Schlagwort-Archive: Konstruktivismus

Kurz gesagt: Diese geradezu religiöse Verehrung des Grundgesetzes

Diese geradezu religiöse Verehrung des Grundgesetzes ist in meinen Augen absolut widersprüchlich und basiert entweder auf Unwissenheit oder Geschichtsvergessenheit.

Ohne die philosophische Konstruierung dieses „kältesten aller kalten Ungeheuer“ (Nietzsche) namens STAAT, wäre die Schaffung seiner verfassungsmäßigen Bändigung gar nicht nötig gewesen.

Die abendländische Aufklärung hat dem Staat (als Institution) sämtliche Gewalt und Macht (als Monopol) zugeführt und zur Grundlage seines Handelns eine wandelbare Ethik und ein positives (willkürliches) Recht zugelassen.

Das Grundgesetz ist ein Beleg für die gewaltige Gefahr, die von einem rechtspositivistischen Gewaltstaat ausgeht und es müsste uns mit Scham und Trauer schlagen, dass wir ein solches Konvolut an Reglementierungen brauchen um die Menschen vor der Willkür ihrer institutionaliserten Autorität zu schützen.

Circles of Responsibility – Erst ich, dann die Ummah

von Yahya ibn Rainer

Es ist eine gewaltige Erleichterung im Leben, wenn man ein komplett gefestigtes Weltbild hat, wenn sich also im groben Blick auf den Menschen und seine gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Handlungen – und den daraus resultierenden Konsequenzen – keine großen Fragen mehr auftun.

Wer ein solches Weltbild in sich trägt, sucht nicht mehr nach Antworten, sondern stellt mit teils größter Verwunderung fest, dass sich dieses Weltbild nur noch bestätigt oder komplettiert, wenn man die Literatur der Weisen liest, die sich auf Beobachtung und Analyse beschränkten und nicht in spekulativen und rationalistischen Konstrukten ergingen.

Circles of Responsibility – Erst ich, dann die Ummah weiterlesen

Zeitaufnahmen zu Staat und Freiheit von B. Bandulet und M. A. Schmitz du Moulin

von Yahya ibn Rainer

Ein äußerst wichtiges Thema für jeden ordnungs- und gesellschaftspolitisch interessierten Menschen ist die geschichtliche Betrachtung der expandierenden Staatsgewalt, also der stetigen Ausweitung staatlicher Befugnisse und willkürlicher Eingriffe in die zwischenmenschlichen Beziehungen und in das private Eigentum der Bürger.

Zeitaufnahmen zu Staat und Freiheit von B. Bandulet und M. A. Schmitz du Moulin weiterlesen

Buchauszug: Roland Baader – Konstruktivistischer Rationalismus

„Auf Kurzformeln komprimiert, ist mit dem Konstruktivistischen Rationalismus die unter Intellektuellen weitverbreitete Überschätzung der menschlichen Vernunft gemeint, die Tatsache nämlich, daß die meisten Vertreter der „denkenden Zunft“ kulturell-gesellschaftliche Institutionen (wie z.B. Ehe, Familie, Eigentum) und Regeln (Verhaltensnormen, Tabus, geltende Werte) für Einrichtungen halten, die von Menschen bewußt und absichtlich erdacht und eingeführt worden seien (und die man deshlab auch nach Maßgabe rationaler Überlegungen wieder ändern könne).

Es handelt sich beim Konstruktivistischen Rationalismus also um die Unkenntnis (oder um die Erkenntnisverweigerung) der Tatsache, daß viele – und gerade die für das gesellschaftliche Leben bedeutsamsten – dieser Institutionen, Regeln und Werte „zwar das Ergebnis menschlichen Handelns, aber nicht das Ergebnis menschlichen Entwurfs sind“ (Hayek).

Nicht nur ein Gutteil dessen, was Gesellschafts- und Staatsphilosophen von sich gegeben haben, sondern auch ein Großteil dessen, was Macht- und Medien-Eliten unter Politik verstehen, beruht auf diesem Aberglauben, gesellschaftliche Verhältnisse und Verhaltensmuster seien rational konstruierbar und planerisch zu verändern (zu „verbessern“).“

(Roland Baader, Geld, Gold und Gottspieler – Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise, Seite 290)