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Kommentar: Das muslimische Morgenland am zivilisatorischen Tiefpunkt

Ich hab da wieder einen ellenlangen Diskussionsbeitrag in meiner Kommentarspalte verfasst, obwohl ich doch weiß, dass die meisten Kontrahenten in den sozialen Netzwerken niemals die Absicht haben sich auf ein gewisses Niveau einzulassen.

Damit es aber nicht vollends vergebene Liebesmüh war, habe ich mich entschlossen, den Kommentar hier auf meinen Blog zu kopieren. Für den Zusammenhang werde ich den Link zum Facebookbeitrag hinzufügen.

Lieber Sven,

jeder ehrliche und aufrichtige Muslim, mit ein wenig Wissen um Geschichte, Soziologie und Ökonomie, wird nicht bestreiten können, dass sich die muslimische Zivilisation auf einem kulturellen, ökonomischen und wissenschaftlichen Tiefpunkt befindet. Ebenso wird er nicht bestreiten können, dass dahingegen das sogenannte christliche Abendland derzeit sicherlich seinen zivilisatorischen, kulturellen, ökonomischen und wissenschaftlichen Höhepunkt beschreitet.

Man könnte jetzt so vermessen sein und behaupten, dass das Morgenland danieder ist, weil es muslimisch ist und dass das Abendland obenauf ist, weil es christlich ist. Ich denke, dass sich nicht wenige Islamkritiker derzeit auf diesem hohen Ross befinden und diesen Umstand allumfassend auskosten.

Mich juckt das (ehrlich gesagt) recht wenig, denn neben der Erkenntnis, dass das Morgenland danieder und das Abendland obenauf ist, weiß ich auch um den Umstand, dass Zivilisationen zyklisch sind und dass es vor einiger Zeit genau andersherum war, trotz Islam und Christentum.

Eine wunderbare Lektüre zu diesem Thema sind die Geschichtswerke von Oswald Spengler und Ibn Khaldun. Spengler bspw sieht die Kreuzzüge aus diesem Blickwinkel:

«Der Islam hat dieser Welt endlich und viel zu spät das Bewußtsein der Einheit verliehen, und darauf beruht das Selbstverständliche seines Sieges, das ihm Christen, Juden und Perser fast willenlos zuführte.

Aus dem Islam hat sich dann die arabische Zivilisation entwickelt, die in ihrer höchsten geistigen Vollendung stand, als vorübergehend die Barbaren des Abendlandes hereinbrachen und nach Jerusalem zogen. Wie mag sich dies Schauspiel in den Augen vornehmer Araber ausgenommen haben? Etwas bolschewistisch vielleicht?

Für die Politik der arabischen Welt waren die Verhältnisse in „Frankistan“ etwas, auf das man herabsah.»

(Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Seite 606)

Wir sehen, es war einmal andersherum, und die Muslime waren diejenigen, die mit Hochmut auf das Abendland schauten.

Ich, als biodeutscher Muslim, entstamme der Tradition und Kultur dieses Abendlandes, und ich verbinde damit weitaus mehr positives, als mit den Sitten und Traditionen des Morgenlandes (es sei denn sie sind fest begründet in den religiösen Schriften).. Aber ich bin auch realistisch und erkenne, dass der Zenit, auf dem sich das Abendland derzeit befindet, nicht nur der Höhepunkt ist, sondern auch der Punkt, an dem es wieder bergab geht; und der Nadir, in dem sich das Morgenland befindet, ist nicht nur der Tiefpunkt, sondern auch der Punkt an dem es wieder aufwärts geht.

Ich kann mit vielen der derzeit enttäuschten Deutschen mitfühlen, wenn sie den Verfall von Religion, Sitte und Tradition hierzulande beweinen und eine gewisse Schwäche beim allgemeinen Volk diagnostizieren. Dies sind die Vorboten des Niedergangs.

Der Fehler jedoch, den die meisten heutigen sogenannten „Rechtspopulisten“ um AfD, Pegida und Co machen, ist, dass sie sich den Islam als Feindbild auserkoren haben, anstatt das Geschwür das im eigene Körper Metastasen streut.

Anstatt die eigene Schwäche zu bekämpfen, verliert man seine Kraft darin zu versuchen, diejenigen zu bekämpfen, die allmählich wieder zu eigener Kraft finden.

Der Herausgeber des Magazins eigentümlich frei, André F. Lichtschlag, schrieb in seinem Buch „Feindbild Muslim“:

«Gerade die Angst aber vor der Machtübernahme durch künftige muslimische Mehrheiten im alten Europa zeigt, dass wir es auch heute lediglich mit einem Blick in den Spiegel zu tun haben. Denn würden die westlichen Gesellschaften nicht selbst absterbende sein und wäre die Geburtenrate bei den Einheimischen nicht tendenziell eine Selbstmordrate, so würden nicht andere jene Macht an sich reißen können.

