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Die zeitgenössischen Verteidiger des Tasawwuf im Internet

von Yahya ibn Rainer

Viele zeitgenössische Verteidiger des Tasawwuf (die wir fälschlicherweise bisher immer als „Sufis“ bezeichneten), nehmen mehr und mehr die Unsitten unerzogener „Jungsalafisten“ an, die sie eigentlich vorgeben, wegen eben dieser Unsitten und schlechten Charakterzüge, abzulehnen.

Die sozialen Netzwerke sind voll mit Muslimen, die mit ihren Turban-Profilbildern und Sufi-Sheikh-Zitaten den Eindruck erwecken, sie wären auf dem Weg des Tasawwuf, der ihre Herzen reinigt, ihr Nafs bändigt und ihre Zungen zügelt.

Was ich aber häufig an Beiträgen und Kommentaren lese, ist nichts anderes, als das Spiegelbild eines unerzogenen „Jungsalafisten“ im Sufigewandt. Ein Spiegelbild, welches sich in Beleidigungen und Schmähungen ebenso ergeht, wie in Belustigungen und Provokationen.

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Buchauszug: Hermann Vámbéry – Muslime in Rußland (1875)

„Es ist jedenfalls höchst charakteristisch für den Islam, daß er selbst im Stadium seiner merklichen Schwäche den christlichen Missionsversuchen zu widerstehen vermag, denn wenn es der russischen Kirche bisjetzt gelingen konnte, unter den halb dem Schamanenthum und halb nur dem Islam angehorigen südsibirischen Türken einige Proselyten zu machen, so sind beim Gros der moslimisch-türkischen Nomaden bis zur Zeit alle Bestrebungen fruchtlos geblieben. […]

Was das Christenthum bisjetzt absorbiren konnte, das waren ausschliesslich Nichtmohammedaner, zumeist finn-ugrische Völkerschaften, als: Sürjenen, Votjaken, Tschuwaschen, Mordwinen, Wogulen u. s. w., Barbaren im strengsten Sinne des Wortes; gegenüber buddhistischen oder moslimischen Nomaden aber ist der russische Cultureinfluss ohne jegliche Wirkung geblieben.

Bei den sesshafben Befolgern der Lehre Mohammed’s ist selbstverständlich der bisherige Erfolg ein noch weit geringerer.

Der friedliche, nüchterne, arbeitsame und redliche Tatar an der Wolga und in der Krim, ist mehr als einem Reisenden aufgefallen, wenn er denselben mit seinem der Trunkenheit ergebenen, schmutzigen, trägen und betrügerischen christlichen Nachbar vergleichen wollte.

Die Regierung thut alles Mögliche, um den spröden Korper der mohammedanischen Opposition zu erweichen. Die so verschwindend geringe Anzahl der christlichen Tataren, deren Bekehrung noch aus der ersten Zeit der russischen Occupation sich datirt, ist gewaltsam zur numerischen Grösse von 40.000 hinaufgeschraubt worden, trotzdem es allgemein bekannt ist, dass die ans Doppelkreuz sich anklammernden Neophyten nicht aus der Reihe der Nogaier, sondern der heidnischen Tscheremissen, Tschuwaschen und anderer verkommenden, aussterbenden Nomadenstammen bestehen. […]

Die russische Volksmasse, mit welcher der Mohammedaner in Berührung steht, […] ist zu rauh , zu ungeschliffen, zu sehr den mannichfachsten Lastern ergeben, um imponiren und lehren zu können, […]

Es ist daher ganz natürlich, dass der strebsame nüchterne Tatare, ob Kaufmann oder Handwerker, seinem russischen Standesgenossen gegenüber sich immer für etwas Besseres halten muß und, da dieser Vorzug nur dem Glauben zugeschrieben wird, so klammert er sich an denselben um so fester, und so mußte denn auch jeder Bekehrungsversuch seines mächtigen Herrschers an ihm stets spurlos vorüberziehen.“

(Hermann Vámbéry – deutsch-ungarischer Orientalist und Turkologe – , Der Islam im 19. Jahrhundert. Leipzig 1875)

Gutes Benehmen ist die beste Dawa?

von Yahya ibn Rainer

Ich habe diesen Satz schon des öfteren gehört und leider auch schon einige Male wiederholt. Er klingt auf Anhieb recht plausibel, da er ja das gute Benehmen fördern soll und dieses auch tatsächlich Anklang findet bei den nichtmuslimischen Mitbürgern. Aber ist dieses Benehmen wirklich das beste Mittel zur Dawa? Ich sage: NEIN !!!

Gutes Benehmen sollte als selbstverständlich gelten in einer Gesellschaft und man findet es ebenso bei Nichtmuslimen. Was den Islam in erster Linie ausmacht ist der Tauhid, der islamische Monotheismus. Die Grundlage für die Dawa ist der Islam und nicht der Muslim. Was kann nämlich passieren, wenn ein Mensch aufgrund des guten Benehmens einiger Muslime den Islam annimmt und nicht wegen des Tauhids?

