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Anstatt Partei zu ergreifen: Das Thema „Flüchtlinge“ mal ehrlich angehen

von Yahya ibn Rainer

Vor kurzem machte mich ein Bekannter auf ein sehr interessantes Interview aufmerksam, das auf der Website des unabhängigen Wirtschaftsmagazins enorm publiziert wurde.  Der Titel des Interviews lautet „Arroganz des Helfens“ und wurde mit Kilian Kleinschmidt geführt, der eines der weltweit größten Flüchtlingslager an der syrisch-jordanischen Grenze (mit mehr als 100 000 Bewohnern) leitete.

Ich kann das Interview (Link) jedem nur wärmstens zur Lektüre empfehlen, denn es nimmt eine Ausnahmestellung ein, im derzeit äußerst überhitzten Meinungsklima hierzulande. Was wir hier in Deutschland und auch in einigen anderen Ländern Europas erleben, ist leider eine sehr bemitleidenswerte politische und gesellschaftliche Situation. Es scheint, als gäbe es nur zwei akzeptable Positionen in der „Flüchtlingsfrage“ (auch wenn es offiziell manchmal ein wenig differenzierter klingt), nämlich, dass entweder alle Flüchtlinge arme, vertriebene und traumatisierte Menschen seien, die mittellos und nur mit besten Absichten und unter Aufbringung größter Anstrengungen nach Deutschland geflüchtet sind, oder, dass Flüchtlinge allesamt unzivilisierte, ungepflegte und zu kriminellen Handlungen neigende Schmarotzer seien, die es sich hier, in der sozialen Hängematte des deutschen Wohlfahrtstaates, gut gehen lassen wollen.

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Was eine deutsche Muhajira in Ägypten über die Flüchtlingskrise in Deutschland meint

von Yahya ibn Rainer

Unlängst, während eines kurzen Ägyptenaufenthaltes, empfing ich mit meiner Frau zusammen eine alte Bekannte. Die Schwester ist Schwäbin, vollzog bereits vor weit über 20 Jahren die Hijra nach Ägypten, lebte dort mit ihrem ägyptischen Ehemann und zog zwei Söhne groß. Heute ist sie leider Witwe und ihre beiden Söhne sind längst erwachsen. Trotzdem entschied sie sich in Ägypten zu bleiben, was gewiss auch daran liegt, dass man dort (auch unter einem al-Sisi) als Niqab-Trägerin mit weniger (bis gar keinen) gesellschaftlichen Diskriminierungen zu kämpfen hat.

Natürlich verfolgt sie auch in Ägypten die Nachrichten aus Deutschland, besonders auch solche über die momentane Flüchtlingskrise. Während hierzulande die meisten Leute klar Partei ergreifen – entweder für oder gegen Flüchtlinge – und sich aufgrund dessen mittlerweile sogar eine deutliche gesellschaftliche Spaltung vollzogen hat, hatte die Schwester (mit ein wenig Abstand vom Geschehen) eine erfreulich ausgeglichene Meinung. Sie meinte zu uns:

«Ich kann die Syrer, die sich jetzt auf den Weg nach Europa und vor allem nach Deutschland machen, vollkommen verstehen. Natürlich sorgen sie sich um ihre Zukunft, wollen in Sicherheit leben und wünschen sich eine gute Ausbildung für ihre Kinder. Ich würde an ihrer Stelle auch nach Deutschland gehen.

Aber ich kann ebenso auch die Deutschen verstehen, die sich gegen diese Massenzuwanderung wehren und nicht damit einverstanden sind. Syrer sind Fremde, mit einer anderen Kultur und einer anderen Religion. Stellt euch mal vor, es würden vergleichsweise Massen an Christen in ein muslimisches Land einwandert, das würde den Muslimen auch nicht gefallen.

Das ist einfach zu viel.»

Wie ihr seht, muss man nicht immer (nur eine) Partei ergreifen.

Zitat: Christian Rogler – Das Verständnis von „rechts“

»Offenbar hat sich das Verständnis von „rechts“ im Laufe der letzten Jahrzehnte im Wege einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung noch stärker zum Negativen entwickelt als der Begriff „konservativ“.

