Schlagwort-Archive: Frieden

Kurz gesagt: Keine oder zu wenige Muslime auf Friedens- und Anti-Terror-Demonstrationen

Es gibt hierzulande den weit verbreiteten Vorwurf gegen uns Muslime, dass wir uns nie oder nur selten (und dann mit geringer Beteiligung) an hiesigen Friedens- und Anti-Terror-Demonstrationen beteiligen würden.

Nun ja, bei mir ist es so: Bevor ich zum Islam konvertierte, war ich Mitglied in der DKP und nahm treu ergeben alljährlich am 1-Mai-Demontrationszug teil, für den Kommunismus.

Gott sei Dank, muss ich heute sagen, hat meine Teilnahme an diesen Demonstrationen der Sache keinerlei Erfolg beschert.

Das ist nun auch der Grund, warum ich nicht mehr an Demonstrationen teilnehme.

Weder bringen sie Frieden, noch besiegen sie den Terrorismus.

Dr. Selim Cafer Karatas: Ibn Khalduns wirtschaftliches Rezept für eine zivilisierte Gesellschaft

Ibn Khalduns wirtschaftliches Rezept für eine zivilisierte Gesellschaft, aus seiner Muqaddima, extrahiert von Dr. Selim Cafer Karataş (ehem. Geschäftsführer der Islamic Development Bank in Jeddah/Saudi Arabien), in seiner Publikation Economic Theory of Ibn Khaldun.

Um politische Stabilität und Solidarität zu erlangen, welche für den Aufstieg der Nationen von Nöten ist, braucht man …

1) Eine feste Garantie der privaten Eigentumsrechte und der Freiheit des Unternehmertums

2) Herrschaft des Rechts (Rechtsstaatlichkeit) und Zuverlässlichkeit des Gerichtswesens, für die Herstellung von Gerechtigkeit

3) Die Sicherung des Friedens und die Sicherung der Handelswege

4) Wenige und niedrige Steuern, um die Beschäftigung, die Produktion und die Einnahmen zu steigern, […]

5) Weniger Bürokratie und eine kleine aber effiziente Armee

6) Keine staatliche Beteiligung am Handel, an der Produktion und am Gewerbe generell.

7) Keine Festsetzung von Preisen durch die Regierung

8) Eine herrschaftliche Regelung, die niemandem im Markt eine Monopolmacht verschafft.

9) Stabile Geldpolitik: Also eine unabhängige Währungsbehörde die nicht mit dem Wert des Geldes spielt.

10) Eine größere Bevölkerung und ein größerer Markt für größere Spezialisierung.

11) Ein kreatives Bildungssystem, für unabhängiges Denken und Handeln.

12) Eine kollektive (bürgerliche) Verantwortung und innere Sensibilität zur Errichtung eines gerechten Systems, in welchem gute Taten gefördert und schlechte verhindert werden.

Meine Einschätzung zum internationalen muslimischen Terrorismus (mit „weichen Zielen“)

von Yahya ibn Rainer

Ich denke, dass diese Form des internationalen Terrorismus (mit Fokus auf sogenannte „weiche Ziele“) mitunter auch Ausdruck eines kindlichen Trotzes (also einer Art Bockigkeit oder Borniertheit) ist.

Man wird sich in den Kreisen einiger (mit dem Pathos der Unschlagbarkeit) aufgeputschten „Mujahedin“ zunehmend bewusst, dass man technologisch, militärisch und zum Teil auch intellektuell dem Feind maßlos unterlegen ist. Man sieht also quasi keinerlei Chance, einen allumfassenden Sieg einzufahren.

Anstatt sich diese Schwäche einzugestehen und Verantwortung für die Ummah zu übernehmen, für die man angeblich diesen Kampf führt, handelt man auf verbrecherische Weise egoistisch und beginnt eine Form der Kriegsführung, die weder auf Landgewinn aus ist, noch Aussichten auf ein Ende des Konfliktes zulässt. Man ruft einen ewigen Kriegszustand aus, unter dem die Muslime in ihrer Gesamtheit weitaus mehr zu leiden haben, als die Feinde des Islams.

Vielmehr ist es sogar so, dass man mit dieser Form des Terrorismus genau denen in die Hände spielt, die im Namen der Nationen den Krieg gegen die Muslime erst begonnen und bis heute weitergeführt haben, nämlich den Staaten.

Jeder einzelne Terroranschlag hat zur Folge, dass der Staat mehr Macht und Befugnisse einfordert und durch Angst getriebene demokratische Legitimation auch erhält. Diese Machtzunahme des Staates wirkt sich nicht nur negativ auf die Freiheit und Unabhängigkeit der Nichtmuslime in den jeweiligen Ländern aus, sondern ganz besonders (und weit mehr) auf die Muslime, die als Minderheiten unter ihnen leben.

