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Buchauszug: Markus v. Hänsel-Hohenhausen – So dass jeder Leser auch weiß, was er denken soll

Der Autor Markus v. Hänsel-Hohenhausen zitiert in seinem Buch „Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches“ auch Passagen aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. In der ersten Fußnote zur Quelle schreibt er folgendes:

„Hitler, Mein Kampf, S. 80 (Raubdruck), ich habe verschiedene Ausgaben des Buches benutzt, vor allem einen amerikanischen Raubdruck, der über das Internet bestellt werden kann. Die kommentierte Ausgabe von Christian Zentner war weniger ergiebig (München 2004, 17. Aufl.). Sie mutet dem Benutzer nur kleine Häppchen des in Deutschland verbotenen Buchs zu, stets eingebettet in Erläuterungen, so dass jeder Leser auch genau weiß, was er denken soll. Das Vertrauen in die Aufklärung, die das Subjekt als von Natur aus zum Selbstdenken befähigt festgestellt hat, auf dass es seine Unmündigkeit überwinde, ist offensichtlich nach 230 Jahren Aufklärung in Deutschland nicht allzu groß.“

(Dr. Markus von Hänsel-Hohenhausen, Hitler und die Aufklärung – Der philosophische Ort des Dritten Reiches, Seite 17, Fußnote)

In Großbitannien, den USA und sogar in Israel ist der Druck und Verkauf des Buches übrigens vollkommen legal, so wie in vielen anderen Ländern dieser Welt.

Fundstück: Erik von Kühnelt-Leddihn – Die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus

Immer wenn sich mir die Gelegenheit dazu bietet, mache ich Mitmenschen – und vor allem Glaubensgeschwister – darauf aufmerksam, dass man kritischer mit dem Medienvokabular umgehen sollte und nicht alles so übernehmen sollte wie es uns aufgetischt wird. Wie manipulativ die Medienberichterstattung sein kann, müssen wir orthodoxen Muslime ja bereits seit einigen Jahren erfahren. Aber wir sind nicht das einzige Feindbild, welches von den hiesigen Medien aufs Korn genommen wird.

Ebenfalls ist ihnen alles zuwider, was nicht mindestens ebenso demokratistisch und linkslastig ist wie sie. Dazu gehören auch konservative Kräfte aus der praktizierenden Christenheit, dem orthodoxen Judentum und dem Libertarismus. Faktisch jeder, der nicht das Liebeslied von Demokratie, Feminismus, Frühsexualisierung, Schwulen-Ehe usw mitsingt, ist in ihren Augen ein Rechter, und rechts ist eben genau das selbe Adjektiv, mit welchem man heute auch Nazis bezeichnet.

Nazis sind aber nicht rechts, Nazis sind Sozialisten, also Linke. Sie sind zwar nebenbei auch Nationalisten und Rassisten, aber dass ändert nichts an ihrer sozialistischen Ausrichtung. Die Tatsache, dass sich rote und braune Sozialisten gegenseitig die Köppe einhauen liegt wohl eher an der Konkurrenz als an der Gegensätzlichkeit.

Zu diesem Thema möchte ich gern einen Aufsatz bemühen, verfasst von einem bekannten katholischen Universalgelehrten des letzten Jahrhunderts. Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Leddihn ist für mich kein Unbekannter. Ich zitierte ihn schon mehrfach auf diesem Blog und empfehle u.a. sein Buch Konservative Weltsicht als Chance. Hier also sein Aufsatz zum Thema:

Der linke Etikettenschwindel
Kein Gegensatz, sondern eher Konkurrenzkampf
Erik von Kuehnelt-Leddihn über die wahre ideologische Heimat des Nationalsozialismus

Als in der Endzeit der Weimarer Republik die kommunistischen und die nationalsozialistischen Schlägertrupps handgreiflich aneinandergerieten (siehe oben), ging es nicht um diametral gegensätzliche Ideologien, sondern um den Machtkampf zweier Gruppierungen, die sich in vielen wichtigen Punkten ähnlich waren. Ich bin ein Rechter und daher ein absoluter Gegner des Nationalsozialismus. Wenn das den Leser überrascht, kennt er entweder wie einst die Einwohner von Niniveh (Jonas, 4, 10) den Unterschied zwischen „rechts“ und „links“ oder den wahren Charakter des Nationalsozialismus oder vielleicht auch beides nicht.

