Schlagwort-Archive: Mittelalter

3 mal Nicolás Gómez Dávila (LI)

„Wenn der Staub sich legt, den die großen Ereignisse, der modernen Geschichte aufwirbeln, ist der Historiker über die Mittelmäßigkeit der Protagonisten sprachlos.“

„Um den Dummkopf zu entlarven, gibt es kein besseres Reizwort als mittelalterlich.
Er sieht sofort rot.“

„Die Konsequenzen seiner Handlungen sind so unvorhersehbar, dass der Mensch schließlich zum bloßen Zuschauer der Geschichte wird, die er macht.“

 

Auszug: Ferdinand A. Hoischen – Tradierte abendländische Rechtsauffassung

„Recht und Gesetz

Im Mittelalter existierte eine Fülle von kirchlichen und weltlichen Rechtsnormen und Rechtsvorschriften. Entgegen der weit verbreiteten Meinung vom „finsteren Mittelalter“ gab es so gut wie keine rechtsfreien Räume. Alle Belange des zwischenmenschlichen Miteinanders waren in irgendeiner Weise geregelt. […]

Das grundlegende Prinzip mittelalterlicher Politik war, dass alle, auch der König, durch das Recht gebunden waren, dass ein rechtloser Herrscher kein rechtmäßiger König ist, sondern ein Tyrann, dass dort, wo keine Gerechtigkeit herrscht, auch kein Gemeinwesen Bestand haben kann und dass ein Vertrag besteht zur Wahrung des Rechts zwischen Herrscher und Untergebenen. Der König war nicht dazu da, Gesetze zu erlassen, sondern das vom Volk durch Gewohnheit geschaffene Recht zu bewahren. König und Volk waren nicht einander verpflichtet, sondern Vielmehr beide gleichermaßen dem Recht – mit der Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Unversehrtheit des Rechts erhalten wurde. Eine Rechtsverletzung durch eine Seite gab der anderen Seite die Verpflichtung, die Verletzung zu beseitigen.

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Was ist Antisemitismus? (4. Teil)

„Was unseren Vätern der Jud
ist für uns die Moslembrut,
seid auf der Hut!
3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“

Über Nacht hatten im Februar 2009 Unbekannte diese Losung in rund 70cm hohen Buchstaben an die Außenmauer der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Österreich geschmiert. Inhalt, wie auch der Ort dieser provokanten Schändung sind zwar erschreckend, jedoch nicht verwunderlich. Was viele (vor allem sogenannte „Islamkritiker“) partout nicht wahr haben wollen, ist bereits nachgewiesene und offensichtliche Wahrheit. Der christlich- und atheistisch-abendländische Antisemitismus kennt keinen Unterschied zwischen Juden und Muslimen. Beide sind ohne weiteres Austauschbar oder gleichsam hassenswert, je nach Lust, Laune und Nutzen.

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Was ist Antisemitismus? (2. Teil)

Mit den Begriffen „Semit“ und „Arier“ schaffte man letzendlich ein neues Begründungsmuster, welches dem Geiste der Zeit entsprach. Im Laufe der historischen Entwicklung durchlief die „Abneigung gegen die Juden“ jedoch noch 2 andersartige Hauptformen in der Begründung. Ganz am Anfang stand die religiöse Hauptform, nämlich der Antisemitismus aus christlicher Wurzel:

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