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Zitat: Murad Wilfried Hofmann – Islamische Emanzipation der Frau

«Es trifft zu, daß islamische Kleidung ihren Trägerinnen eine Würde verleihen kann, wie man sie im Westen mit langem Abendkleid verbindet. Dies – und die starke Position der Muslima in der Familie – bedeutet jedoch noch nicht, daß die Frau in muslimischen Ländern die Rolle einnimmt, die Koran und Sunna für sie vorgesehen haben. Man müßte blind sein zu übersehen, daß viele Frauen in der muslimischen Welt ihre islamische Emanzipation noch vor sich haben. Diese Welt ist mehr als ihr guttut Männerwelt geblieben.»

– Murad Wilfried Hofmann (geb. 1931),
ehemaliger Informationsdirektor der NATO und ehemaliger Deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, Muslim seit 1980

Örtliches Brauchtum als Orientierungspunkt für den eigenen Kleidungsstil

von Yahya ibn Rainer

Themen wie Brauchtum, Sitte, Namensgebung, Ernährung und auch Kleidungsstil, sind besonders für Konvertiten, aber auch für in der Diaspora lebende Muslime ein wichtiges Thema mit teils großen Wissensdefiziten oder Vorurteilen.

Was ist erlaubt, anempfohlen oder sogar eine Pflicht? Und was ist verpönt oder verboten? Muss ich meine Kultur ablegen, mein Brauchtum und meine Sitte, wenn ich Muslim werde? Und inwiefern und inwieweit muss man sich von den Nichtmuslimen unterscheiden, wenn man unter ihnen als religiöse Minderheit lebt?

Bereits im April 2014 publizierte ich zu diesem Thema einen Beitrag mit dem Namen „Arabischer Name, arabisches Essen und arabische Kleidung – Ist das Islam?“; hier auf diesem Blog erschien er unter dem Titel „Ist die Namensänderung bei Islamkonvertiten eine Unsitte?“.

Nun möchte ich noch einige kurze Gelehrtenaussprüche zum Gegenstand kredenzen, die mir freundlicherweise von den Brüdern Behzad Zibari, Ibn Jalil und Taariq ibn Lahsan zur Verfügung gestellt bzw. übersetzt wurden.

Der Hanbali-Gelehrte Imam Mansur Ibn Yunus al Buhuti [Gest. 1015 n.H.] schrieb:

«Es ist verpönt, sich entgegen dem Brauch der Leute eines Landes oder in etwas zu kleiden, worüber sich lustig gemacht wird, da dies eine Art der Zurschaustellung ist.»

Entnommen aus [كشاف القناع عن متن الإقناع]

Der Hanbali-Gelehrte Imam Abu al Wafa‘ Ibn ‚Aqil al Hanbali [Gest. 513 n.H.] schrieb:

«Es ziemt sich nicht, den Bräuchen der Menschen zuwider zu handeln, aus Rücksichtnahme ihnen gegenüber und für die Vereinigung ihrer Herzen, außer hinsichtlich verbotenen Handlungen, deren Umsetzung zu einem Brauch geworden ist […]»

Entnommen aus [مطالب أولي النهى]

Und Imam Ibn Hajar al ‚Asqalani [Gest. 852 n.H.] schrieb:

«Die Rücksichtnahme auf den Kleidungsbrauch einer Zeit gehört zur Ritterlichkeit, solange es sich nicht um etwas Sündhaftes handelt. Das Zuwiderhandeln gegen den Kleidungsbrauch ist eine Art der Zurschaustellung [الشهرة].»

Entnommen aus Fath Al Bari

Imam Ibn Taymiyyah sagte über die Gefährten:

«Als sie die Länder erobert hatten, verzehrte jeder von ihnen die Nahrung seiner Heimat und trug die Kleidung seiner Heimat, ohne jedoch die Nahrung und Kleidung von Medinah zu meinen.»

Entnommen aus [غذاء الألباب في شرح منظومة الآداب]

 und des Weiteren schrieb Imam Ibn Taymiyyah:

«Wenn der Muslim sich in einem Kriegsgebiet befindet oder in einem anderen Land des Unglaubens, das kein Kriegsgebiet ist, wird ihm nicht anbefohlen, sich vom äußerem Erscheinungsbild (der dortigen Bevölkerung) zu unterscheiden, wegen den Nachteilen, die sich daraus ergeben könnten. Vielmehr könnte es [sogar] für eine Person empfohlen oder eine Pflicht sein, sich ihrem äußerlichen Erscheinungsbild anzugleichen, falls darin ein religiöser Vorteil liegt, wie z.B. die Einladung zum Glauben.»

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an die Brüder der avantgardistischen Telegram-Gruppe "Denkfabrik RÖG" (Religion, Ökonomie & Gesellschaft).

Eine Realität? Psychisch kranke Konvertiten.

von Yahya ibn Rainer

Mein palästinensischer Hausarzt, ein Doktor der Allgemeinmedizin, erklärte mir kürzlich, dass erschreckend viele Konvertiten teils krankhafte Komplexe, Phobien, Präferenzen (Neigungen) und Zwänge mit in den Islam nähmen und dort unter dem Vorwand der Religion teils exzessiv ausleben würden.

Besonders seien soziale Ängste und Persönlichkeitsstörungen auffällig, es würden häufig Minderwertigkeitskomplexe kompensiert und neue Identitäten (Persönlichkeiten) geschaffen.

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Der dunkelste Ort in jeder Moschee

von Yahya ibn Rainer

«Allah ist al-Khāliq (der Schöpfer) und Er ist al-Ḥakīm (der Allweise)», dies ist in letzter Zeit des öfteren ein wiederkehrendes Dhikr, welches mir in einigen Moscheen in den Sinn kommt.

„Schön“, mag man denken, „Dhikr ist immer gut und dazu noch in der Moschee, mashaAllah.“ Doch leider ist der Grund für diese gottesdienstliche Handlung keine sonderlich fromme Anwandlung, die mich befällt, sondern sie resultiert aus einer „Erleuchtung“ der eher unangenehmen Art.

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Fundstück: Bischöfliche Mahnung bezüglich der Kleidung der Frauen und Jungfrauen (1925)

Für das heutige achso christliche Abendland wäre eine solche bischöfliche Mahnung ein wahrer Skandal und würde wohl für zahlreiche Kirchenaustritte sorgen.

Bischöfliche Mahnung
bezüglich der Kleidung der Frauen und
Jungfrauen

Beim Herannahen der wärmeren Jahreszeit sehe ich mich veranlaßt alle Frauen und Jungfrauen
zu bitten, aus Ehrfurcht vor Gott in dem Gotteshause stets mit bis zum Hals geschlossenen und nicht zu kurzen Aermeln versehenen Kleidern zu erscheinen. Weibliche Personen in freier Kleidung mögen der Kommunionbank fernbleiben, damit sie nicht von dem Priester bei Austeilung der hl. Kommunion übergangen werden müssen; ebenso wäre es unpassend, in solcher Kleidung den Beichtstuhl zu betreten. An die Mütter richte ich die Bitte, ihre Töchter so zu kleiden, wie es die christliche Schamhaftigkeit und Bescheidenheit verlangt.
Auch wird erwartet, daß bei Trauungen die Teilnehmerinnen am Brautzuge in einer Kleidung erscheinen, wie es die Heiligkeit der Handlung und des Gotteshauses verlangt.

Limburg, den 20. Mai 1925.

Augustinus,
Bischof von Limburg

[>>Hier das Original<<]