Auf jeden Fall aber ist die schlechte Angewohnheit, die brandlegerischen Punker „Rechtsradikale“ zu nennen, genau so ein glatter Unsinn, wie den Massenmord an Geisteskranken, Israeliten und Zigeunern als „Holocaust“ (mit englischer Orthographie!) zu bezeichnen, denn so nannten die frommen Hellenen ihre Brandopfer für die Gunst ihrer Götter.

Der Nationalsozialismus entstand in Böhmen, und zwar 1896, als tschechische Sozialdemokraten, die den Sozialismus auf internationaler Ebene als irrealistische Utopie empfanden, unter der Führung von Klofac, Stribrny und Franke eine nationalsozialistische Partei gründeten. Ihr Führer wurde 1919 Eduard Benes, ein Nationalsozialist von echtem Schrot und Korn, der schon 1943 im Exil erklärte, daß man Hitler nachahmen müsse. Das Leitbild dieser neuen Partei war die taboritische Bewegung der Husiten, die radikal links, nationalistisch und fanatisch deutschfeindlich war.

Der nationalistische Linksdrall in Böhmen und Mähren fand Widerhall unter manchen Deutschen dieser Länder, denen die „Deutschnationale Partei“ zu bürgerlich war, und so schlossen sie sich in einer „Deutschen Arbeiterpartei“ zusammen. Vorschläge, sich auch nationalsozialistisch zu nennen, lehnten sie wiederholt ab, denn sie wollten nicht als Nachahmer von Tschechen gelten.

Goebbels sah sich als Repräsentant der politischen Linken. Erst am 5. Mai 1918 in Wien wurde die DAP in „Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei“ umbenannt. Ihr Programm war eindeutig links. Es war offen gegen die Donaumonarchie gerichtet, antihabsburgisch, antiaristokratisch, antiklerikal, antikapitalistisch und – einziger Unterschied zu ihrem tschechischen „Vorbild“ auch antisemitisch. Die Namenserweiterung fand – ein symbolischer Zufall? – am 100. Geburtstag von Karl Marx statt.

Dann kamen bald das Kriegsende und der „Umsturz“. Hitler diente in München mit roter Armbinde unter den Kommunisten (siehe J. Fest: „Hitler“, 1973, S. 122). Bei den ersten Wahlen in der Tschechoslowakei bekamen die deutschen Nationalsozialisten schon 42.000 Stimmen.

Der aus Böhmen ausgewiesene Ingenieur Rudolf Jung überredete Hitler, der in München auch einer „Deutschen Arbeiterpartei“ angehörte und beabsichtigte, ihr die Bezeichnung „sozialrevolutionär“ zu geben, sie lieber „nationalsozialistisch“ zu nennen. Jung überzeugte ihn auch, die rote Fahne als zugkräftiges Symbol zu benützen. Im Dritten Reich wurde die „altösterreichische“ Führungsgruppe der DNSAP-NSDAP unter den Teppich gekehrt und mit kleineren Stellungen abgefüttert, um die „Originalität“ des „Größten Führers aller Zeiten“ nicht in Frage zu stellen. Nach 1945 wurde sie dann von den tschechischen Nationalsozialisten im Verein mit den Kommunisten in Böhmen und Mähren ausgerottet. Rudolf Jung verhungerte 1945 im Prager Pankrac-Gefängnis; Hans Krebs wurde 1947 hingerichtet.

Selbstverständlich bestanden die leitenden Nationalsozialisten (Hitler, Goebbels, Heß) stets darauf, echte, wenn auch „deutsche Demokraten“ und gute Republikaner zu sein. Für Rudolf Heß war der Nationalsozialismus die „edelste Form der europäischen Demokratie“. Goebbels bekannte sich sogar noch 1926 als „deutscher Kommunist“ und erklärte 1933 dem „Petit Parisien“ in einem Interview, daß die Deutsche Revolution das Gegenstück zur Französischen sei.

Doch der Linksdrall trieb Goebbels zur Aussage: „Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind.“ War es doch auch das Programm der Braunen, den „bürgerlichen Klassenstaat zu zertrümmern“, wie Hitlers bis in den Tod treuester Paladin, Goebbels, es geplant hatte (siehe sein „Der Nazi-Sozi“, 1932, S. 10). Ja aber, fragt vielleicht der naive Zeitgenosse, haben die Braunen nicht „dennoch“ behauptet, „rechts“ zu stehen? Keine Spur! Goebbels erklärte am 6. Dezember 1931 im „Angriff“, daß die NSDAP die „deutsche Linke“ verkörpere und den „bürgerlichen Nationalismus“ verachte. Kann das deutlicher gesagt werden? Was will man mehr?