Wenn man in meiner Jugend mit irgendwelchen DVU-Leuten gesprochen hat oder auch nur mit irgendwelchen Angehörigen der Kriegsgeneration, die an Omas Kaffeetisch saßen, dann waren das gebildete, belesene Leute, die stundenlang über die Geschichte ihres Heimatortes, ihrer Familie, über die Geschichte Deutschlands erzählen konnten. Sie kannten Gedichte, Opern, hatten Ahnung von Religion und Kultur und Respekt davor, auch vor der Kultur und Religion anderer. Sie hatten Umgangsformen und waren gute Großväter, Nachbarn oder Lehrer. So etwas – und die anmaßende Art bzw. abstoßende Ideologie der 68er – machten es schwer, zu erkennen, dass ihre apologetischen Vorstellungen über die Kriegs- und NS-Zeit verkürzt waren, dass Deutschland kein Opfer war, auch wenn viele Menschen litten, die sich nicht an Verbrechen beteiligt hatten. Man fühlte Empathie angesichts ihres Vertreibungsschicksals oder angesichts der Tatsache, dass sie die besten Jahre ihres Lebens an der Front verloren hatten. „Rechts“ zu sein war einfach, als sie noch da waren.

Aber jetzt sind „Rechte“ die tätowierten, adipösen, versoffenen und grölenden Kevins und Cindys aus Heidenau, die nicht einmal die eigene Muttersprache beherrschen, wahrscheinlich nicht einmal die deutschen Landeshauptstädte aufzählen könnten, in Flüchtlingen ihre „Fressfeinde“ bei der Verteilung staatlicher Versorgungsleistungen sehen und den Islam hassen, weil jede mehrfache Mutter mit Kopftuch sie in Neid darauf verfallen lässt, dass es noch Menschen mit anderen Lebensinhalten gibt als das Dschungelcamp zu gucken oder die Wochenenden in Bauchfreitop und Hot Pants auf Ü40-Partys zu verbringen. Der Volkssturm der Bild-Zeitung also.

Und dann noch die „Konservativen“, die sich auf Alice Schwarzer und Ralph Giordano berufen. Leute, geht nach Hause. Ihr habt lange und laut genug Euren Offenbarungseid geleistet.«

(Christian Rogler, Unternehmer, Redakteur sowie sozialkonservativer und staatskritischer Reakionär >>)

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Die „Einzelfall“-Rhetorik der Pegidaisten, ist sie euch schon aufgefallen?

Im PImatenstyle werden mehrheitlich Medienberichte geteilt, die Straf- oder andere Missetaten zum Inhalt haben, an denen mindestens ein Asylbewerber, Flüchtling, Ausländer oder Muslim als Täter beteiligt war, und als Kommentar dazu kommt ein provisorisches „Natürlich nur ein Einzelfall“.

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Was sagt ein Salafist zum #PEGIDA-Positionspapier?

von Yahya ibn Rainer

Die stetig wachsende und viel gescholtene PEGIDA-Bewegung hat ein Positionspapier publiziert, welches genau Auskunft darüber gibt, FÜR und GEGEN was die Leute in Dresden & Co. denn überhaupt auf die Straße gehen.

Ich, als hauptamtlicher Salafist und angebliche Bedrohung des (ebenfalls angeblich christlichen) Abendlandlandes, möchte hiermit Bezug nehmen auf die 19 Positionen, die auf dem Papier zur Sprache kommen.

Nun dann, … Was sagt ein Salafist zum #PEGIDA-Positionspapier? weiterlesen

Sind Flüchtlinge automatisch gute Menschen?

von Yahya ibn Rainer

Sind Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen um in den reichen Westen zu gelangen, automatisch gute und unterstützenswerte Menschen? Die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden steigt und steigt und gleichzeitig werden wir in den Medien regelmäßig mit Horrormeldungen aus dem Mittelmeer konfrontiert, wo immer öfter überladene Flüchtlingsboote kentern und Menschen ertrinken. Dieser Umstand lässt natürlich Mitleid entstehen und verleitet dazu, Kritiker des staatlichen Asyls als Nazis oder Rassisten zu diffamieren.

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