Mohammedaner vermehren sich, der Westen ist verbraucht, alt, gebrechlich, lendenarm und überlebt nur noch auf Pump. In einer solchen Gesellschaft wird die Selbsttötung eines unscheinbaren und vergleichsweise wenig bekannten Torhüters als kollektives emotionales Großereignis zelebriert wie andernorts und zu anderer Zeit der im Kampf gefallene «unbekannte Soldat». Was zuweilen als „Landnahme“ bezeichnet wird, ist deshalb eher eine milde „Landgabe“.

Doch schauen wir uns die Vorwürfe der Spiegelfechter noch einmal genauer an: Im ehemals christlichen Westen folgten nach der Aufklärung Kommunismus, Nationalsozialismus und Sozialdemokratismus – und in der Folge dieser Ideologien das inflationäre Papiergeldsystem sowie Abermillionen Ermordete und Beraubte. Wo finden wir mit dem Gulag, dem ‚großen Sprung nach vorn‘ und dem Holocaust auch nur entfernt Vergleichbares im «unaufgeklärten moslemischen Kulturraum»? Die schlimmsten Verbrechen, die gegen die Armenier, wurden auch dort ausgerechnet von den «aufgeklärten» Jungtürken begangen, die sich an westlichen Modernisierern orientierten.

Und was den aggressiven, kriegerischen und terroristischen Islam betrifft: Wessen Armeen stehen seit mehr als 100 Jahren in wessen Kulturraum?»

So viel Ehrlichkeit beeindruckt mich.

Kommentar auf Facebook hier => https://www.facebook.com/JensYahyaRanft/posts/2004515129780941?comment_id=2004527243113063&reply_comment_id=2006259019606552&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D

Wisst ihr was ich bedenklich finde? #Trump #Medien

von Yahya ibn Rainer

Wisst ihr was ich bedenklich finde?

Muslime, die sich regelmäßig über die Medien echauffieren, weil diese falsch und einseitig über den Islam und die Muslime berichten, wenn sie beispielsweise Negatives als Usus darstellen oder Aussagen von Gelehrten/Predigern/Imamen aus dem Zusammenhang reißen, damit sie gefährlich und rückständig klingen; und wenn der betroffene Gelehrte/Prediger/Imam sich öffentlich dazu erklärt, die Aussage zurück nimmt, relativiert oder in den richtigen Zusammenhang bringt, dann wird dem keine Beachtung mehr geschenkt.

Die gleichen Muslime wiederum nehmen ALLES was ebendiese Medien über Trump, AfD und andere imaginäre und wahre Feindbilder berichten, für bare Münze, ohne auch nur in Betracht zu ziehen, dass die Medien hier mit den selben Mitteln arbeiten könnten.

Versteht mich bitte nicht falsch. Das Gros der Trumpianer, AfDler, Pegidasten und PI-maten macht genau das Gleiche. Sie schwadronieren einerseits von der Lügenpresse, wenn sie sie ins Visier nimmt, teilt aber wie berauscht ihre Beiträge, wenn darin ein Muslim als Täter auftaucht oder der Islam als gefährlich dargestellt wird.

Dies ist ein äußerst unehrlicher, ja geradezu verlogener Medienkonsum. Sicher könnte man anbringen, den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen zu wollen, aber letztendlich sind wir dadurch kein Stück besser als sie.

Speziell was Trump angeht, gibt es zahlreiche Beiträge von ihm, in denen er (von den Medien verkürzt dargestellte) Ausschnitte wieder relativierte oder in den richtigen Zusammenhang bringt. Dies wurde von den parteiischen Medien absichtlich ignoriert. Im Zeitalter des Internets jedoch, wo man durch wenige Suchbegriffe oder vordefinierte Filterblasen (und unabhängig von Presse, TV und Radio) solche Informationen kredenzt bekommt, wirkt sich diese journalistische Ignoranz genau umgekehrt aus.

Immer wenn der Gegner etwas zu verschweigen versucht, ist dies ein zusätzlicher Ansporn es als Wahrheit anzuerkennen. Trump hat auch deshalb gewonnen, weil die Leute gesehen haben, wie er über alle Gebühr dämonisiert wurde (was nicht bedeuten soll, dass er ein Engel ist).

