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Buchauszug: Murad Wilfried Hofmann – Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung

«Die tatsächliche westliche Geschichte seit der Aufklärung war mitnichten die Verwirklichung der Vernunft, sondern eine Serie von Unmenschlichkeiten allergrößten Ausmaßes:

Verproletatisierung ganzer Landstriche und Kinderarbeit; Sklavenhaltung und Apartheid; zwei mörderische Weltkriege; Einsatz chemischer und nuklearer Waffen; systematische, ja im Falle von Nazi-Deutschland industrielle Vernichtung von Kulaken, Juden, Roma und Sinti, Homosexuellen und Geistesschwachen; bolschewistischer Staatsterror; faschistischer Chauvinismus; »ethnische Säuberungen« in Mitteleuropa, Kroatien, Bosnien und Serbien.

Für dieses singuläre Scheitern einer großen Idee, der Herrschaft der Vernunft über autonome Individuen, waren die Väter der Aufklärung nicht unmittelbar verantwortlich, etwa David Hume (1711-1776), Immanuel Kant (1727-1804), Frangois Marie Voltaire (1694-1778), Friedrich der Große (1712-1786), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) oder Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Erst recht ist den Hauptanregern der Aufklärung dieser Vorwurf zu ersparen, einem Michel Montaigne (1533-1592), René Descartes (1596-1650), John Locke (1632-1704) oder Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), denn sie alle waren keine die Existenz einer Gottheit leugnenden Atheisten, sondern Deisten, die an einen einzigen, weit abwesenden Gott (deus absconditus) glaubten, wenngleich nicht an das kirchlich vermittelte Christentum und sein trinitäres Gottesbild.

Ihre eigene Gottesvorstellung beruhte nicht auf Offenbarung, sondern Naturbeobachtung und Nachdenken. Sie wollten nicht Religion als solche abschaffen, wohl aber den erstickenden Dogmatismus der Kirchen und den Obskurantismus des (aus ihrer Sicht) ungebildeten, unduldsamen, herrschsüchtigen und schmarotzenden Klerus.

In der Tat benutzten einzelne Aufklärer den Islam, um auf diesem Umweg die Befreiung von dem als unerträglich empfundenen kirchlichen Joch zu beflügeln.

Lessing tat dies 1779 auf anständige (und daher für ihn riskante) Weise mit Hilfe der Vorbildlichkeit der Muslime in seinem Theaterstück »Nathan der Weise«.2 Voltaire hingegen, dafür von Friedrich dem Großen durch die Blume gerügt, hatte dies zuvor mit seinem Drama von »Mahomet« (1742), dem »Lügenpropheten«, auf weniger anständige (und weniger riskante) Weise getan, wider besseres Wissen und zu Lasten des Islam. Er schlug den Sack (Islam) und meinte den Esel (die römische Kirche).

Schließlich hatten sich auch Kants Kritiken zunächst nicht anti-religiös, sondern nur anti-kirchlich ausgewirkt.

Mit seiner »Kritik der reinen Vernunft« (1781) hatte er nicht etwa die Nichtexistenz Gottes bewiesen (noch beweisen wollen), sondern nur die Unzuverlässigkeit jeder Metaphysik, die über Erkenntniskritik hinausgeht und damit notwendigerweise spekulativ oder – wie Ludwig Wittgenstein gesagt hätte – zum Sprachspiel wird. Ganz im Gegenteil: In seiner folgenden »Kritik der praktischen Vernunft« (1788) arbeitete Kant mit dem (für das Funktionieren der Gesellschaft notwendigen) Postulat Gottes, d.h. mit Gott als nützlicher Arbeitshypothese.

Dennoch führte die von der Aufklärung bewirkte Befreiung des Menschen von kirchlicher Bevormundung zur Marginalisierung der Religion. Das anstelle Gottes zum Maßstab aller Dinge aufsteigende und während der Französischen Revolution inthronisierte »autonome« (!) Individuum wurde in grandioser Selbstüberschätzung zum neuen Idol, da die Autonomie des Menschen als prinzipiell universell und grenzenlos gedacht war.»

