimmten Ort erklären, den ich hier thematisieren möchte. Es handelt sich um den Bereich, der sich vom Geschlechtsteil bis zum hinteren Ausscheidungsorgan (Anus) erstreckt.

Ganz sicher haben beide (Geschlechtsteil und Anus) ihren Nutzen und ich bin ebenfalls der festen Überzeugung, dass sie sich am rechten Platz befinden. Ist es nicht bemerkenswert, dass sich dieser Bereich an einer Stelle des Körpers befindet, den wir (ohne Hilfsmittel und großartige Verrenkungen) weder komplett optisch erfassen, noch mit anderen Körperteilen (besonders dem Gesichtsfeld) berühren können, außer mit unseren Händen (zum reinigen) und mit unseren Füßen?

Da steckt eine gewaltige Weisheit hinter. Kein anderer Bereich unseres Körpers wird von uns reichlicher bekleidet und vor den Blicken Fremder verborgen als dieser. Es ist wahrlich ein dunkler Ort, der ein feuchtwarmes Milieu erzeugt und u.a. dadurch auch unangenehme Gerüche produziert. Jede Person mit gesundem Menschenverstand verspürt eine große Scham für diesen Teil ihres Körpers und ist angetan ihn regelmäßig und gründlich zu säubern.

Deshalb nenne ich ihn «den dunkelsten Ort in jeder Moschee».

Wieso ich jetzt unbedingt auf dieses unangenehme Thema zu sprechen komme, hat einen bestimmten Grund. Denn in der Moschee, wo die Muslime sich versammeln um gemeinsam ihre Gebete zu verrichten, ist es genau dieser Bereich des Körpers, den man(n) den rückwärtigen Muslimen offenbart, wenn man sich in der Niederwerfung befindet.

Und ich muss leider noch ein wenig mehr ins Detail gehen, denn der Anblick eines solchen Hinterteils kann an Unansehnlichkeit expotentiell zunehmen, je nachdem wie alt und fit der Besitzer des Selbigen ist.

Es ist nun einmal eine Tatsache, dass mit dem Alter auch die Spannkraft des Bindegewebes flöten geht. Und ist der gute Herr auch noch in Rente und büßt, der körperlichen Untätigkeit geschuldet, das rückseitige Muskelgewebe mehr und mehr ein, dann sieht man durch seine leger gespannte Stoffhose in der Niederwerfung nicht nur die breitgesessenen vier Buchstaben, sondern in mehr als vager Andeutung auch das altgediente Skrotum.

Doch auch bei jüngeren Exemplaren der Gattung «Musalli in Hosen» ist der Anblick weder anregend noch förderlich. Vielmehr ist es so, dass einige Gelehrte das Gebet in einer solchen Hose, an der sich die anatomischen Formen des Schambereiches abbilden, für ungültig (batil) erklärten und andere es zumindest als verpöhnt (makruh) ansahen.

Als Beweis dienen Überlieferungen, in denen der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Heil – es Männer verbot in einer Hose zu beten, außer sie würden eine Hülle (rida) darüber tragen.

Und von einem seiner Tonbänder wurde von Sheikh al-Albani überliefert, dass er sagte:

„Es ist überraschend, festzustellen, dass viele junge Muslime Anstoß an Frauen nehmen, die enge Kleidung tragen, weil diese sich an ihre Körper schmiegt, dennoch vergessen diese jungen Männer sich selbst.

Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Frau, die enge Kleidung trägt, die auf ihren Körper drückt, und einem Mann, der Hosen trägt, die sich ebenfalls an seinen Körper schmiegen. Das Gesäß beider, des Mannes und der Frau ist Teil der ’Aura und beides ist das gleiche.

So ist es zwingend erforderlich, dass die Jugend vor dieser schwierigen Lage gewarnt wird, für die sie blind ist, außer denen, die Allah geleitet hat, diese sind wenige. „

Also bitte, liebe Geschwister (und vor allem Brüder), nehmt eine Jalabiyya oder zumindest ein ausreichend langes Tuch mit in die Moschee und wenn ihr die Möglichkeit habt einen älteren Bruder zu beratschlagen, dann legt auch ihm das bitte nahe.

Ich traue mir das leider nicht (mehr), weil speziell in türkischen, albanischen und bosnischen Moscheen, wo fast jeder in Hosen betet, die älteren Herren schnell sehr böse werden und die Wahhabitenkeule schwingen.

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Jens Yahya Ranft

Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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