Und auch für ihr außenpolitisches Handeln erhalten die Staaten immer mehr Befugnisse, was dazu führt, dass sich die staatliche Repression nicht nur nach innen vergrößert, sondern auch nach außen, indem auch der militärische Kampf in den muslimischen Ländern intensiviert wird.

Als Armee auf dem Schlachtfeld, wo es um Landnahme und Implementierung geht, kann zugunsten eines Friedens in Verhandlungen getreten werden. Man bringt von beiden Seiten sogenannte Verhandlungsmasse mit und kann für alle einen nützlichen und gedeihlichen Frieden herausschlagen.

Aber den heutigen jungen Heißspornen ist das alles gar nicht mehr bewusst. Die meisten von ihnen wissen nicht einmal, dass der Offenbarungsgrund für die koranische Sure al-Fath (49 – zu deutsch „Der Sieg“) der Friedensvertrag von Hudaybiyyah war.

Sheikh Feisal Mawlawi schreibt in seinem Buch „الأسس الشرعية للعلاقات بين المسلمين وغير المسلمين „ (Die Schariagrundlagen für das Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen) zusammenfassend folgendes über dieses Friedensabkommen:

«Der einzige Vorteil, den die Muslime aus diesem Frieden(-svertrag) zogen, war, dass er einen Frieden und einen Waffenstillstand zwischen ihnen und den Quraisch brachte. Um dies zu erreichen, traten sie von ihrem Recht zurück, die Umra zu verrichten – dieses Recht, welches ein anerkanntes Recht für alle Araber war. Sie erklärten sich damit einverstanden, nach Medina zurückzukehren und im folgenden Jahr zur Verrichtung der Umra wiederzukommen. Hierin liegen eine Herausforderung und eine Erniedrigung ihrer Ehre. Sie traten auch von ihrem Recht zurück, diejenigen zu empfangen und zu beschützen, die von den Quraisch zu ihnen als Muslime kamen – und duldeten es, dass sie zu den Quraisch zurückgeschickt würden und Folter und Unterdrückung ertragen müssen[…].

Sie traten auch von ihrem Recht zurück, denjenigen, welcher vom Islam abtrünnig wird und sich den Quraisch anschließt, zurückzufordern, um ihn (für den Hochverrat, der in dieser Situation damit verbunden war) zu bestrafen. All diese Rechte traten sie ab, damit sich der Frieden ausbreitet, und weil den Menschen im Zustand des Friedens die Gelegenheit gegeben wird, das Wort der Wahrheit zu hören.»

Vom Prophetengefährten Bara‘ bin ´Azib wird bei Bukhari und Muslim überliefert, dass er sagte:

«Ihr seht die Eroberung Mekkas als den Sieg an – und die Eroberung Mekkas war in der Tat ein Sieg; wir aber sehen als den Sieg den “Zufriedensheits”-Treueeid (arab. bai’at ar-ridwan) am Tag von Hudaibijja an.»

Und bei Muslim ist des Weiteren überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allahs segne ihn und schenke ihm Heil – Umar herbeiholen ließ und ihm das zu rezitierten, was herabgesandt worden war (Sure al-Fath / 48 – Der Sieg), worauf Umar fragte: «O Gesandter Allahs, ist dies ein Sieg?» Er sagte: „Ja“.

Sheikh Feisal Mawlawi schrieb (in seinem o. g. Buch) noch dazu:

«Das Wort Sieg wird an vielen Stellen des Korans verwendet. Keiner der Siege – außer dem Waffenstillstandsabkommen von Hudaibijja – wird als „offenkundiger“ Sieg bezeichnet. Allah hat gesagt:

„…Wahrlich, Wir haben dir einen offenkundigen Sieg beschieden…“[48:1]

Und es war in der Tat ein offenkundiger Sieg, da er die Herzen und den Verstand der Menschen für den Islam geöffnet hat.»

Dies ist die Sunnah des Propheten, um den Muslimen auch eine Phase des Friedens, der Erholung und Prosperität zu verschaffen. Denn allein unter diesen Bedingungen kann auch gesellschaftlicher, technologischer und militärischer Fortschritt erlangt werden.

Der internationale Terrorismus jedoch, der weder erobert und implemetiert, noch befreit, stürzt die Ummah nur noch weiter in die Rückständigkeit und womöglich (oder höchstwahrscheinlich) sogar in die Arme derjenigen, die sie eigentlich bekämpfen.

So sehr man diese Form der Kriegsführung auch mit Katapult-Fatwas und Schlachtungs-Hadithen ausschmückt, am Ende ist der beste Ratgeber des wahren Amirs die Anwendung seiner Hikma (Weisheit) bei all den Entscheidungen und Verantwortungen die ihm obliegen.

