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Kurz gesagt: Ist das Kopftuch bei Kindern eine Sexualisierung?

Unsere kleine Tochter Jenna Luise ist jetzt 2 Jahre alt und beginnt langsam ihre Eltern in vielen Alltagssituationen zu imitieren. So hat sie bspw. beobachtet, dass wir uns gegenseitig die Schuhe bringen, wenn wir vorhaben gemeinsam raus zu gehen. Sobald sie also das Gefühl bekommt, dass wir uns bereit machen das Haus zu verlassen, stürmt sie sofort los und bringt meiner Frau und mir die Schuhe.

Sie hat jetzt auch einen Puppen-Kinderwagen bekommen, den sie in der Wohnung bereits fleißig spazieren fährt, ebenso wie es ihre Mutter oder ihr Vater mit ihrem Kinderwagen tut.

Und auch das Gebet, welches bis zu 5 mal am Tag in der Wohnung verrichtet wird, möchte sie schon mitmachen. Hierzu reicht es ihr nicht aus, dass wir ihr einen kleinen Gebetsteppich ausbreiten, nein, sie möchte auch (genauso wie Mama) einen Hijab tragen, also ein weites Gewand mit Kopftuch.

Bei uns zu Hause ist das etwas so normales, diesen Wünschen unserer kleinen Tochter nachzukommen, und niemals wären wir auf die Idee gekommen, dass dies einer Sexualisierung unseres kleinen Lieblings gleichkommen würde – wie es kürzlich die Staatssekretärin Serap Güler (CDU) in den Medien behauptete.

Die Verkürzung religiöser Handlungen auf einen zwingenden weltlichen Sinn ist eine oberflächliche Erscheinung. Viele Dinge tun wir Muslime auch einfach nur, weil es ein Gottesdienst ist. Hierzu gehört das rituelle Gebet ebenso wie das Tragen religiöser Kleidung.

Beides (Gebet und Hijab) ist für unsere kleine 2-jährige Jenna Luise keine religiöse Pflicht, das ist aber kein Grund für uns, ihr diese Gottesdienste zu verwehren. Wenn sie uns imitieren und mitbeten möchte, dann sei ihr das erlaubt, und wir freuen uns sogar sehr darüber. Und wenn sie dabei wie ihre Mutter aussehen möchte, nämlich mit Hijab, warum sollten wir ihr das verbieten?

Und sie sieht sooo süß aus mit dem Kopftuch – und dabei denkt keiner von uns an Sex oder ähnliches, Gott bewahre, das ist eine böse Unterstellung.

Hadith: Wer müht sich ab auf dem Wege Allahs?

Der Tabi’i Ayub as-Sakhtiyani berichtete folgendes:

„Mir wurde gesagt, dass einst die Gefährten des Propheten ﷺ in einem ihrer Häuser [zusammen] waren. Ein Mann beehrte sie und sie waren über dessen Jugend und Kraft erstaunt, [und] hierauf sagten sie:

«Wenn er doch nur seine Jugend und Kraft auf dem Wege Allahs nutzen würde [d.h. im Kampf].»

Der Prophet ﷺ hörte dies und sagte:

«Befindet sich etwa nur derjenige auf dem Wege Allahs, der kämpft oder an einem Feldzug teilnimmt?
Wer sich bemüht, um [selbst] bedürfnislos zu sein*, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Eltern bedürfnislos sind, der ist auf dem Wege Allahs!
Wer sich bemüht, dass seine Familie bedürfnislos ist, der ist auf dem Wege Allahs.
Wer sich bemüht, Besitz anzuhäufen, um anzugeben, der ist auf dem Wege Satans.»“

(Quelle: Tanbihul Ghafilin von Muhammad Ibn Ibrahim as Samaraqandi / Hadith 225# / al-Albani verzeichnet den Hadith in seinem As-silsilah as-shahihah / Abu Huraira überliefert ihn in einem ähnlichen Wortlaut )

[*Mit „Bemühen um Bedürfnislosigkeit“ ist die Erlangung/Erwirtschaftung der jeweiligen Versorgung gemeint.]

Ein herzlicher Dank - für Übersetzung und Unterstützung - geht raus an den Bruder Behzad Zibari.

Ist die Namensänderung bei Islamkonvertiten eine Unsitte?

von Yahya ibn Rainer

Vor einiger Zeit machte mich ein Bruder aus Hannover auf einen Blog aufmerksam, der von einem Konvertiten aus den USA gepflegt wird. Der Name dieses Konvertiten ist Joe Bradford und er studierte und graduierte im Fach Islamisches Recht und Rechtstheorie an der Islamischen Universität zu Medina.

Aus dem folgenden Blogbeitrag habe ich einen Teil in die deutsche Sprache übertragen:

What’s in a name? or Why you don’t have to and shouldn’t change your name in Islam. (http://www.joebradford.net/change-name-islam)

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