Schlagwort-Archive: Halacha

Fundstück: BVerfG – Inzestverbot gilt in Deutschland nicht für Homosexuelle

Ja, tatsächlich. Das Bundesverfassungsgericht, Deutschlands höchste Verfassungsinstanz, beschreibt es in ihrem «L e i t s a t z  zum Beschluss des Zweiten Senats vom 26. Februar 2008» (Absatz 56) folgendermaßen:

„Der Umstand, dass beischlafähnliche Handlungen und sexueller Verkehr zwischen gleichgeschlechtlichen Geschwistern nicht mit Strafe bedroht sind, andererseits der Beischlaf zwischen leiblichen Geschwistern auch in den Fällen, in denen eine Empfängnis ausgeschlossen ist, den Straftatbestand erfüllt, stellt die grundsätzliche Erreichbarkeit der (Teil-)Ziele des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung und der Vorsorge vor genetisch bedingten Krankheiten nicht in Frage.“

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Die 3. Frage des “Kritikers”

3. Warum steht nach islamischem Recht auf Apostasie (Abfall vom Glauben, Austritt aus dem Islam) die Todesstrafe?

Mein Versuch einer Antwort:

Es handelt sich hier um eine rein theologische Frage, welche auch nur rein theologisch beantwortet werden kann. Diese Antwort wird den „Kritiker“ mit höchster Wahrscheinlich wohl nicht befriedigen, da er ja mit dem Hintergrund fragt „warum“ es im islamischen Recht so praktiziert wird. Die einzige Antwort darauf kann nur sein, „Weil es so in den islamischen Quellen gefordert wird!“.

Die Quellen zur Herleitung von Urteilen im islamischen Recht sind in erster Linie der Quran und die Sunnah. Weitere Quellen sind in den 4 verschiedenen islamischen Rechtsschulen unterschiedlich geregelt. In der hanbalitischen Rechtsschule kommt als dritte Quelle noch der Ijma‘ (Übereinstimmung der Rechtsgelehrten) hinzu, der Qiyas (Analogieschluss) ist nicht verbindlich, wird aber in Ausnahmen akzeptiert. Die schafiitische Rechtsschule gleicht in der Quellenabfolge der hanbalitischen, mit dem Unterschied, dass der Qiyas als verbindlich gilt. Die hanefitische Rechtsschule kennt neben den Quellen Quran, Sunnah, Ijma‘ und Qiyas noch Istihsan („das Fürguthalten“) und Ra’y (die freie ‚quellenunabhängige‘ Meinungsäusserung), welche aber heute wohl nicht mehr oder nur selten Anwendung finden. Die malikitische Rechtsschule kennt wohl die meisten Quellen in der Herleitung von Urteilen. Hier sind zu nennen Quran, Sunnah, Ijma‘, Qiyas, Sunnat al-Ashaab (Sunnah der Prophetengefährten), Sunnatu-t-Tabi’in (Sunnah der Nachfolgegeneration der Prophetengefährten), Sunnah Ahl al-Madina (Sunnah der Bewohner von Medina zur Lebenszeit von Imam Malik) und al-Masalih al-Mursala (die Dinge die Nutzen bringen).

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Sklaven/Knechte im jüdischen Recht (Halacha)

Oft wird der Islam von seinen Kritikern am Scharia-Recht kritisiert. Todesstrafen, Ehefähigkeit, Erbfolge, Zeugen usw., sind alles Bestandteile, die in der Scharia geregelt werden. Dieser Artikel befasst sich mit einem weiteren Thema, welches oft von Islamkritikern angesprochen wird, nämlich die Existenz von Sklaven bzw Knechten, also unfreien und leibeigenen Arbeitskräften im Scharia-Recht. Diese Arbeitnehmer werden natürlich auch im jüdischen Recht (Halacha) behandelt.

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Zitiert aus einer jüdischen Fatwa – Der Rabbiner und der Atheist

„Ein älterer Rabbiner saß einst in einem Flugzeug, das nach Israel flog, neben einem selbsternannten Atheisten. Sie unterhielten sich während des ganzen Fluges freundschaftlich.