Wa Allahu 3alem

6 Faktoren für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt einer Gesellschaft

Laut Abū l-Hasan al-Māwardī (920-1058 n. chr. Zeitr.) – in seinem Werk Adab al- Dunya wa’l-Din – hängt der soziale und wirtschaftliche Fortschritt einer Gesellschaft von 6 Faktoren ab:

  1. Religion
  2. Selbstbestimmung
  3. Frieden
  4. Sicherheit
  5. Eigentum
  6. Optimierung

Auszug: Johann Ludwig Burckhardt – Wahhabitische Regierung (1814)

Johann Ludwig Burckhardt befand sich um 1814 im Rahmen seiner Pilgerfahrt auf der arabischen Halbinsel und erlebte dort hautnah das 1. Wahhabitenreich. In seiner Abhandlung Bemerkungen über die Beduinen und Wahaby, berichtet er ausführlich über den Charakter dieses Reiches und über die Kämpfe die zu seinem Untergang führten.

Im folgenden Auszug stellt er kurz dar, wie der wahhabitische Regent Saud seine Araber führte:

Auszug: Johann Ludwig Burckhardt – Wahhabitische Regierung (1814) weiterlesen

Gedicht: Manfred Lieser – Stalingrad und Kundus

So mancher, sagen wir, Soldat
des Reiches oder Bundes
fiel für sein Land in Stalingrad
bzw. Kundus.

Zwar opferten sich für den Sieg
im Grund die gleichen Leute,
doch damals nannte man das Krieg,
und Frieden nennt man’s heute.

Ein zweiter Punkt wird prinzipiell
sich nicht bestreiten lassen:
Heut stirbt man individuell,
einst starben sie in Massen.

Vom Vaterland der Beileidsbrief
ist heute demokratisch.
Seht doch das Ganze positiv
und nicht nur rein soldatisch!

In vielem unterscheidet sich
die Republik vom Reiche.
Doch ist die Frau, die bitterlich
zu Hause weint, die gleiche.

(Gedicht von Manfred Lieser)

Was haben Barack Obama und Adolf Hitler gemeinsam?

von Yahya ibn Rainer

Der Friedensnobelpreis ist eine Kategorie des von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestifteten Nobelpreises. Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

So steht es bei Wikipedia.

Was haben Barack Obama und Adolf Hitler gemeinsam? weiterlesen

Die 8. Frage des “Kritikers”

Zwei Drittel des Fragenkatalogs sind bewältigt wenn ich diese Frage at acta legen kann. Alhamdulillah – aller Lobpreis gebührt dem allmächtigen Gott – der „Kritiker“, Herr Kiwitt, verlässt mit dieser Frage endlich den Pfad seiner erbärmichen Selbstleugnung. Als Angehöriger einer Kulturgemeinschaft, eines Volkes und einer Nation, die den wohl schlimmsten Genozit der neuzeitlichen Weltgeschichte zu veranworten hat, wagte er es tatsächlich, eine Weltreligion in diesen braunen Sumpf ideologischer Verwirrungen hineinziehen zu wollen. Er verharmlost mit dieser Taktik die Verbrechen des europäischen Faschismus und des deutschen Nationalsozialismus im speziellen und scheint verdrängen zu wollen, dass die Divisionen von SS und Wehrmacht mit überwältigender Mehrheit die Bibel im Marschgepäck hatten und nicht den Quran.

Frisch aus dem braunen Sumpf entstiegen, bewegt sich Herr Kiwitt nun auf die nächste Falle zu, nämlich die Quranwissenschaft. Diesem Herrn scheint es an Kühnheit nicht zu mangeln, denn speziell diese Wissenschaft ist äusserst anspruchsvoll und verbucht sogar unter den allergrößten Gelehrten des Islams Meinungsunterschiede. Am Beginn eines anerkannten Quranstudiums steht für den angehenden Großgelehrten das Auswendiglernen des gesamten Qurans. Das sind bei meiner Buchversion aus Saudi-Arabien 604 Seiten. Im Anschluss an diese schier unglaubliche Leistung müssen tausende von Überlieferungen studiert werden, um jede einzelne Aya des Qurans in den richtigen Zusammenhang zu bringen. Es mutet schon lustig an, wenn ein vollkommen Unwissender (in allen islamischen Wissenschaften) versucht, den Muslim mit einer eigenen Quranexegese zu belehren. Aber lest selbst …

Nun also die 8. Frage des „Kritikers“:

8. Warum gibt es im Koran eine ganze Sure über die Beute / die Kriegsbeute, bestehend aus 75 Versen (Sure 8, Al-Anfal, eine der chronologisch späten, also der endgültigen Suren), aber keine Sure über den Frieden?

Mein Versuch einer Antwort:

Die 8. Frage des “Kritikers” weiterlesen