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Buchauszug: Ibn Khaldun – Sind die Schwarzen die verfluchten Nachkommen von Ham ibn Nuh (alayhi salam)

«Einige Genealogen, die keine Ahnung von der Natur (solcher) Dinge haben, meinten, dass die Schwarzen die Kinder von Ham, dem Sohn von Noah, seien, die infolge der Verfluchung Hams durch Noah mit schwarzer Hautfarbe gezeichnet worden wären. Sie wähnten ferner, dass dieser Fluch dann in Hams Hautfarbe sowie darin, dass Allah dessen Nachkommen zu Sklaven werden ließ, sichtbar geworden wäre.

Was sie hierüber berichten, gehört zu den Phantastereien von Geschichtenerzählern. Die Flüche Noahs gegen seinen Sohn Ham sind in der Thora festgehalten, und es findet sich in ihr keinerlei Hinweis auf schwarze Hautfarbe. Noah verfluchte ihn, auf dass Hams Kinder zu Sklaven seiner Brüder, aber niemandes sonst würden. In der These über die Abstammung der Schwarzen von Ham spiegelt sich das Nichtwissen um die Natur von Wärme und Kälte sowie um deren Einflüsse auf die Luft und die Lebewesen, die diese Umgebung hervorbringt.»

(Ibn Khaldun / gest. 808 n.H., in al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Übersetzung leicht redigiert)

Buchauszug: ʿAmr ibn Bahr al-Jāhiz – Über den Ruhm der Schwarzen über die Weißen

Der Text "Risālat mufāḫarat as-sūdān ʿalā l-bīḍān" (Über den Ruhm der Schwarzen über die Weißen) stammt aus einem der zahlreichen Adab-Bücher des berühmten Gelehrten und Literaten Abu Uthman Amr ibn Bahr al-Jahiz (159-255 n. H.). Al-Jahiz war afrikanischer Abstammung und ein Anhänger der mutazilitischen Glaubenslehre. Dieser Auszug wurde von Walter W. Müller in die deutsche Sprache übertragen und 1967 - neben vielen anderen Übersetzungen - in seinem Buch "Arabische Geisteswelt - Ausgewählte und übersetzte Texte von al-Jahiz (777-869)" bei der Artemis Verlags-AG in Zürich publiziert.

«Die Schwarzen sagen: Die Menschen stimmen darin überein, daß es auf der Erde kein Volk gibt, unter dem die Freigiebigkeit so verbreitet und bei dem sie so vorherrschend ist wie bei den Zanj (afrikanischen Schwarzen). Nun finden sich aber diese beiden Merkmale (nämlich die Freigiebigkeit und die Tapferkeit, von der vorher die Rede war) nirgendwoanders als unter Edlen.

Dieses Volk hat die beste natürliche Veranlagung zum Tanz und zum Schlagen der Trommeln, um den Rhythmus anzugeben, ohne daß es darin unterrichtet und unterwiesen worden wäre. Es gibt auf der Erde keine besseren Sänger als die Zanj, noch gibt es auf der Erde eine Sprache, die der Zunge leichter fiele als die ihre, und es gibt auch kein Volk, das beredeter wäre und weniger dazu neigt, Beleidigungen auszusprechen.

Unter allen Völkern der Erde findet man Stotterer, Leute, die gewisse Laute schwer aussprechen können, die sich nicht leicht verständlich machen können und die in der Sprache gehemmt sind, nur bei ihnen nicht. Es gibt Männer unter ihnen, die vor dem König der Zanj vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang Reden halten, ohne es nötig zu haben sich umzudrehen und ohne einzuhalten, bis sie mit ihrer Rede fertig sind.

Es gibt auf der Erde kein Volk, unter dem körperliche Stärke und physische Kraft verbreiteter wäre als bei ihnen. Ein einzelner Mann von ihnen kann Steinblöcke hochheben und schwere Lasten schleppen, die die meisten Beduinen und Leute anderer Völker nicht zu tragen vermöchten. Sie sind tapfer, kräftig und freigiebig – und dies sind ja die Eigenschaften des Adels -, haben einen guten Charakter und wenig Hang zum Bösen. Man sieht sie immer guter Laune, lachenden Munds und ohne Arglist, was ein Zeichen des Adels ist.»

 

Zitat: ʿAmr ibn Bahr al-Jāhiz – Die Zanj (afrikanischen Schwarzen) sagen zu den Arabern …

«Die Zanj (afrikanischen Schwarzen) sagen zu den Arabern: Von eurer Unwissenheit zeugt, daß ihr uns in der Jahiliyya als euch ebenbürtig betrachtet habt (in bezug auf das Heiraten) arabischer Frauen. Als aber die Gerechtigkeit des Islams kam, habt ihr dies als schändlich und unerwünscht angesehen, obwohl doch die Wüste voll ist von unseren Leuten, die arabische Frauen geheiratet haben, befohlen, geherrscht, eure Güter verteidigt und euch vor dem Feind beschützt haben.»