Über Nacht wechselten viele in das internationale Lager. Doch unsere geschichtslosen Spießer sind nicht so leicht zu überzeugen: Die NSDAP kämpfte doch gegen den so linken Kommunismus, also war sie sein rechter Feind! Aber man erinnere sich daran, daß bei den Wahlen im November 1932, bei einem Rückgang der braunen Stimmen, die Kommunisten 100 Vertreter in den Reichstag schickten: Viele Nationalsozialisten waren über Nacht zu Internationalsozialisten geworden.

Hitlers Ziel war die Vernichtung der konservativen Kräfte.Von Speer wissen wir, wie sehr Hitler später bereut hatte, Franco und nicht die ihm viel sympathischeren, die Friedhöfe und Leichen schändenden Rotspanier unterstützt zu haben. Zudem betrachtete Hitler den Nationalsozialismus als eine „auf exakter Wissenschaft aufgebaute Volksbewegung“, eine Formel, die sicherlich auch Lenin hätte benützen können.

Doch unsere Spießer geben nicht nach. Für sie (aber nicht nur für sie) bleiben Braun und Rot „diametrale Gegensätze“. Und da kommen sie mit dem großen Blödsinn, den L.S. Mercier verbreitet hatte: „Die Extreme berühren sich.“ Siedendes Wasser und Eis? Geparde und Schnecken? Mücken und Elefanten? Wenn man so einen Stammtischpolitiker fragt, wo er selbst stünde, hören wir ihn wahrscheinlich mit leicht vibrierender, klagender Stimme gestehen: „In der Mitte! In der Mitte!“ Worauf ich dann boshaft bemerke: „Also Ihrer Meinung nach am halben Weg zwischen dem Obersalzberg und der Lubjanka?“ Nein! Das hört er natürlich auch nicht gern.

Man muß sich einmal das Programm der Nationalsozialisten für das Ende des Zweiten Weltkriegs im Falle ihres Sieges vorstellen. Unser Spießer wird sagen, daß dies ein Sieg des „Kapitalismus“ über den „Sozialismus“ gewesen wäre, aber das würde keineswegs so gewesen sein. Walter Haids „Sozialismus als Träger des Dritten Reiches“ (Berlin, 1935) möge da als Augenöffner dienen.

Dagegen wendet die linke Propaganda ein, daß die Wahlsiege der Nationalsozialisten durch das „Großkapital“ finanziert wurden. Tatsächlich aber hat das Großkapital alle politischen Parteien, außer die Kommunisten, unterstützt (die bekamen ihr Geld aus Moskau). Ludwig von Mises hat uns verraten, daß die deutschen Industriellen, deren Land jahrelang höchst undemokratisch durch Notverordnungen regiert wurde, schließlich vor der Wahl standen, entweder von den Braunen versklavt oder von den Kommunisten notgeschlachtet zu werden.

Hätte Hitler einen Sinn für Humor gehabt, würde er Woodrow Wilson ein kolossales Denkmal gesetzt haben, denn dieser amerikanische Präsident hatte 1917 nach dem Fall der russischen Monarchie ein wahres Völkerringen in einen ideologischen Kreuzzug verwandelt, dessen Produkt die Weimar Republik war. Die bot der NSDAP – genau so wie es Plato von der Volksherrschaft vorausgesagt hatte – den idealen Rahmen zur Wandlung in die Tyrannis. Hitler aber hatte, abgesehen von der Übernahme des Chaplin-Schnurrbarts, wenig Sinn für Humor.

Nun erfährt man aber in Goebbels „Tagebuch“ (II. 14), daß es, wie ihm Hitler verriet, nach einem Endsieg des Dritten Reichs allen „konservativen“ Kräften, vor allem dem Christentum, an den Kragen gegangen wäre. Es war schließlich, wie Dahrendorf sagte, die Moderne, die 1933 in Deutschland ihren Einzug gefeiert hatte, während die Rechte, die „Reaktion“ am 20. Juli 1944 das so linke „Rad der Geschichte“ zurückdrehen wollte, was aber leider nicht gelang.

