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Buchauszug: Ibn Khaldun – Als es zum Bruch zwischen `Ali und Mu`awiya kam

«Als es in notwendiger Folge der asabiya zum Bruch zwischen ´Ali und Mu´awiya kam, ließen sie sich (beide) dabei von der Wahrheit leiten und waren um eine eigene Urteilsbildung bemüht. In ihrem Kampf hatten sie keine irdischen Ziele im Sinn; sie kämpften weder um nichtige Vorzüge noch aus Gefühlen des Hasses heraus, wie ein Argwöhnischer vermuten könnte und ein Häretiker es gerne sehen würde. Unterschiede gab es jedoch bei ihren (jeweils) eigenständigen Bemühungen zu beurteilen, was rechtens sei. Ein jeder erklärte dabei in seinen eigenen Bemühungen um Urteilsfindung die Ansicht des anderen für falsch. So führten sie um diese Sache gegeneinander Krieg.

Auch wenn `Ali im Recht war, trug sich Mu´awiya nicht mit unrechten Absichten. Er suchte die Wahrheit, fehlte aber. Ein jeder war mit seinen Absichten im Recht. Nun macht es die Natur des Königtums aber erforderlich, daß nur einer den Ruhm beansprucht und ihn sich zu eigen macht. Mu´awiya stand es nicht an, dies von sich und seinen Anhängern abzuweisen, denn das Königtum ist etwas Natürliches, das die asabiya durch ihre Natur mit sich bringt. Die Banu Umayya und (selbst) jene Gefolgsleute, die nicht in Mu´awiyas Weise der Suche nach der Wahrheit folgten, spürten das. Sie schlossen sich um ihn zusammen und waren bereit, für ihn in den Tod zu gehen. Hätte Mu´awiya sie zu einem anderen Tun angehalten und sich ihnen bei seiner alleinigen Beanspruchung der Macht widersetzt, wäre die Machtstellung, die er aufgebaut hatte, zerfallen. Diese zu erhalten war für ihn wichtiger, als eine Sache zu verfolgen, bei der es viel Widerspruch gegeben hätte.»

(Ibn Khaldun, Buch der Beispiele – Die Einführung / al-Muqaddima, übersetzt von Mathias Pätzold, Reclam-Verlag Leipzig ©1992, Seite 149-150)

Buchauszug: Ibn Khaldun – Königtum und Kalifat

«Das eigentliche Wesen des Königtums besteht darin, dass es einen für die Menschen notwendigen Zusammenschluss darstellt und Herrschaft und Gewalt, die beide sichtbarer Ausdruck des Zornes und der Tierähnlichkeit (der menschlichen Natur) sind, bedingt. Deshalb weichen die Anordnungen des Inhabers des Königtums meistens von dem ab, was rechtens ist, und fügen den Geschöpfen, die unter seiner Herrschaft stehen, Schaden in ihren weltlichen Angelegenheiten zu. Denn meist veranlasst er sie durch seine Wünsche und Begierden zu Dingen, die nicht in ihrem Leistungsvermögen liegen.

Das wird je nach den unterschiedlichen Absichten bei ihren Vorgängern wie Nachfolgern verschieden sein. Deshalb aber fällt es schwer, ihm Gefolgschaft zu leisten. Ungehorsam kommt auf, der zu Unruhe und Totschlag führt. Daher ist es unerlässlich, das man auf bestimmte politische Grundregeln zurückgreift, denen das Volk zustimmt und deren gesetzlichen Vorschriften es sich unterwirft. So war es bei den Persern und anderen Völkern der Fall. Ermangelt es der Dynastie an einer solchen Politik, ist ihre Macht instabil und kommt ihre Vorherrschaft nicht voll zur Wirkung.

«Auch bei denen, die früher dahingegangen sind, ist Allah so verfahren.» [Koran 33. 38; 62]

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Zitat: François Fénelon – Die Menschen sind wahrlich unglücklich

»Die Menschen sind wahrlich unglücklich, weil sie von einem König regiert werden, der bloß ein Mensch wie sie ist […] Aber die Könige sind nicht weniger unglücklich, weil sie als bloße Menschen, das heißt als schwache und unvollkommene Wesen, diese unzählbare Menge verderbter und betrügerischer Menschen regieren sollem.«

François de Salignac de La Mothe-Fénelon (1651-1715)

Gedicht: Heinrich Beitzke – König Hakeins Traum

Auf dem Dache des Alkazars,
Unter schatt’gen Palmenbäumen,
Pflegte Abends König Hakem
Gern im Ramadan zu säumen.

Hinter der Morena Gipfeln
Gleitet jetzt die Sonne nieder
Und ihr ausgegoß’nes Glutmeer
Strahlt an Iaens Bergen wider.

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Auszug: Ferdinand A. Hoischen – Tradierte abendländische Rechtsauffassung

„Recht und Gesetz

Im Mittelalter existierte eine Fülle von kirchlichen und weltlichen Rechtsnormen und Rechtsvorschriften. Entgegen der weit verbreiteten Meinung vom „finsteren Mittelalter“ gab es so gut wie keine rechtsfreien Räume. Alle Belange des zwischenmenschlichen Miteinanders waren in irgendeiner Weise geregelt. […]

Das grundlegende Prinzip mittelalterlicher Politik war, dass alle, auch der König, durch das Recht gebunden waren, dass ein rechtloser Herrscher kein rechtmäßiger König ist, sondern ein Tyrann, dass dort, wo keine Gerechtigkeit herrscht, auch kein Gemeinwesen Bestand haben kann und dass ein Vertrag besteht zur Wahrung des Rechts zwischen Herrscher und Untergebenen. Der König war nicht dazu da, Gesetze zu erlassen, sondern das vom Volk durch Gewohnheit geschaffene Recht zu bewahren. König und Volk waren nicht einander verpflichtet, sondern Vielmehr beide gleichermaßen dem Recht – mit der Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Unversehrtheit des Rechts erhalten wurde. Eine Rechtsverletzung durch eine Seite gab der anderen Seite die Verpflichtung, die Verletzung zu beseitigen.

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Zitat: Friedrich der Große – Appetit nach Hosen

„Ich mag in meiner Armee keine Weiber zu Soldaten haben, das ist widernatürlich. Denn wenn auch im Krieg einige Vorteile daraus entstehen könnten, so würde der Nachteil im Frieden desto größer sein, weil die Weiber einen alten Appetit nach den Hosen haben, und daraus würden viele Verwirrungen entstehen.“

(Friedrich der Große, König von Preußen)