ʿAmr ibn Bahr al-Dschāhiz (159-255 n.H.)

Al-Jahiz war ein Gelehrter und Literat mit afrikanischer Abstammung (also selbst mit dunkler Hautfarbe). Seine Adab-Werke sind legendär, leider aber war er ein Anhänger der mutazilitischen Glaubenslehre.
https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Jahiz

Auszug: Völkermord in Ruanda (1994) – Die Rolle der christlichen Kirchen

Als ich im April 2014 den Beitrag Auszug: Völkermord in Ruanda (1994) – Muslime als Lebensretter & Identität als Muslim publizierte – der u.a. Auszüge aus einem Arbeitspapier des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz beinhaltet – , wollte ich auf einen bestimmten Umstand aufmerksam machen.

Viele uns geläufige schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, speziell auch solche vom afrikanischen Kontinent, sind uns nur oberflächlich bekannt. Durch die Medienkonzentration auf den Nahen und Mittleren Osten jedoch, erfahren wir von Verbrechen die dort passieren viel häufiger und auch die Religionszugehörigkeit der Konfliktbeteiligten wird immer häufiger explizit erwähnt.

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Freitagspredigt: Wieder 2 wichtige Lehren gezogen

Heute war ich mal nicht in der Albanischen Moschee, wie sonst, sondern nebenan in der pakistanisch-indonesischen. Dort wird Freitags immer auf deutsch gepredigt und mir war gerade danach.

Zwei wichtige Lehren habe ich aus der heutigen Freitagspredigt gezogen:

  1. Auswandern? Nix gut! Der Imam redete eindringlich auf seine Zuhörer ein, dass es falsch sei, als Muslim von Deutschland aus nach Syrien oder in den Irak auszuwandern. Ein Muslim der dieses täte, wäre eine gescheiterte Existenz, die hier nichts auf die Reihe brächte. Solch ein Muslim würde hierzulande von Allah nichts Gutes mehr erwarten. Das jedoch wäre ein schlechtes Denken über Allah, denn immerhin hat ihn ja Allah selbst als Muslim in dieses Land gesetzt und somit müsse der Muslim dann auch hier sein Leben meistern. Der Imam kommt übrigens aus Ägypten. *smile*
  2. Kleidung aus Bangladesch haram? Nachdem der Imam uns erklärte, dass die Sünde, die ja aus einem Ungehorsam gegen Allah resultiert, eigentlich shirk (Götzendienst) sei, rief er noch dazu auf, uns nur halal (erlaubt) zu kleiden und zu ernähren. Hierbei sei zu beachten, dass Orangen aus Spanien und Kleidung aus Bangladesch (wenn ich das richtig verstanden habe) nicht halal sind, weil bei der Aufzucht und Ernte der Orangen in Spanien Afrikaner und bei der Kleidungsproduktion in Bangladesch Muslime ausgebeutet würden. Wie die Afrikaner in Spanien und die Muslime in Bangladesch ihr Geld verdienen sollen, wenn die Früchte ihrer Arbeit keine Abnehmer mehr fänden, darauf ging er leider nicht ein.

Ach wie schön, wenn man die Predigt versteht …

Auszug: Völkermord in Ruanda (1994) – Muslime als Lebensretter & Identität als Muslim

Heute wurde in Ruanda und weltweit dem Völkermord von 1994 gedacht. Innerhalb von weniger als 4 Monaten verloren in Ruanda zwischen 800.000 und 1.000.000 Menschen durch Massaker von sogenannten Todesschwadronen ihr Leben. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu.

Heute gilt der Genozid von Ruanda als eines der schlimmsten Verbrechen aller Zeiten.

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Fundstück: Verhextes Land / Christliche Nächstenliebe in Nigeria

Nigeria! Wenn wir von diesem afrikanischen Land hören, dann denken wir an Boko Haram, an Terrorismus und Krieg, ausgehend von Muslimen. Nigerianische Christen jedoch gelten als Opfer. Bereits in einem früheren Beitrag vom 04. August 2012 (Nigeria – Die Mähdrescher Gottes) habe ich versucht das Bild ein wenig gerade zu rücken. Aber dieses Fundstück übersteigt bei weitem das damals präsentierte. Lest euch die folgenden Auszüge einfach mal durch (am Ende folgt ein Link zum kompletten Artikel).

Abergläubische Eltern töten in Nigeria ihre Söhne und Töchter, weil Prediger ihnen einreden, der Nachwuchs sei vom Teufel besessen. Rettung für die Kinder gab es bislang nur an einem Ort.

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