Ich bin kein Fan der Lügenpresse-Rhetorik von Pegida, AfD & Co, aber unsere Kritik an den Medien sollte sich nicht nur an Lügen gegen Muslime & Islam festmachen. Kein gesellschaftliches Feindbild wird von den Leitstrommedien objektiv und fair behandelt, weder wir orthodoxen Muslime noch die Erzkatholiken, Evangelikalen, Nationalisten usw.

Eine Teilschuld am Hass gegen uns müssen wir uns selber geben, weil wir uns vom politischen Kulturmarxismus, Werterelativismus und Sittenverfall instrumentalisieren lassen, im Kampf gegen den wachsenden Bevölkerungsanteil, der (bis auf die Liebe zum Islam) weitaus mehr mit uns gemeinsam hat, als ihm und uns wirklich bewusst ist.

Einige Gedanken zur bösen Scharia

von Yahya ibn Rainer

Eine große Mitschuld am falschen Verständnis für den Begriff „Scharia“ – besonders unter Nichtmuslimen, aber auch unter vielen zeitgenössischen Muslimen – tragen die modernen muslimisch-etatistischen Gruppierungen und Parteien, die andauernd von einer „Implementierung der Scharia“ faseln, wenn sie einem „Staat“ unterstellen „islamisch“ sein zu können.

Wenn PImaten, Pegidasten und AfDler heute das Wort „Scharia“ benutzen, dann denken sie an nahezu das Selbe wie ungebildete muslimische Hizbiyun, nämlich vorrangig an Steinigungen, Enthauptungen und Amputationen.

Wenn Alexander Gauland (AfD) meint, „Der Islam muss sich von der Scharia trennen“ oder hiesige Muslime müssten bekennen „für uns alle gilt die Scharia nicht“, dann spricht dies von einer immensen Unkenntnis bezüglich des Begriffes „Scharia“, besonders weil Gauland andererseits (zumindest offiziell) ganz klar für die Glaubensfreiheit eintritt und den Muslimen die Religionsausübung zugesteht.

Doch wie soll ein Muslim die Religion ausüben? Wie soll er beten, fasten und den verpflichtenden Obolus entrichten? Wie soll der Muslim sämtlichen gottesdienstlichen Handlungen nachkommen, sein Benehmen, seine Ethik/Moral schulen und seine Glaubensinhalte determinieren, wenn die Methoden und Methodologien der gesamten Religion „Islam“ in der Scharia zu finden sind?

Sie sagen im Grunde, wir dürfen die Religion ausüben, aber uns dabei nicht nach unserer Religion richten. Sie wissen nicht, dass „Scharia“ der Oberbegriff für alles ist, was unsere kultischen, rituellen und zwischenmenschlichen Handlungen angeht. Ein Mensch, dem der Rückgriff auf die Scharia verboten wird, kann weder beten noch fasten, kann im Grunde genommen nicht einmal ein richtiger Muslim sein.

Schon wenn der Muslim den Quran öffnet, um darin nach Belegen dafür zu suchen, wann, wo und wie er das rituelle Gebet zu verrichten hat, hat er sich damit einer Methode der Scharia befleißigt, indem er ihrem Grundsatz folgte, dass Quran und Sunnah die Grundlage der Religion sind.

Dem Muslim die Scharia zu nehmen bedeutet, ihm die Religion zu nehmen.

Jeder Muslim, der in der Scharia ein „Staats- & Strafgesetzbuch“ sieht, das von einem „Staat“ zu implementieren sei, darf sich als mitschuldig betrachten an der derzeitigen Misere. Denn weder findet der Muslim im Quran (oder in der Sunnah) einen „Staat“, noch kann er belegen, dass die Scharia ein Gesetzbuch ist oder samt und sonders irgendwie implementiert werden muss.

Was Allah und Sein Gesandter von jedem von uns – sei er Bürger, Staatsdiener oder Oberhaupt – verlangen, ist, dass wir unsere Entscheidungen und Urteile mit der Scharia determinieren. Dabei ist die Scharia nicht starr. In ihr finden wir zahlreiche Methoden und Methodologien, die eine große Vielfalt an Urteilen zulassen.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre es auch äußerst dumm zu meinen, man könnte „die Scharia implementieren“, wenn man eigentlich möchte, dass der Staat feste Regeln bzw Gesetze erlässt. Denn ein Urteil gemäß der Scharia setzt voraus, dass man sich für eine bestimmte Methode/Methodologie entscheidet und die anderen außen vor lässt. Wenn man also etwas implementieren möchte, dann ein Urteil, welches die Scharia als Basis hatte, aber niemals die gesamte Scharia, denn dies könnte bedeuten, dass man etwas explizit als verboten erklärt, während man es ausdrücklich erlaubt.