Schlagwort-Archive: Physik

Buchauszug: Gustave le Bon – Arabische Werke der „Ursprung unserer optischen Kenntnisse“

«Die Hauptwerke der Araber über Physik sind verlorengegangen. Wir kennen nur die Titel der wichtigsten, so beispielsweise den des Werkes von Hassan ben Haithem über direkte, reflektierte und gebrochene Lichtstrahlung und über Brennspiegel.

Wir können jedoch aus den wenigen erhalten gebliebenen Arbeiten auf die Bedeutung der anderen schließen. Eine der bemerkenswertesten ist Alhazens Abhandlung über Optik, die ins Lateinische und ins Italienische übersetzt wurde und für Kepler bei seinem Werk über Optik eine große Hilfe war.

Sie enthält äußerst kluge Kapitel über den Brennpunkt von Hohlspiegeln, über den scheinbaren Ort der Spiegelbilder, die Lichtbrechung, die scheinbare Größe der Gegenstände u. a. m..

Namentlich findet sich dort die geometrische Lösung des folgenden Problems, die in einer Gleichung vierten Grades besteht: den Reflexionspunkt auf einem sphärischen Spiegel zu finden, wenn der Ort des Gegenstandes  und der des Auges gegeben sind.

Der Gelehrte Chasles bezeichnet dieses Werk „als den Ursprung unserer optischen Kenntnisse“.»

(Gustave le Bon, La civilisation arabe, 1884 / aus dem Französischen von Peter Aschner, Die mittelalterliche Welt der Araber, F.A. Herbig Verlagsbuchhaltung, München – Berlin ©1974, Seite 75)

Buchauszug: Yukawa Hideki – Die schöpferischen Kraft des Höchsten Wesens

Prof. Dr. Yukawa Hideki war 1949 der erste japanische Physiker der den Nobelpreis erhielt. Er bekam die Auszeichnung für seine Vorhersage der Existenz der Mesonen, die auf der Theorie der Kernkräfte beruhte. Hideki zu Ehren benannten die Macher von Star Trek: Deep Space Nine eine  cardassianische Raumschiffklasse nach ihm.   :)

»Die Relativität setzte  mathematische Beziehungen an die Stelle eines mechanischen Musters im Universum. Aber sie erhöhte Kontinuität und Einheit der Ursache und machte sie verständlicher: eine neue Art Determinismus und Prädestination.

Aber die Entdeckung der „Quantentheorie“ forderte eine ganz andere Erklärung. Sie zeigt „Mangel an Zusammenhang“ […]. Das Universum, vom Gesichtspunkt der Quantentheorie betrachtet, erwies  sich als unzusammenhängend und höchst aktiv, dynamisch, rastlos, unbeständig und ununterbrochen schöpferisch.

Ein Meson ändert die Planfolge seiner Energie binnen einer sehr kurzen Zeit und ohne eine außenstehende Tätigkeit. Hier scheint sich ein schöpferischer Prozeß auf eine spontane und nicht vorauszusehende Art zu offenbaren. So bin ich einerseits mehr denn je beeindruckt durch die Wucht eines Grundgesetzes und anderseits durch die dynamischen und schöpferischen Seiten der Natur.

Der Ursprung des Grundprinzips ist zweifelsohne etwas Unbekanntes, das die Reiche von Raum und Zeit übersteigt – ein Bestehen, das allumfassend und ewig ist.

In dem Mangel an Zusammenhang und in den spontanen Energieblitzen liegt meines Erachtens nach die der Natur eigene Garantie für den Glauben an einen freien Geist. Durch die Wissenschaft selbst gelangt man zum Allumfassenden, zur Ewigkeit, zur schöpferischen Kraft, welche die Alten das Höchste Wesen nannten.«

(Prof. Dr. Yukawa Hideki, im The American Magazine, 21.01.1951 / zitiert und übersetzt von Jean Pierre Hamilius in seinem Buch Die Amerikanische Revolution, ein Fanal der Freiheit, ©1984, Fußnote 3 auf Seite 22)

Buchauszug: Alle leblosen Dinge handeln in unbedingtem Gehorsam nach dem Willen ihres Schöpfers

„Die Lebensbedingungen werden durch menschliche Tätigkeit erzeugt. […] Daher geht die Rede in diesem Buch nur von einer der Kräfte des Menschen, nämlich, vom Gebrauch seiner physischen, tätigen Lebensenergie. Ein lebender Mensch dieser Erde ist innerhalb der Dimensionen von Raum und Zeit eine Einheit physischer Ernergie, die wie physische Ernergie innerhalb der Grenzen der Gesetze der Physik wirkt. […]

Der Mensch ist nicht der Schöpfer dieser Gesetze. Er kontrolliert, ändert oder erobert sie nicht; […] Nichts ist absurder, als die so zum Ausdruck gebrachte Ansicht „Der Mensch erobert die Natur“. Tatsache ist, daß während Tausenden von Jahren von Irrtümern, Bemühungen und Fehlschlägen die Menschen die unabänderlichen Gesetze entdecken, die in der Natur bestehen.

Warum fällt Regen? Warum bläst der Wind? Warum erzeugen Elektrone Licht, wenn sie mit Molekülen leblosen Gases zusammentreffen? Die Menschen lernen das Was und das Wie. Die einzige Antwort auf das Warum lautet: Alle leblosen Dinge handeln in unbedingtem Gehorsam nach dem Willen ihres Schöpfers. Ein „Gesetz der Physik“ ist nichts anderes als Gottes Wille, der auf diesem Planeten innerhalb der Dimensionen von Raum und Zeit wirksam ist.

Um auf dieser Erde zu leben, müssen die Menschen auch im Einklang mit den Naturgesetzen handeln. Um Korn zu mahlen, ein Gewicht emporzuheben, Mauern aufzurichten, die ein Dach stützen, müssen die Menschen die Gesetze der Physik kennen und nach ihnen Handeln. Die Menschen lernen leichter, bequemer und länger zu leben, je besser sie die Naturgesetze verstehen und je besser sie ihnen gehorchen. Um ein Flugzeug zum Fliegen zu bringen, mußten die Gebrüder Wright einige Gesetze der Ärodynamik entdecken und ihnen gehorchen. Um elektrisches Licht herzustellen, mußte Edison einige Gesetze der Elektronik entdecken und ihnen gehorchen.

Das ist in der Tat sehr wenig um den Willen Gottes zu erkennen. Der Wissenschaftler geht angesichts der großen Unwissenheit und der winzigen Kenntnisse des Menschen bescheiden und demütig an die Realität heran.“

(Die Amerikanische Revolution – ein Fanal der Freiheit, von Rose Wilder Lane, übertragen aus dem Amerikanischen, bearbeitet und erweitert von Jean Pierre Hamilius, Seite 21-22 )