Der Anteil an praktizierenden Muslimen hier in Deutschland ist katastrophal niedrig. Wenn ich sage, dass 10% aller hier in Deutschland lebenden Menschen, die sich selbst Muslim schimpfen, tatsächlich auch diese Religion ernsthaft praktizieren, dann ist das sicherlich schon heillos übertrieben. Aber gehen wir mal davon aus, dann sind von diesen 10% vielleicht gerade einmal 1% auch wirklich an der Einladung zum Islam (Dawa) interessiert. Dieser 1% strengt sich also mächtig an, in Gegenwart von Nichtmuslimen ein einwandfreies Benehmen zu zeigen.

Nimmt dieser beeindruckte Nichtmuslim dann den Islam an, dann dauert es nicht lange, bis er in Kontakt mit den anderen 9% kommt, die zwar den Islam praktizieren, sich aber nicht ständig bewusst unter Kontrolle haben. Und noch ein wenig später stößt der Konvertit dann auch auf die restlichen 90% … und die haben nicht selten, leider leider leider, ein absolut katastrophales Benehmen.

Bei Allah, hätte ich vor ca 7 Jahren den Islam wegen dem Wohlverhalten einiger Muslime angenommen, ich wäre schon viele Male wieder von der Religion abgefallen. Das übertriebene Zeigen von Benehmen zum Zwecke der Dawa ist im Grunde nichts anderes als Taqqiya. Es entspricht nicht der Realität und das kann man nicht verbergen. Bevor wir also die Menschen täuschen, machen wir lieber Dawa mit einer unumstößlichen Tatsache, deren Gegenteil keinerlei Beweise hat, nämlich …

… dass es nur einen Schöpfer, Lenker und Erhalter des gesamten Universums gibt und nur ER der Anbetung würdig ist.

Und wir, seine Diener, sind schwach und sündig und IHN nicht würdig, und nur allein durch SEINE Barmherzigkeit können wir Vergebung und Erlösung erlangen.

Zitat: Taariq Ibn Lahsan – Über die Dawa zum Jihad … hierzulande

„Ich bezweifle bei den meisten von denen, die meinen sie müssten Daʿwah zum Jihād machen, dass sie wissen was sie tun oder dass sie auch nur wissen was sie sich mit ihren Worten für eine Last auferlegen. Worte sind billig und man braucht keinen großen Mut für das bloße Reden. Was dahinter steckt zeigt sich, wenn die Prüfungen den Menschen erreichen und die Tat gefragt ist, und schon so manch vorgeblicher Löwe ist alsdann zum zahmen Kätzchen geworden.

Allah berichtet uns in seinem Buch von den Gläubigen, dass sie den Kampf zu verabscheuen pflegten, als da er sagte: Vorgeschrieben ist euch zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht. [2:216]

So fragt man sich: Hat die Jugend der sog. „Salafiyyah Jihādiyyah“ die Gefährten des Propheten in Imān und Taqwā bereits so weit überholt, dass man bei ihnen keinerlei Spur mehr von Abneigung gegenüber dem Kampf finden kann?

Ich sage: Der einzige Grund dafür ist, dass der Kampf für die Gefährten des Propheten das Vergießen von Blut, das Verlieren von Gliedmaßen und die Preisgabe von Familie, Besitz und nicht zuletzt dem eigenen Leben war, wohingegen er für jene vorlauten „Jihādīs“ von heute nicht mehr ist als Musik und bunte Bilder…“

[Taariq Ibn Lahsan, Administrator des weltbekannten deutschsprachigen Forums www.ahlu-sunnah.com]

Buchauszug: Hasspredigt in Karl Mays Orientzyklus

Im Jahre 1881 erschien in der Zeitschrift Deutscher Hausschatz in Wort und Bild der 1. Teil des heute berühmt-berüchtigten Orientzyklus von Karl May. Dieser 1. Teil trug den Namen Durch Wüste und Harem (1895 umbenannt in Durch die Wüste) und beginnt gleich zu Anfang mit einem Dialog zwischen den zwei Hauptprotagonisten dieses Glanzstücks früher deutscher Trivialliteratur.

Zum einen der Held des Abenteuers, Kara ben Nemsi, der deutsche Orientreisende und Alter Ego Karl Mays: Eine Persönlichkeit, wie sie zur damaligen Zeit des deutschen Kaiserreichs nur alllzu gern mit der Heimat in Verbindung gebracht wurde. Ein vorbildlicher deutscher Christ eben. Schön, groß und kräftig gebaut, mutig, stark, schlau, uneigennützig, gerecht, ehrlich, barmherzig und prinzipientreu.

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Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König würde, bringt her und erschlagt sie vor mir

von Yahya ibn Rainer

„Ich sage euch: Jedem, der da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, weggenommen werden. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König würde, bringt her und erschlagt sie vor mir.“

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