Ab und zu kam der Enkel des Rabbis, der in einer anderen Reihe saß, zum Großvater und brachte ihm ein Getränk oder fragte ihn, ob er es ihm irgendwie gemütlicher machen könne. Nachdem das mehrere Male passiert war, seufzte der Atheist: „Ich wünschte, meine Enkel würden mich ebenso respektvoll behandeln. Sie sagen kaum hallo zu mir. Was ist Ihr Geheimnis?“

Der Rabbi antwortete: „Denken Sie nach. Für meine Enkel stehe ich Adam und Eva, den beiden Menschen, die G-tt mit seinen Händen geschaffen hat, zwei Generationen näher. Darum schauen sie zu mir auf. Aber nach der Lehre, die Sie Ihren Enkeln beibringen, sind Sie den Affen zwei Generationen näher. Warum also sollten sie zu Ihnen aufschauen?“ „

(Rabbiner Aron Moss in einer jüdischen Fatwa zum Thema Evolution oder Schöpfung)

Die Geltungskraft des jüdischen Rechts (Halacha)

Im Folgenden seht ihr einen Auszug aus dem Wörterbuch des jüdischen Rechts zum Thema der Geltungskraft. Für diesen, wie auch alle anderen Artikel bezüglich des jüdischen Rechts (Halacha), ist zu beachten, dass ich diese immer mit einem schielenden Auge auf die Muslime und das islamische Recht (Scharia) verfasse.

Wer sich also wundert, wieso der Ibn Rainer so viel über das Judentum schreibt, der muss sich ein wenig anstrengen und versuchen Zusammenhänge herzustellen. Für diejenigen, denen das ein wenig schwer fällt, werde ich hier einige wichtige Textteile unterstreichen.

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Was ist Antisemitismus? (4. Teil)

„Was unseren Vätern der Jud
ist für uns die Moslembrut,
seid auf der Hut!
3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“

Über Nacht hatten im Februar 2009 Unbekannte diese Losung in rund 70cm hohen Buchstaben an die Außenmauer der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Österreich geschmiert. Inhalt, wie auch der Ort dieser provokanten Schändung sind zwar erschreckend, jedoch nicht verwunderlich. Was viele (vor allem sogenannte „Islamkritiker“) partout nicht wahr haben wollen, ist bereits nachgewiesene und offensichtliche Wahrheit. Der christlich- und atheistisch-abendländische Antisemitismus kennt keinen Unterschied zwischen Juden und Muslimen. Beide sind ohne weiteres Austauschbar oder gleichsam hassenswert, je nach Lust, Laune und Nutzen.

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Scharia in Deutschland

von Yahya ibn Rainer
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Man stelle sich mal vor, salafitische Imame aus dem ganzen Bundesgebiet würden gemeinsam einen Verein gründen, den sie z.B. Salafitische Imamkonferenz Deutschland nennen, und würden in diesem Gremium Urteile fällen und diverse Dienstleistungen für die Muslime in Deutschland anbieten. Natürlich laden sie auch regelmäßig islamische Großgelehrte aus Saudi-Arabien ein und veranstalten mit ihnen Konferenzen und Sitzungen. Sie haben dann natürlich auch eine Internetpräsenz und würden ihre Aufgaben und Ziele dort folgendermaßen erklären:
Das Ziel dieser Imamkonferenz ist es, sich um das islamische Leben und den Erhalt und die Weiterentwicklung von islamischer Tradition und Scharia in Deutschland zu kümmern, wobei vor allem die Zuwanderung der Muslime aus den arabischen Ländern eine besondere Aufmerksamkeit erfahren soll.

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Zeugen im halachischem Recht

Folgende Anforderungen stellt die Halacha an den Zeugen in einem gerichtlichem Verfahren:

Die Zeugen nehmen in der Lehre vom Beweis im jüdischen Prozeßrecht eine bedeutende Stellung ein, weil das richterliche Ermessen durch genaue Beweisregeln begrenzt war und durch die Aussagen von zwei klassischen Zeugen der Beweis für einen zivilrechtlichen Sachverhalt oder einen strafrechtlichen Tatbestand als erbracht zu gelten hatte. Die Bedeutung der Zeugen im Zivilprozeß und Strafprozeß ist verschieden geregelt; die Einzelheiten s. Art. Beweis.