Alle großen Europäer, so verkündete der Amerikaner Allan Bloom, seien immer rechts gestanden. Das trifft selbst auf Freud zu. Marx war ein verhängnisvoller, aber kein „großer Europäer“. Die Tatsache, daß 34 Jahre nach seinem Tod ein Sechstel der Erde seiner Ideologie untertan gemacht werden konnte, besagt gar nichts. Je dümmer eine populistische Theorie, desto rascher ihr Sieg. Das Christentum brauchte immerhin nicht 34, sondern 300 Jahre, um in einem großen Sektor der Ökumene zu triumphieren.

In einem sehr guten Aufsatz hat der sächsische Justizminister Steffen Heitmann (siehe Deutschland-Magazin 7/97) den Unterschied zwischen Rechts und Links herausgearbeitet. Seit einem halben Jahrhundert beschäftige ich mich mit diesem Thema. „Rechts“ steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Vielfalt, „Links“ für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes). Hier muß man auch bemerken, daß Freiheit und Gleichheit Gegensätze sind, denn Gleichheit ist „unnatürlich“ und kann lediglich in der Tyrannis künstlich geschaffen werden. Nur Sklaven sind „gleich“.

Nationalismus und Rassismus sind links, Patriotismus ist rechts. Das Christentum steht rechts, und der Dominikaner Bruckberger sagt mit Recht, das Neue Testament sei eine Botschaft der menschlichen Ungleichheit. Tatsächlich ist in fast allen Sprachen Rechts ein positiver, Links ein negativer Begriff. Im Deutschen hängt „rechts“ mit richtig, gerecht und Recht zusammen (im Englischen ist es ähnlich). Im Slawischen leitet die Silbe prav eine ganze Reihe positiver Bezeichnungen ein.

Die NS-Abgeordneten gehörten nicht auf die äußerste Rechte. Im Italienischen ist la sinistra die Linke, il sinistro der Unglücksfall. Analoges finden wir im Arabischen, im Sanskrit, im Japanischen und Ungarischen. Auch die Bibel spricht dieselbe Sprache. Prediger 10,2 sagt uns, daß gegen alle Anatomie das Herz des Weisen auf der Rechten und das des Narren auf der Linken schlägt. Welcher konfuse Idiot war aber dafür verantwortlich, die NS-Abgeordneten auf der äußersten Rechten des Reichstags anzusiedeln? Stalin dekretierte aus ideologischen Gründen, daß man die Nationalsozialisten „Faschisten“ nennen müsse, und die deutsche Linke folgte lakaienhaft diesem Ukas. In Wirklichkeit hatte Mussolini während seiner Jahre in Welschtirol von den tschechischen Nationalsozialisten im Wiener Reichsrat und ihrer husitischen Inspiration gehört. Das bewog ihn 1913 in Rom, ein Buch über Hus („Giovanni Hus, il Verdico“) zu veröffentlichen.

Die Gleichsetzung mit dem Faschismus ist höchst ungerecht

Mussolini kam vom italienischen Sozialismus her, und seine Bewegung hatte anfänglich und auch am Ende einen strikt republikanischen Charakter (die Fasces sind ein republikanisches Symbol!). Erst in der Republica Sociale Italiana konnte er sich ganz austoben. Vorher war er durch Monarchie und Kirche „beengt“ gewesen.

Freilich hatte der Faschismus auch eine nichtpolitische Rolle: den im Grund so anarchischen Italienern ein wenig Disziplin beizubringen, um sie so mit den industriellen Nationen des Nordens wettbewerbsfähig zu machen. Es war auch keineswegs in den Sternen geschrieben, daß Italien sich im Zweiten Weltkrieg auf die Seite des Dritten Reiches schlagen würde. Dafür war die hirnlose Außenpolitik Edens verantwortlich. Den Nationalsozialismus „faschistisch“ zu nennen, belastet die Italiener moralisch in höchst ungerechter Weise.

Wie auch immer: Der Nationalsozialismus hat mit der rechten Tradition Europas nicht das Geringste zu tun. Daher beginne oder schließe ich auch meine Vorträge in Übersee oft mit den Worten: „Ladies and Gentlemen, Right is Right and Left is Wrong.“

Was haben Barack Obama und Adolf Hitler gemeinsam?

von Yahya ibn Rainer

Der Friedensnobelpreis ist eine Kategorie des von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestifteten Nobelpreises. Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

So steht es bei Wikipedia.

