Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Im PImatenstyle werden mehrheitlich Medienberichte geteilt, die Straf- oder andere Missetaten zum Inhalt haben, an denen mindestens ein Asylbewerber, Flüchtling, Ausländer oder Muslim als Täter beteiligt war, und als Kommentar dazu kommt ein provisorisches „Natürlich nur ein Einzelfall“.

Was für eine niederträchtige und durchschaubare Taktik. Goebbels wäre entzückt ob dieser einfachen aber wirksamen Meinungsmache. Es braucht natürlich nicht erwähnt zu werden, dass die Hanseln von der Pegida solche Medienberichte, die explizit keine ausländische Tatbeteiligung haben oder von Straftaten Deutscher im Ausland berichten, nicht teilen.

Doch trotz aller Durchsichtigkeit dieser Taktik, ist sie heute, in Zeiten freiwillig ideologisch kanalisierter Informationsaufnahme, nicht minder tragisch. Denn PImaten und Pegidasten zeichnen sich vor allem auch dadurch aus, dass sie die sogenannte „Lügenpresse“ selbst gar nicht mehr zur Hand nehmen, da ihnen vieles von dem, was sie dort zu lesen bekommen nicht in den eigenen ideologischen Kram passt (kognitive Dissonanz).

Also holen sie sich ihre Informationen dort, wo bereits vorsortiert wurde und ihre Interessen bedient und ihre Nerven geschont werden. Das ist der typische Pi-News- und Pegida-Konsument, und der bekommt bei den zahlreichen Horror-Meldungen natürlich eine wohlig-warme Genugtuung.

Ganz gewiss sind bei all den über 8 Millionen Ausländern (Deutsche mit Migrationshintergrund sind da noch gar nicht mit gerechnet) nicht alle Unschuldslämmer. Es mag sogar sicherlich Delikte geben, die im „Ausländer-Milieu“ eine statistisch häufigeres Auftreten haben. Aber solche Delikte gibt es auch bei uns Bio-Deutschen.

Selektive Wahrnehmung ist nicht nur armselig, sondern auch gefährlich, nämlich dann, wenn der Getäuschte seine gestörte Wahrnehmung am Stimmzettel auslässt und somit eine Politik schaffen kann, die ganz gewiss ungerecht gegen Unschuldige vorgehen wird.

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Über Jens Yahya Ranft

Jens Yahya Ranft, Jahrgang 1975, verheiratet, 3 Kinder, Geschäftsführer und Prokurist in einem kleinen deutsch-arabischen Unternehmen. Urheber dieses Blogs. Liest und publiziert vor allem in den Bereichen Staats- und Religionsgeschichte, (Sozio-)Ökonomie, politische Philosophie und Soziologie.

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