Aus dieser Stellung der Zeugen im jüdischen Prozeßrecht ergibt sich, daß an ihre Qualifikation hohe Anforderungen gestellt werden (b. Sanh. 24b ff.). Grundsätzlich als Zeugen sind ausgeschlossen Taubstumme (vgl. Gitt. 71a), Geisteskranke und Minderjährige (Cheresch schote wekatan), ferner Frauen, Sklaven und Blinde. Der Zeuge muß nicht nur unbefangen sein und darf auch nicht weitläufig mit den Parteien oder dem Angeklagten verwandt sein, sondern es wird auch weiterhin verlangt, daß er gut beleumdet ist und die Vorschriften der jüdischen Religion einhält. Wer z. B. als Würfelspieler bekannt ist (vgl. Spiel und Wette) oder wer bereits einmal ein falsches Zeugnis abgelegt hat (B. K. 72b), wird nicht mehr als Zeuge zugelassen. Nach rabbinischem Rechte gelten auch diejenigen als zeugnisunfähig, die ein rabbinisches Verbot übertreten haben (Maimonides, H. edut 10, 3). Bemerkenswert ist, daß z. B. auch Hirten, die wiederholt in Versuchung kommen, ihr eigenes Vieh auf fremdem Grundstück weiden zu lassen, oder Zöllner, die oft unberechtigt Zölle verlangen, als Zeugen nicht zugelassen werden.

(Wörterbuch des jüdischen Rechts / Marcus Cohn / 1927-1930)

Du sollst nicht töten? (1. Teil)

von Yahya ibn Rainer

Ich möchte hier auf eine große Fehlinterpretation hinweisen, der viele von den heutigen Christen leider erlegen sind. Insbesondere diejenigen Christen, welche nur wenig Wissen über ihre Religion haben. (Was leider die meisten sind)

Wie wir alle wissen, ist die Bibel ein Buch, welches mehrere male in eine andere Sprache übersetzt wurde. Die deutsche Bibel wurde z.B. aus dem Lateinischen übersetzt. Die lateinische Bibel wiederum aus dem Griechischen, Aramäischen und Hebräischen. Bei diesen Übersetzungen sind ganz gewiß Fehler passiert, die aber von vielen heutigen Christen schlichtweg ignoriert werden.

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Ehefähigkeit in der Halacha

Bevor ich zu diesem Thema wieder das Wörterbuch des jüdischen Rechts (Marcus Cohn / 1927-1930) bemühe, muß anfangs ein wichtiges Detail geklärt werden.

Im folgenden Ausschnitt ist von Minderjährigen und Volljährigen die Rede, es wird aber keine Angabe über das Alter gemacht, welches den Wechsel von der Minderjährigkeit zur Volljährigkeit im Judentum beschließt. Hierzu musste ich ein wenig recherchieren. Das Ergebnis war, dass ein Junge mit dem vollendeten 13. und ein Mädchen mit dem vollendeten 12. Lebensjahr im Judentum als volljährig gilt. (siehe z.B. hier unter Bar Mizwa)

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Todesstrafen in der Halacha

Die Halacha, die jüdische „Scharia“, kennt, ebenso wie die wahre islamische Scharia, die Todesstrafe.

Die Mischna (Sanh. 7, 1) spricht in Übereinstimmung mit den halachischen Midraschim von 4 Todesarten:

1.  Steinigung (sekila).
2. Verbrennen (serefa).
3. Enthauptung (hariga oder hereg).
4. Erdrosselung (chanika oder chenek).

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Halacha – Die jüdische „Scharia“

von Yahya ibn Rainer

Es ist schon interessant, wie in der aktuellen Islam-Debatte immer wieder die Scharia ins Spiel gebracht wird. Die Scharia wird als Gefahr für das christliche Abendland definiert, und das aus dem Grunde, weil der praktizierende Muslim dieses göttliche Recht als das höchste Gesetz bezeichnet.

Aber was ist mit der Halacha? Die Halacha ist sozusagen die „Scharia“ der praktizierenden Juden und sie wird, ebenso wie die islamische Scharia, aus ihren heiligen Schriften hergeleitet.

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