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Die Akte Polkes

von Yahya ibn Rainer

Wir schreiben das Jahr 1937. Genau genommen, Februar 1937

Seit der Machtergreifung Adolf Hitlers und seiner NSDAP im Januar 1933, ist vieles passiert im Deutschen Reiche. Am 27.02.1933 gab es den Reichtagsbrand, am 20.03.1933 wurde die Errichtung des ersten Konzentrationslagers (Dachau) begonnen, am 24.03.1933 tritt das Ermächtigungsgesetz in Kraft, im April 1933 starteten die ersten Aktionen der SA gegen Juden und (von wenigen Ausnahmen abgesehen) werden alle jüdischen Beamten aus dem Staatsdienst entlassen und jüdische Ärzte bekommen ein Zulassungsverbot. Im Mai 1933 kommt es zur Bücherverbrennung und im September 1933 werden sämtliche Juden aus den kulturellen Berufen ausgeschlossen. Im September 1935 wird die Rassentrennung an den Schulen durchgesetzt und die Nürnberger Rassengesetze werden im Reichstag einstimmig beschlossen. Im Januar des Jahres 1937, und somit kurz vor dem obigen Datum, werden sogar alle Beamte aus dem Staatsdienst entlassen, die einen jüdischen Ehepartner haben.

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Wie entstand Hitlers National- und Rassenwahn?

von Yahya ibn Rainer

Für gewöhnlich passiert es im Leben eines jeden Deutschen während seiner Schulzeit, so etwa in der 5. oder 6. Klasse, wenn man das Fach Geschichte frisch belegt, dann werden üblicherweise diese Themen sofort angepackt. 2. Weltkrieg, Holocaust, Antisemitismus, Verfolgung, Vernichtung, Hass und der Inbegriff dieses Ganzen, die Überschrift über diesem Kapitel der deutschen Geschichte, Adolf Hitler.

Man erfährt grausames über diese Zeit. Entgleister Hass, fehlende Courage und automatisierte und systematische Vernichtung menschlichen Lebens. Und scheinbar alles geplant und entfacht durch diesen einen – vermeintlich – großen Führer.
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Ich machte mir bereits sehr früh Gedanken über diesen Mann. In der Schule lernte man alles über den Beginn, den Verlauf und das Ende der Hitlerzeit in Deutschland, aber auf die Person an sich, ihren Werdegang und den Auslöser ihres grenzenlosen Hasses gab es keine Antworten. „Ein Mensch ist nicht von Geburt an böse!“, so sagte ich es schon früher. Adolf Hitler war bestimmt ein normales Baby, Kleinkind, später Schulkind und Jugendlicher. Für derartig abartige Charakter- und Seelenzüge muss es einen oder mehrere Auslöser gegeben haben, negative Erfahrungen bzw Ansichten brauchen eine Bestätigung, damit sie sich in dieser heftigen Weise in Handlungen manifestieren.
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Aber die deutsche Schulpädagogik sieht diese Herangehensweise wohl nicht als zielführend. „Das war böse und darf nie wieder geschehen! Aber wie es dazu kommen konnte, wo die Wurzel oder das Fundament für solche Auswüchse auszumachen ist, das tut nichts zur Sache!“ So bleibt man also ratlos zurück.
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Eines der wenigen authentischen Werke in der Literaturauswahl über die Person Adolf Hitler ist wahrscheinlich sein eigenes Buch, Mein Kampf. Hier geht er nämlich auf seinen Werdegang ein, gibt Einblick in seine Jugend und seine Stationen auf dem Weg zu dem, was er letztendlich wurde. Und auch wenn man Adolf Hitler nicht unbedingt als einen wahrhaftigen Menschen bezeichnen kann, so sind doch seine eigenen Worte und  Wahrnehmungen tausendmal authentischer als irgendwelche Literaten, die mit spekulativer und experimenteller Psychoanalyse an einem Verstorbenen Rückschlüsse ziehen.
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Auch wenn der Druck und Vertrieb des Buches in Deutschland verboten ist (in Israel und USA übrigens nicht), so stellt das in Zeiten des WorldWideWeb kein Hindernis mehr dar und man kann sich das Buch problemlos als PDF herunterladen. Ich habe es nicht komplett gelesen und habe das auch nicht vor. Die kranken Ansichten dieses Satans interessieren mich nicht, vielmehr interessierte mich wie er zu diesen Ansichten kam. Hierfür reichen die ersten 2 Kapitel vollkommen aus.
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Zum Patrioten bzw Nationalisten wurde Adolf Hitler recht früh. Bereits in der Schule zeigte er anscheinend großes Interesse an der deutschen Geschichte und ihren Helden. Antisemitismus war zu dieser Zeit jedoch noch nicht Teil seiner Gesinnung, ganz im Gegenteil. Sein Vater, der Weltbürger, schien in dieser Hinsicht wohl einen eher positiven Einfluss auf ihn gehabt zu haben.