(Murad Wilfried Hofmann. Der Islam im 3. Jahrtausend  Eine Religion im Aufbruch, Seite 20-21 )

Buchauszug: Rose Wilder Lane – Der religiöse Glaube ist immer das, was ein Mensch als das wahre Wesen des Universums und des Menschen annimmt

„Die Kontrolle der menschlichen Energie ist eine individuelle Kontrolle. Der Wunsch eines Individuums, ein Ziel zu erreichen, ist der Antrieb, der die menschliche Ernergie erzeugt. Der Einzelne kontrolliert diese Energie.

Er kontolliert sie stets im Einklang mit seiner persönlichen Ansicht über das Wünschenswerte und das Gute.

In anderen Worten: Jeder Mensch handelt im Einklang mit seiner philosophischen oder seiner religiösen Auffassung.

Das Bewußtsein selbst ist ein Glaubensakt. Niemand kann beweisen, daß er existiert. Kein Beweis der Sinne und keine Bemühungen der Logik können die Existenz des Elements erklären, das jeder meint, wenn er sagt: „Ich“. Ich weiß einfach, daß ich existiere.

Genauso weiß jeder durch den Glauben, daß es eine Skala von Werten gibt. Man kann nicht wissen, ob man kalt ist, ohne einen Maßstab für die Temperatur zu haben. Man kann nichts gern haben oder verabscheuen, wünschen oder nicht wünschen, ohne einen Maßstab für das Gute zu haben. Man kann keine Energie zum Handeln hervorbringen, ohne etwas zu wünschen, was gut für uns ist. Man kann nicht denken, ohne zu glauben, daß man existiert und ohne zu glauben, daß ein Wertmaß, d. h. ein Gott im Universum besteht.

Natürlich glauben Millionen von Menschen nicht an die Existenz Jahwes, Jupiters, Brahmas, Allahs oder Christi. Es ist immer möglich, nicht an einen Gott zu glauben, an den andere Menschen glauben. Aber es ist unmöglich, nicht an Gott zu glauben. Der menschliche Geist kann sich ohne Wertmaß nicht betätigen.

Jeder, sehr sich einbildet, er habe keine religiöse Gedanken- und Aktionsbasis, gebraucht nur einen anderen Namen für seinen Gott.

Hitler sagte mit Recht, daß kein Nazi Jude oder Christ sein könne. Er verfolgte Juden und Christen, und sie sagten, er verfolge die Religion. In Wirklichkeit hatte er einen heidnischen Glauben, den nämlich, daß er der Erlöser, der mystische Führer sei, durch übermenschliche Mächte eingesetzt, um auf Erden die Herrschaft der Herrenrasse, das Tausendjährige Reich aufzurichten.

Lenin haßte „die Religion, das Opium des Volkes“. Seine ergebenen Anhänger zerstörten die Heiligenbilder, verfolgten die Priester, entweihten die Kirchen – predigten eifrig und übten einen Glauben aus, der sich ganz in den Dienst der Partei stellte. Die Geschichte, so glaubten sie, setzt auf eine mystische Weise „Die Partei“ ein, um auf der ganzen Erde den tausendjährigen Frieden zu errichten, sowie den Wohlstand und die Gerechtigkeit der Kommunistischen Völkerfamilie.

Man lese irgendeinen sogenannten Angriff  gegen die Religion. Man höre einem Manne zu, der von sich behauptet, ein Atheist zu sein. Er begründet seine Argumente mit dem Glauben an „Die Wahrheit“; er hat ein Wertmaß des Guten, einen Gott. Er muß einen haben, denn der menschliche Geist kann nicht wirken ohne ihn.

Da jeder Einzelmensch sich selbst kontrolliert, so handelt er im Einklang mit den Werten, an die er glaubt.

Das ist wahr, ganz gleich ob sein Gott der Gott Abrahams und Christi ist oder der Verstand, das Schicksal, die Astrologie, der wirtschaftliche Determinismus, der Triumph des Tüchtigsten oder irgendein anderer Gott mit einem anderen Namen. Die meisten Menschen haben immer an unzählige, heidnische Götter geglaubt, Sie tun es auch heute noch.

Da die wirkliche Kontrolle der menschlichen Ernergie auf Erden in dem Willen zur Tat des einzelnen Menschen besteht und jeder Einzelmensch seine Handlungen im Einklang mit seiner Ansicht über die Wirklichkeit kontrolliert, so beruht, zu jeder Zeit, die effektive Kontrolle der vereinigten Energien einer jeden Gruppe von Menschen auf dem religiösen Glauben, den ein jeder von ihnen als wahr annimmt.