„Es ist für mich heute schwer, wenn nicht unmöglich, zu sagen, wann mir zum ersten Male das Wort „Jude“ Anlaß zu besonderen Gedanken gab. Im väterlichen Hause erinnere ich mich überhaupt nicht, zu Lebzeiten des Vaters das Wort auch nur gehört zu haben. Ich glaube, der alte Herr würde schon in der besonderen Betonung dieser Bezeichnung eine kulturelle Rückständigkeit erblickt haben. Er war im Laufe seines Lebens zu mehr oder minder weltbürgerlichen Anschauungen gelangt, die sich bei schroffster nationaler Gesinnung nicht nur erhalten hatten, sondern auch auf mich abfärbten.“

(Mein Kampf, Seite 54)

Diese abgefärbte weltbürgerliche Anschauung seines Vaters, machte es für den jungen Adolf Hitler dann wohl auch so unangenehm, wenn in seiner Anwesenheit andere „die Juden“ zu ihrem Streitthema machten.

„Erst in meinem vierzehnten bis fünfzehnten Jahre stieß ich öfters auf das Wort Jude, zum Teil im Zusammenhange mit politischen Gesprächen. Ich empfand dagegen eine leichte Abneigung und konnte mich eines unangenehmen Gefühls nicht erwehren, das mich immer beschlich, wenn konfessionelle Stänkereien vor mir ausgetragen wurden.  Als etwas anderes sah ich aber damals die Frage nicht an.“

(ebenda Seite 55)

Auch in weiteren Textstellen wird ersichtlich, dass der bereits vorhandene Antisemitismus in der damaligen Wiener Gesellschaft nicht Hitlers Ding war. Wie unangenehm ihm die erste Konfrontation mit der sogenannten Judenfrage war, dass lesen wir hier:

„Ich will nicht behaupten, daß die Art und Weise, in der ich sie [die Judenfrage Anm. d. Verf.] kennenlernen sollte, mir besonders angenehm erschien. Noch sah ich im Juden nur die Konfession und hielt deshalb aus Gründen menschlicher Toleranz die Ablehnung religiöser Bekämpfung auch in diesem Falle aufrecht. So erschien mir der Ton, vor allem der, den die antisemitische Wiener Presse anschlug, unwürdig der kulturellen Überlieferung eines großen Volkes. Mich bedrückte die Erinnerung an gewisse Vorfälle des Mittelalters, die ich nicht gerne wiederholt sehen wollte. Da die betreffenden Zeitungen allgemein nicht als hervorragend galten – woher dies kam, wußte ich damals selber nicht genau -, sah ich in ihnen mehr die Produkte bürgerlichen Neides als Ergebnisse einer grundsätzlichen, wenn auch falschen Anschauung überhaupt.

Bestärkt wurde ich in dieser meiner Meinung durch die, wie mir schien, unendlich würdigere Form, in der die wirklich große Presse auf all diese Angriffe antwortete oder sie, was mir noch dankenswerter vorkam, gar nicht erwähnte, sondern einfach totschwieg.“

(ebenda Seite 56)

Das Bild, dass sich hier vom jungen Adolf Hitler abzeichnet, ist vollkommen anders als das, was später daraus werden sollte. Hier möchte ich ansetzen. Denn es sind eigentlich nur eine schicksalshafte Begegnung und eine inhaltliche Bestätigung, die auf einem scheinbar harmlosen Fundament ein ideologisches Monster erwachen ließen.

Anfangen möchte ich mit dem Fundament, nämlich dem europäisch-abendländischen Nationalismus, von dem Adolf Hitler schon seit frühester Jugend vereinnahmt war. Man bemerkt diese europäisch-abendländische Komponente sehr gut, als er in seinem Buch die Juden aus Linz beschreibt, wo er lebte bevor er nach Wien ging.

„Linz besaß nur sehr wenig Juden. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich ihr Äußeres europäisiert und war menschlich geworden; ja, ich hielt sie sogar für Deutsche.“

(ebenda Seite 55)

Hier also ein positiver Bezug zu den Juden von Linz, weil sie sich im Laufe der Jahrhunderte „europäisiert“ hatten und dadurch „menschlich“ wurden. Ein klarer Hinweis auf die Herkunft der Juden, die ja nicht europäisch (bzw abendländisch) war, sondern orientalisch (bzw morgenländisch). Eine Unterscheidung die man heute auch noch (oder wieder) in der Gesellschaft und Politik vorfindet. Egal ob Geert Wilders, Helmut Schmidt oder Thilo Sarrazin, sie alle unterscheiden offen zwischen europäisch-abendländischen Migranten und orientalisch-morgenländischen Migranten. Also ein Fundament, welches auch heute noch in der Gesellschaft existent ist und von Teilen der Politik offen gepflegt wird.

Die schicksalshafte Begegnung ist der nächste Punkt, der wohl einen maßgeblichen Schub in der schrecklichen Entwicklung Adolf Hitlers bewirkt hatte. Der Adolf Hitler, der mit seiner europäisch-abendländischen Gesinnung bisher nur den Anblick der assimilierten Linzer Juden gewöhnt war, nahm sich nun in Wien vor, mit offenen Augen durch die Straßen der Großstadt zu wandeln und machte dabei eine höchst befremdlich wirkende Entdeckung.

„Es kam die Zeit, da ich nicht mehr wie in den ersten Tagen blind durch die mächtige Stadt wandelte, sondern mit offenem Auge außer den Bauten auch die Menschen besah.

Als ich einmal so durch die innere Stadt strich, stieß ich plötzlich auf eine Erscheinung in langem Kaftan mit schwarzen Locken.

Ist dies auch ein Jude? war mein erster Gedanke.

So sahen sie freilich in Linz nicht aus. Ich beobachtete den Mann verstohlen und vorsichtig, allein je länger ich in dieses fremde Gesicht starrte und forschend Zug um Zug prüfte, um so mehr wandelte sich in meinem Gehirn die erste Frage zu einer anderen Frage: Ist dies auch ein Deutscher? Wie immer in solchen Fällen begann ich nun zu versuchen, mir die Zweifel durch Bilder zu beheben. Ich kaufte mir damals um wenige Heller die ersten antisemitischen Broschüren meines Lebens.“

(ebenda Seite 59 / Hervorhebungen durch mich)

Was sah Adolf Hitler da in den Straßen Wiens, das sein Bild vom europäisch-abendländischen Juden so ins Wanken brachte? Laut Lenni Brenner (in Zionismus und Faschismus) begegnete er hier einem galizischen Chassiden, also einen Angehörigen einer mystischen Bewegung innerhalb des orthodoxen Judentums. Diese, als besonders fromm geltenden Juden, fallen vom äußerlichen Erscheinungsbild besonders durch ihren frei und lang gewachsenen Bart, ihre Stirnlocken und die orientalische Kleidung (Kaftan) auf … alles andere als europäisch-abendländisch eben.

Diese Begegnung in der Wiener Innenstadt veranlaßte nun also den jungen Mann, Adolf Hitler, sich „die ersten antisemitischen Broschüren“ seines Lebens zu kaufen. Es schien für ihn die reinste Provokation zu sein, dass es mitten in Europa Menschen mit orientalisch-morgenländischem Hintergrund gab, die sich nicht in die Mehrheitsgesellschaft integrierten bzw assimilierten. Entgegen der europäisch-deutschen Leitkultur, zeigten sie offen ihre Herkunft und Religion und trugen sie mit Stolz zur Schau.

Der erste Schritt war also getan. Getrieben von diesem einschneidendem Erlebnis, befasste sich Adolf Hitler also erstmals mit den antisemitischen Thesen in den einschlägigen Broschüren dieser Zeit. Aber der Antisemitismus manifestierte sich noch nicht vollends in seinem Kopf. Nein, er berichtet sogar von einem Rückfall …

„Endlich war die Tonart [in den Broschüren Anm. d. Verf.] meistens so, daß mir wieder Zweifel kamen infolge der zum Teil so flachen und außerordentlich unwissenschaftlichen Beweisführung für die Behauptung. Ich wurde dann wieder rückfällig auf Wochen, ja einmal auf Monate hinaus. Die Sache schien mir so ungeheuerlich, die Bezichtigung so maßlos zu sein, daß ich, gequält von der Furcht, Unrecht zu tun, wieder ängstlich und unsicher wurde.“
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(ebenda Seite 60)
So befand er sich also in einer Art Wankelmut, denn bisher waren Juden für ihn nur Europäer bzw Deutsche mit einer anderen Konfession. Die Broschüren jedoch erklärten die Juden zu Geschöpfen eines anderen Volkes oder gar einer anderen Rasse. Die Begegnung mit dem Chassiden, in den Straßen Wiens, befeuerten diese neue Ansicht und so erklärt sich dann auch der folgende Abschnitt in seinem Buch.