Der religiöse Glaube ist immer das, was ein Mensch als das wahre Wesen des Universums und des Menschen annimmt. Sein Glaube kann falsch sein; trotzdem ist er sein Maßstab des Wahren und des Wertvollen. Daher handelt er auch demgemäß.“

(Rose Wilder Lane, in The Discovery of Freedom, übertragen aus dem Amerikanischen, bearbeitet und erweitert von Jean Pierre Hamilius in seinem Buch Die Amerikanische Revolution, ein Fanal der Freiheit, Seite 19-21)

Lug, Trug und Dialüg

Wie sich etablierte muslimische Verbände und Kirchen im Namen des interreligiösen Dialogs unglaubwürdig machen und ehrliche Bürger als rechtspopulistisch oder salafistisch verunglimpft werden.

von Yahya ibn Rainer (am 24. April 2012)

Es wird mal Zeit, dass Tacheles gesprochen wird. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Es ist schier unmöglich, diese elende Heuchelei, dieses linksdrallige Gutmenschentum und diese dröge Unwissenheit zu ertragen. Egal wo man hinschaut, überall wird gelogen, betrogen, getäuscht und gebauchpinselt. Probleme und Konflikte werden unter den Tisch gekehrt und diejenigen, die sie trotz alledem benennen, werden als Rechtspopulisten, Nazis, Hassprediger oder Salafisten gebrandmarkt.

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Gestern auf dem Heimweg

Als wir gestern – von einem abendlichen Ermahungskreis – auf dem Heimweg waren, unterhielt ich mich mit einem jüngeren Bruder, der zur Zeit auf Lehramt studiert. Natürlich wird man bei solch einem Studienfach ordentlich auf Linie gebracht, speziell was religiöse Ansichten angeht. Religiöser Relativismus ist angesagt, obwohl ein fester atheistischer Standpunkt gewiss am liebsten gesehen wird. So erzählte er mir von einem Seminar, an welchem neben eben solcher Atheisten auch einige bekennende Christen teilnahmen.

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Auszug: Larken Rose – Die Botschaft, die wir verinnerlicht haben

„[…] die Botschaft, die wir leider verinnerlicht haben. Mit einigen wenigen Ausnahmen haben wir sie alle von unseren Lehrern, von unseren Eltern, von den Medien und der Regierung eingetrichtert bekommen. Es war zwar nicht so offen und direkt, aber die dahinter liegende Nachricht lautete, dass Gehorsam [der Regierung gegenüber] eine Tugend sei.

Noch trauriger ist, dass die Regierung die wirkliche Religion darstellt an die die Menschen glauben. Alle. Auch diejenigen die sich als Christen, Juden, Muslime, Atheisten, Agnostiker, was auch immer bezeichnen. Die wirkliche Religion der überwiegenden Mehrheit der Menschen in diesem Land und auf der ganzen Welt ist die Verehrung der Regierung. Sie ist der Gott, vor dem sie niederknien. Sie ist der Gott, den sie um seinen Segen bitten. Und sie ist der Gott, dem sie gehorchen.“

(Larken Rose, politischer Aktivist in den USA >>)

Die Rede des Papstes im Bundestag – Ich fand sie gut (Teil 1)

von Yahya ibn Rainer

Bei einigen meiner Aqidah- und Manhaj-Genossen wird sich jetzt gewiss die Stirn in Falten legen. Das Oberhaupt der größten Gruppe unter den Nasara hält eine Rede im Deutschen Bundestag und der Ibn Rainer findet das gut …  ein Skandal. Aber ich fand nicht nur die Rede gut, sondern auch die Tatsache, dass er die Möglichkeit bekam diese Rede im Tempel der bundesdeutschen Gelüste abzuhalten. Immerhin handelt es sich bei Papst Benedikt XVI. nicht um einen Demokraten, sondern um den Herrscher einer absoluten Monarchie … eine Diktatur, wie es manche heute gerne nennen. Aber trotzdem scheint er bei vielen, zumindest katholischen Demokraten, eine anerkannte Persönlichkeit mit positiven Eigenschaften zu sein. Schön das sowas in Zeiten des Radikaldemokratismus noch möglich ist …

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