„Greilich daran, daß es sich hier nicht um Deutsche einer besonderen Konfession handelte, sondern um ein Volk für sich, konnte auch ich nicht mehr gut zweifeln; denn seit ich mich mit der Frage zu beschäftigen begonnen hatte, auf den Juden erst einmal aufmerksam wurde, erschien mir Wien in einem anderen Lichte als vorher. Wo immer ich ging, sah ich nun Juden, und je mehr ich sah, um so schärfer sonderten sie sich für das Auge von den anderen Menschen ab. Besonders die innere Stadt und die Bezirke nördlich des Donaukanals wimmelten von einem Volke, das schon äußerlich eine Ähnlichkeit mit dem deutschen nicht mehr besaß.“

(ebenda Seite 60)

In diesem Stadium des Zweifels und Wankelmuts benötigt eine These bzw Theorie für gewöhnlich eine Bestätigung bzw einen Beweis. Diesen sollte Adolf Hitler dann auch bekommen. Seine Frage, ob das Judentum nur eine eigene Konfession bzw Religion sei, oder vielleicht doch ein eigenes Volk bzw eigene Rasse, sollte von einem Teil der Juden selber beantwortet werden.

„Aber wenn ich daran noch gezweifelt hätte, so wurde das Schwanken endgültig behoben durch die Stellungnahme eines Teiles der Juden selber. Eine große Bewegung unter ihnen, die in Wien nicht wenig umfangreich war, trat auf das schärfste für die Bestätigung des völkischen Charakters der Judenschaft ein: der Zionismus.

(ebenda Seite 60 / Hervorhebung durch mich)

Ab diesem Moment werden die Äußerungen Hitlers über die Juden in seinem Buche unerträglich. Jegliche Sachlichkeit geht verloren. Diese Bestätigung antisemitischer Thesen, durch einen Teil der Juden selber, besiegelte den weiteren ideologischen Werdegang.

„Nichts hatte mich in kurzer Zeit so nachdenklich gestimmt als die langsam aufsteigende Einsicht in die Art der Betätigung der Juden auf gewissen Gebieten.“

(ebenda Seite 61)

Die Tatsache, dass sich Nationalismus, Rassismus, Zionismus und Faschismus gegenseitig schon immer befruchteten, ist keine Neuigkeit. Besonders die engen ideologischen Gemeinsamkeiten zwischen dem Zionismus und dem Faschismus sind offensichtlich, aber leider ist die Thematisierung dieses Umstands immer noch mit einem Dogma belegt. Der Zionismus wird offiziell durch die Bundesrepublik Deutschland unterstützt und gefördert. Das es der Zionismus war, der den größten Verbrecher Europas der Neuzeit  in seinen Thesen bestätigte und somit wahrscheinlich prägender Teil der schrecklichen Geschichte war, das wird totgeschwiegen und in keinem deutschen Geschichtsunterricht an die Jugend vermittelt.

Zitat: Emil Ludwig – Der dankbare Zionist

„Hitler wird in ein paar Jahren in Vergessenheit geraten sein, doch er wird ein wundervolles Denkmal in Palästina haben. […] Wissen Sie […] das Auftauchen der Nazis war eigentlich sehr willkommen. So viele unserer deutschen Juden trieben zwischen zwei Ufern, so viele schwammen mit der trügerischen Strömung zwischen der Scylla der Assimilation und der Charybdis einer flüchtigen Bekanntschaft mit jüdischen Fragen. Tausende, die völlig für das Judentum verloren schienen, kehrten durch Hitler in den Schoß der Gemeinde zurück, und dafür bin ich persönlich ihm sehr dankbar.“

(Steinglass, Meyer: Emil Ludwig before the Judge, erschien in American Jewish Times, April 1936, S. 35)